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Aus der Sicht eines Schauspielers: Proben, Premiere, Alltag. Ein KING CHARLES III-Darsteller im Interview

Metropoltheater

Metropoltheater

Das Metropoltheater im Münchner Norden ist als freies Theater mittlerweile fester Bestandteil der Münchner Kulturszene und hat zudem auch überregionale Reichweite. In diesem Tagebook erzählt Suvi, die gerade ihr FSJ Kultur am Metropoltheater absolviert, über die neue Produktion KING CHARLES III. Als Regiehospitantin hat sie täglich Einblick in den Probenalltag und Entstehungsprozess der Inszenierung und hält hier regelmäßig ihre Eindrücke fest - bis hin zur großen Premiere des Stückes.
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Das Leben eines Schauspielers – viele Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie das wäre. Tillbert Strahl, Mitglied im KING CHARLES III-Ensemble, hat sich bereit erklärt, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Dann lassen wir ihn doch gleich zu Wort kommen:

Wie heißt du und hat man dich schon in anderen Metropoltheater-Produktionen gesehen?

Tillbert Strahl. Ich spiele zum ersten Mal im Metropol.

Wen spielst du in KING CHARLES III?

Den Premierminister. Der König will sich in meine politischen Geschäfte einmischen, das treibe ich ihm aus.

Welche Eigenschaft deiner Figur hättest du selber gerne?

Einen eigenen Fahrer.

Was denkst du macht dieses Stück/ diese Inszenierung besonders?

Das Stück misst sich mit Shakespeare und schlägt sich nicht schlecht.

Jede Inszenierung ist für mich besonders: Es kommen Menschen zusammen, die alle ganz viel wollen von sich und ihrer Umgebung. Man kennt sich kaum und ganz schnell hat man ganz viel persönlich miteinander zu verhandeln. Man rauft sich und arbeitet sich aneinander ab und am Ende liegt man sich in den Armen. Weil man sich gegenseitig ausgehalten hat. Das ist eine beglückende, bereichernde Erfahrung.

Muss man die Klatschzeitschriften kennen, um im Stück durch zu blicken?

Man sollte das Münchner Feuilleton abonnieren, das ist nicht teuer und eine tolle Tür ins kulturelle München hinein.

Machst du während der Endprobenzeit, die ja auch viel Stress mit sich bringt, in deinem Alltag etwas anders? Wenn ja, was?

Zur Zeit geh ich, wann immer es geht, mit den Mitspielern zum Baden. Auch nachts nach den Durchläufen. Raus aus dem verschwitzen Kostüm, rein ins kühle Nass – das ist Blitz-Regeneration.

Weshalb lohnt es sich zu kommen?

Ich weiß nicht, ob es sich lohnt. Ich kenn das Ergebnis hier noch nicht. Theater ist nicht zum Gelingen da. Es ist immer eine Untersuchung mit ungewissem Ausgang. Wenn man das als Zuschauer akzeptiert, dann lohnt es sich zu kommen.

Was war dein persönliches Highlight bei der Premiere?

Es war jemand im Zuschauerraum, den ich nicht erwartet hatte. Ich habe mich darüber sehr gefreut und es zum Glück erst beim Applaus gesehen, sonst hätte ich mich während der Vorstellung bestimmt ein wenig eingekrampft.

Wo kann man dich sonst noch sehen, außer momentan bei KING CHARLES III?

Ich drehe im Juli eine Episode Soko Stuttgart. Das wird dann im Herbst ausgestrahlt.

Arbeitest du lieber am Theater oder in Film und Fernsehen?

Das ist mir wurscht. Entscheidend sind das Stück, die Rolle, die Kollegen.

Hast du noch etwas zu sagen?

Danke Dir, Suvi, dass Du diese Produktion begleitet hast. Einen jungen Menschen wie Dich mit diesem Interesse für diese Kunst zu erleben, war für mich motivierend.

Danke Tillbert, dass du dir die Zeit genommen hast, diese Fragen zu beantworten!

KING CHARLES III
A Future History Play

Premiere 07.06.2018
von Mike Bartlett
Deutsch von Rainer Iwersen

Regie: Philipp Moschitz
Bühne: Thomas Flach
Kostüme: Cornelia Petz
Licht: Tobias Zohner
Bühnenbau: Alexander Ketterer

Mit: Ursula Berlinghof, Butz Buse, Adi Hrustemović, Edith Konrath, Diana Marie Müller, James Newton, Nathalie Schott, Tillbert Strahl, Michael Vogtmann

Weitere Informationen und Termine auf der Homepage. Reservierungen über 089/32 19 55 33.

Bild: Jean-Marc-Turmes

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