Kinogucken, Leben

Cinepol Filmfestival: So schön, so schaurig

Jana Lapper

Das polnische Kino ist aufregend, frisch – und vor allem hierzulande weitgehend unbekannt. Zu Unrecht, das beweist auch dieses Jahr wieder das kleine aber feine Cinepol Filmfestival in München.

Habt ihr in letzter Zeit einen guten polnischen Film gesehen? Nein? Es ist schade, dass sich hierzulande nur wenige für das polnische Kino zu interessieren scheinen. Wir verpassen nämlich einiges. Nicht umsonst ging der Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film dieses Jahr nach Polen – für „Ida“ von Paweł Pawlikowski. Trotzdem wurde der Film in Deutschland kaum in den Kinos gesehen. Das mangelnde Interesse am östlichen Nachbarn hat auch der Verein „Ahoi Nachbarn“ aus München erkannt. Auch deshalb setzen sie sich für Kulturaustausch zwischen Deutschland und dem östlichen Europa ein. In diesem Licht steht das von ihnen veranstaltete Filmfestival Cinepol, das dieses Jahr bereits zum fünften Mal über die Bühne geht. Es ist an der Zeit, in den polnischen Film einzutauchen, der doch so ungewöhnlich, provokant und nachdenklich sein kann.

MUCBOOK hat ein paar besondere Highlights aus dem Programm herausgepickt.

„The Queen of Silence“ von  Agnieszka Zwiefka

Der bewegende Dokumentarfilm zeigt die Welt von Denisa – ein taubes Mädchen, das in einer Roma-Community in Polen aufwächst. Dem Leben in Armut entflieht sie, indem sie sich in die Glitzerwelt der Bollywood-Filme träumt.
„Body“ von Małgorzata Szumowska

Das Drama handelt auf eine tragisch-philosophische Weise vom Untersuchungsrichter Janusz und seiner magersüchtigen Tochter Olga, der er ziemlich hilflos gegenüber steht. Hinzukommt eine Psychologin, die Geister aus dem Jenseits beschwört. 2015 gewann die Regisseurin dafür den Silbernen Bären.

 

„A Grain of Truth“ von Borys Lankosz

Ein Kriminalkomissar lässt Warschau, seine Familie und seine Karriere hinter sich, um in einer Kleistadt noch einmal neu anzufangen. Doch ein angeblich jüdischer Ritualmord löst in der streng-katholischen Stadt eine Welle des Antisemitismus aus. Ein Thriller über die schwierigen, polnisch-jüdischen Beziehungen.


 

 

Infos in aller Kürze:
Was? Cinepol – Polnisches Filmfestival
Wann? 25. bis 29. November
Wo? Monopol Kino, Schleißheimer Straße 127
Kosten? 8,50 € / 7,50 € ermäßigt

Fotocredit: Flickr/mik Krakow

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