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Stadt, Wohnen trotz München

Schwabinger Tor: Ein neues Münchner Quartier für Euch?

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Steffen Warlich, Marketingleiter Jost Hurler

Ein „Blick in die Zukunft“ soll es werden, das neue Quartier mit dem klingenden Namen Schwabinger Tor, das an der Leopoldstraße gerade am entstehen ist. Es soll bereits heute zeigen, wie wir in 30, 40 oder 50 Jahren wohnen werden, laut Steffen Warlich, Marketingleiter des verantwortlichen Immobilienunternehmens Jost Hurler.

Auf den ersten Blick sieht das Bauprojekt nach Luxus pur aus – ein Ruf, den das Unternehmen nicht auf sich sitzen lassen möchte.

Die Preisspanne für die Wohnungen reicht von 12-14 Euro/Quadratmeter für öffentlich geförderte Wohnungen bis zu 28 Euro/Quadratmeter für die Dachterrassenwohnungen. (Laut immowelt.de liegt der momentane Durchschnitt in München bei 20,75 Euro/Quadratmeter.)

Auch der Eindruck, dass nur Gucci- und Prada-Läden eingemietet würden, sei falsch, so Warlich. Es gibt tatsächlich bereits jetzt ganz normale Supermärkte (Feneberg) oder Dönerläden und Tagesgastronomie auf dem Areal.

Eine der größten Baustellen der Stadt

Auf 4,2 Hektar entstehen hier:

  • 210 Wohnungen (35 davon öffentlich gefördert)
  • ein Hotel
  • Büroräume
  • Gastronomie und Shopping

Sharing als Gesamtkonzept

In nicht allzu ferner Zukunft sollen „Talente“ als Wirtschaftsfaktoren in allen Bereichen wichtig sein – und die will das Schwabinger Tor anziehen. Dazu haben die Bauherren das Konzept des „Sharing“ in all seinen Ausformungen ins Zentrum ihres Projekts gestellt.

Da ist zunächst ganz banal – aber nicht unwichtig – der Entscheid, die Wohnungen zu vermieten anstatt sie zu verkaufen. Das ist aber nur ein Element von vielen, die Jost Hurler zum Thema Sharing eingeplant haben.

Dazu kommen noch:

Eine App für die Bewohner

stm_app_pinnwandfull3Die Schwabinger-Tor-App, entwickelt vom Münchner Startup Casavi, soll die Mieter untereinander, aber auch mit dem Vermieter vernetzen. So gibt es z.B. das Schwarze Brett vom Hauseingang hier digital und die Nachbarn können sich untereinander austauschen wenn zum Beispiel mal das Salz fehlt beim Kochen, oder ähnliches. Ausserdem können die Mieter Serviceanfragen direkt an die Verwaltung stellen und werden dann über den aktuellsten Stand informiert. Zusätzlich sind auch die eingemieteten Gastro-Betriebe  auf der App vertreten.

Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache – deswegen haben die Mieter auch die Wahl, „analog“ informiert zu werden. Dennoch achten die Vermieter bereits bei der Vergabe der Wohnungen an potentielle Mieter darauf ob sie Interesse daran haben.

Co-Working-Spacebildschirmfoto-2016-09-20-um-16-43-05

Neben klassischen Büroräumen setzt das Schwabinger Tor auch auf „Co-Working-Space“. Über ein sogenanntes „Hot Desk“ soll es möglich sein, dort auch kurzfristig einen Schreibtisch zu buchen. Ausserdem soll es Plätze spezifisch für Start-Ups und für sogenanntes „Corporate-Coworking“ geben – das heisst dass die Angestellten einer Firma ihre Büroräume mit Startups oder mit Angestellten von anderen Firmen teilen. Das soll einen Austausch zum Testen von neuen Ideen und Innovationen ermöglichen.

Car-Sharingbildschirmfoto-2016-09-21-um-13-34-01

Für die Bewohner des Schwabinger Tors ist in der Tiefgarage ein Car-Sharing geplant. Zur Verfügung gestellt werden verschiedene Fahrzeugtypen, von klein bis groß. Diese sollen vorab buchbar sein, auch für längere Zeiträume. Dafür arbeiten die Immobilienunternehmer mit einem Drittanbieter zusammen.

Penthouse-Bewohner fördern Kunstbildschirmfoto-2016-09-21-um-13-37-01

Einen Euro pro Quadratmeter spenden die Bewohner der Penthouses an die Förderung der Ateliers, die im Schwabinger Tor geplant sind. Die befinden sich noch im Bau und sollen nächstes Jahr fertiggestellt werden. Ziel sei hierbei auch eine Durchmischung des neuen Quartiers – auch wenn für die Atelierplätze im Schwabinger Tor eher „stille“ Künstler gesucht werden. Richtig laut und richtig gross (z.B. übergrosse Skulpturen) würden nicht zum Konzept passen, weil das eine Lärmbelästigung der Mieter nach sich ziehen würde.

Zukunftsweisend oder nur gutes Marketing?

Alle diese Sharing-Elemente, die beim Schwabinger Tor umgesetzt werden, wirken auf den ersten Blick tatsächlich zukunftsweisend, sinnvoll und auch komfortabel für die Bewohner.

Bleibt die Frage: Seid Ihr, die Digital Natives, bereit dafür? Ist das was für Euch?


Fotos/Visualisierungen: (c) Schwabinger Tor

Portraitbild: Jan Krattiger

2 Comments
  • Paul Einhell
    Posted at 10:07h, 11 Oktober

    „Co-Working-Space“, „Hot Desk“, „Corporate-Coworking“ Alleine bei diesen Worten bekomme ich schon “ laughing crumbs“(Das Kotzen)

    Lieber Jan, ist das jetzt ein Text von Dir, oder ist das einfach nur unkritische Werbung? Denn in Deinem Artikel steht eigentlich nicht viel ausser Marketing-Gewäsch.

    Ich bin sehr skeptisch bei diesem Vorhaben. Für mich persönlih gehört ein Künstler-Atelier eher aufs Dach, Denn in der Regel braucht ein Künstler gutes Licht. Das Dach ist aber schon von denjenigen besetzt,die ca 4.850 € für 180 qm kalt zahlen. Mit Nebenkosten und Heizung kommt noch mal ein kleines Vermögen dazu. Was wird da wohl für ein Klientel hinziehen? Dazu kommen herrlich gebaute Junkie-Ecken, gut geschützt von schönem Buschwerk, praktisch uneinsehbar und schön dunkel.
    Ich hoffe ich irre mich und Schwabing Nord bekommt endlich die städtebauliche Aufwertung die nötig ist, um die Leopoldstraße ab dem Feilitzschplatz stadtauswärts attraktiver zu gestalten

  • Jan Krattiger
    Jan Krattiger
    Posted at 10:51h, 11 Oktober

    Lieber Paul,
    Ich danke dir für deinen Kommentar. Du bringst da natürlich ein paar sehr wichtige kritische Punkte in die Diskussion ein – um die ging es mir dabei eigentlich auch (s. Schluss).
    Beste Grüße!

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