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A$AP Rocky & Wiz Khalifa liefern eine große Show

Sebastian Gabriel
War es vor zehn Jahren noch äußerst selten bis undenkbar, dass Rap-Größen bei der Tour-Planung an München denken, hat München mittlerweile ein besseres Standing. Ein Grund mag sein, dass es ein neues, jüngeres HipHop-Publikum gibt, ein anderer dass durch die aktiven Bemühungen einiger HipHop-Supporter in München (die Crux-Jungs, sowhat-Events u.a.) mehr Künstler gebucht werden. Nun waren gestern gleich zwei Größen des US-HipHop im Münchner Zenith: A$AP Rocky und Wiz Khalifa.

A$AP, bürgl. Rakim Mayers, der mit „Fuckin’ Problems“ Ende 2012 den Durchbruch schaffte und Wiz Khalifa, bürgl. Cameron Jibril Thomaz, bereits 2010 mit „Black and Yellow“. Es versprach ein fulminanter Abend zu werden und ja: Was die beiden da ablieferten, sollte großartig werden. Enttäuscht wurden nur die, die dachten, die beiden würden gemeinsam auf der Bühne stehen. Dem war nicht so. Es waren zwei eigenständige und unterschiedliche Konzerte.

Den Anfang machte mit ungefähr 45 Minuten Verspätung Wiz Khalifa und spielte alles, was die Fans hören wollten. Bei dem Song „See You Again“ aus dem Film Fast & Furious 7, dem letzten des verstorbenen Schauspielers Paul Walker, sang dann auch die komplette Halle mit. Wiz kifft gerne und darüber geht ein Großteil seiner Lieder, vielleicht ist das aber auch der Grund seiner smoothen Stimme und seines geschmeidigen Flows.

Nach einem Umbau von – zu langen – 40 Minuten ging es mit A$AP Rocky und seiner Posse weiter. Die ersten Tracks, allesamt vom neuen Album, rappte er vor einer Leinwand, auf die z.B. die charakteristische New Yorker Backsteinfassade und die U-Bahn-Station Canal-Street projeziert wurde. Die Zuschauer bekamen ihn nur als Silhouette hinter der Leinwand zu sehen, bis dann der Vorhang fiel und die Party richtig losging. Am Ende gab es mit „Electric Body“ noch einen A$AP-Klassiker bevor der Konzert-Abend nach ca. 3 Stunden zu Ende ging.
Alles in allem war es einer der gelungensten Abende seit langem. Der Sound war, auch auf Grund der dankbaren Beats, um einiges besser, als man es aus dem Zenith kennt und drückte die Masse zum Mitfeiern. Beide lieferten eine Superperformance ab, die Live-Band sorgte für einige gekonnte Variationen ohne sich in den Vordergrund zu spielen und die Licht- und Bühneneffekte waren zwar sehr poppig, aber sehr gut eingesetzt. Das Ganze hat zwar nur noch wenig mit einem Oldschool HipHop-Konzert zu tun, bei dem in kleinen Kellern gebounct wurde, aber wen juckt das noch, wenn man so unterhalten wird. Da spielen dann auch die oft seichten Themen der Texte nicht mehr so eine Rolle. Ihr könnt gerne wieder kommen.

Da, anders als üblich und vereinbart, die Fotografen nach dem ersten Lied von Wiz Khalifa rausgeschickt wurden, gibt es leider nur Fotos von Wiz Khalifa.

Fotocredit: © Sebastian Gabriel

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