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Was ist die „gute Stadt“? So war URBAN PLACES – PUBLIC SPACES

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Wir setzen unsere globale Diskursreihe mit URBAN PLACES – PUBLIC SPACES fort. Wie sehen Stadtgesellschaften heute aus, und in welchen Städten wollen wir in Zukunft leben?
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Die finale Runde der Diskussionsreihe URBAN PLACES – PUBLIC SPACES ist vorüber. Das Thema diesmal: „Was ist die ‚gute Stadt‘?

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Zum dritten und letzten Mal präsentierte Moderatorin Geraldine de Bastion heute Morgen die globale Debatte Urban Places – Public Spaces in den Münchner Kammerspielen. Nach „Wem gehört die Stadt?“ und „Wer macht die Stadt?“ folgte nun die Frage „Was ist die ‚gute Stadt‘?“. Eingeladen waren neben dem Kammerspiele-Intendanten Johan Simons und dem Architektur-Professor Andres Lepik (München) auch der Dramaturg des Performance-Kollektivs Wunderbaum, Tobias Kokkelmans sowie der Architekt Kristian Koreman (Rotterdam). Johannesburg wurde durch die Wissenschaftlerin Lesley Lokko und den Künstler Jay Pather vertreten.

Die knapp zweistündige Diskussionsrunde drehte sich vor allem um den kulturellen Zugang in den verschiedenen Ländern. Das Kollektiv Wunderbaum, das kürzlich übrigens auch in den Kammerspielen gastierte, präsentierte eine einzigartige Öffentlichkeit des Theaters – das begeisterte auch Johan Simons. „Ich wollte immer Theater für Leute machen, die sonst nichts mit Theater zu tun haben“, sagte er. Das gestalte sich mit einem Theater inmitten der Maximilianstraße aber schwerer als gedacht. Apropos Maximilianstraße: der allmähliche Wandel Münchens zur „Stadt der Geldigen“ wurde natürlich auch diskutiert. „München läuft Gefahr, zu einem Museum zu werden, wenn sich hier niemand mehr eine Wohnung leisten kann“, so Lepik.

Fragen warf auch die Diskussion zur Sicherheit einer Stadt auf: Wieviel Risiko fördert das Stadtleben? Wo sind die Grenzen? Wie sehr wollen und können wir uns einschränken, um Sicherheit zu garantieren? Er brauche immer so ein bisschen das Leben „on the edge“, warf Kokkelmans hierzu ein. Zu sicher sei ihm zu langweilig.

Am Ende stand eine Liste mit Adjektiven, wie eine ideale Stadt sein müsse. Offen. Multikulturell. Respektvoll. Konfliktreich. Abenteuerlustig. Ob es überhaupt eine ideale Stadt geben könnte? Da waren sich alle Beteiligten noch uneinig. Sicher ist: „Es sind immer die Menschen, die ihre ‚gute Stadt‘ nach ihren Wünschen und Vorstellungen selbst gestalten“ (Koreman).

 

Tweets zur Debatte finden sich unter dem Hashtag #places15.

1Comment
  • Karl Schillinger
    Posted at 10:49h, 28 April

    „Es sind immer die Menschen, die ihre „gute Stadt“ nach ihren Wünschen und Vorstellungen selbst gestalten“ (Koreman). Da muss man schon dagegen halten, dass nicht der/die BürgerInnen die Stadt gestalten, sondern das Kapital und der Investor. Schnelle und hohe Rendite ist gefragt, schneller Fertigbau und genormte Wohnzellen bringen die Baukosten schnell wieder ein und dann beginnt der Gewinn. Urbanes Wohnen und Leben ist für die Geldgeber zweitrangig, sollen die Bewohner der Betonkästen lieber pünktlich die hohen Mieten zahlen. Da bleibt dann schon einiges an Lebensqualität auf der Strecke.

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