Leben, Stadt

Brandstiftung bei Kunstprojekt in der Innenstadt?

Sina Beckstein

Sina kann sich für Politik begeistern und darüber streiten, weswegen sie auch noch glückliche Politikwissenschaft Studentin ist. München ist Heimat und immer für schöne Erinnerungen gut.
Sina Beckstein

Die Shabbyshabby-Apartments sollten die Münchnerinnen und Münchner eigentlich an die Wohnungsnot in ihrer Stadt erinnern. Heute morgen machte das neue Projekt der Kammerspiele aber aus einem ganz anderen Grund auf sich aufmerksam: eines der Appartements stand in Flammen und brannte vollständig ab. Die Behörden ermitteln wegen Brandstiftung.

Heute Morgen gegen 6:00 Uhr brannte das Badewannengebilde „Yellow Submarine“ einer Glasgower Künstlergruppe ab, die bei dem neuen Projekt des Kammerspiele-Intendanten  Mathias Lilienthal „Shabbyshabby Apartments“ mitwirkten.

Das provisorische Apartment stand auf der Schwindinsel, nahe der Maximiliansbrücke. Obwohl bereits seit drei Tagen in den Shabbyshabbies übernachtet werden kann, kam glücklicherweise niemand zu schaden. Die Einbußen betragen laut Informationen der Süddeutschen Zeitung rund 200€.

Polizei

Trotz des geringen materiellen Schadens ist dieser Brand in ideologischer Hinsicht äußerst bedenklich: die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und auch die Kammerspiele schließen eine solche Tat nicht aus. Die Shabbyshabby Apartments sollen nicht nur ein Symbol gegen die horenten Münchner Mietpreise sein, sondern auch allgemeinere Fragen aufwerfen: Wem gehört die Stadt? Was machen wir aus dem öffentlichen Raum? Wie wollen wir leben?
Die Brandstiftung könnte ein Statement gegen die intendierten Antworten auf diese Fragen sein.

Über die Shabbyshabby Apartments

Vom 12. September bis zum 13. Oktober können die Müncherinnen und Münchner in einem der (nun) 23 Provisorien zum Preis von 35€ (inklusive Frühstück) übernachten. Hält sich der Luxus in den Apartment selbst in Grenzen und spielt auf momentan trendigen „Shabby Chic“-Stil an, liegt die Pracht vor der Haustür. Die Apartments befinden sich vorwiegend in der teuren Münchner Innenstadt.

 

Momentan sind die Täter des Brandes noch nicht gefasst. Jede Information kann somit für die Münchner Polizei von Nutzen sein.

Zeugenaufruf: Wer hat am Dienstagmorgen im Bereich der Schwindinsel / Maximiliansbrücke Beobachtungen bei dem Kunstobjekt gemacht, die mit dem Brand in Verbindung stehen könnten. Hinweise bitte an das Kommissariat 13 des Polizeipräsidiums München unter der Rufnummer 089/2910-0.

Fotocredit: Polizei

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