Alles aufs Spiel setzend

27. Juni 2013
Alltag & Leben, Worüber man unbedingt ein Wörtchen verlieren muss

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Wahrhaftig um Leben und Tod geht es seit Samstag auf dem Rindermarkt. Bis zu 90 Flüchtlinge sind nach einer Demonstration für ihre Rechte und eine Anerkennung ihres Asylgesuchs in den Hungerstreik getreten. Seit Dienstag nehmen sie auch kein Wasser mehr zu sich, bereits 16 von ihnen sind kollabiert. Die Politik muss jetzt reagieren!

Eine richtige Festung haben sie sich gebaut, aus Zelten, Planen, Pavillons, Bannern und Transparenten. Um sich vor dem Regen und der Kälte zu schützen, in der sie seit Samstag ausharren, ohne etwas gegessen und jetzt nicht mal mehr getrunken zu haben.

Und das, nachdem sie die eigentliche Festung bereits bezwungen haben. Sie alle kommen aus Krisengebieten, sind vor Armut, Kriegen oder politischer Verfolgung geflohen und haben es nach Europa, nach Deutschland geschafft. Hier sind sie allerdings auch nicht willkommen. Hier sind sie die “non-citizens”, “Nicht-Bürger”, ohne Rechte und Möglichkeiten.

Doch auch ohne Teil der Gesellschaft zu sein, haben sie immer noch eine Stimme: “Was ist im 21. Jahrhundert wichtiger: Das Leben von Menschen oder ein paar Stücke Papier?”, fragen sie in einem Statement, das die Anerkennung ihrer Asylanträge und ein dauerhaftes Bleiberecht fordert. Die Unterbringung in Lagern sei menschenunwürdig, die Versorgung mit Essenspaketen eine Zumutung. Bis zum Äußersten sind sie bereit zu gehen: ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um endlich Leben zu können.

Am Dienstag kollabierte der erste Flüchtling, der nun auf einer Intensivstation liegt. 15 weitere folgten ihm. Allzu viel Zeit bleibt den restlichen wohl auch nicht mehr. Doch sie machen weiter, zeigen weiter Stärke und erhalten vor allem Solidarität von antirassistischen AktivistInnen.

Bisher hat sich noch kein Verantwortlicher aus der Politik ernsthaft zu Wort gemeldet, und dass, obwohl die Flüchtlinge in ihrem Statement “die in Politik und Verwaltung am höchsten gestellten Personen verantwortlich über unsere Leben” wissen.

Unterstützung und praktische Solidarität ist auch weiterhin am Rindermarkt willkommen.

http://www.refugeetentaction.net/index.php?lang=de

Manuel Liebig    Dieser Artikel wurde von Manuel Liebig geschrieben.
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