Britwoch Atomic Cafe
Aktuell, Stadt, Warum tust du das?

Der Britwoch ist tot, lang lebe der Britwoch?

Jan Krattiger

Jan Krattiger

Irgendwas mit Medien, Videokameras und Gitarren. Gitarren sind immer gut.
Jan Krattiger

Kaum eine Woche vergeht, in der man nicht mit diesem spezifisch münchnerischen Phänomen konfrontiert wird, das seit bald vier Jahren die jüngere Generation, der in dieser Stadt lebenden Menschen, in unregelmäßigem Abstand ereilt – vor allem dann, wenn man mal wieder hoffnungsvoll weggeht am Wochenende und enttäuscht nach Hause kommt: Dann grassiert der Atomic-Schmerz.

Also dieses – natürlich im Rückblick nostalgisch verklärende – Verlangen nach einem Abend in diesem Club, der für ein paar Jahre das Zentrum der Welt gewesen zu sein scheint. Zum Beispiel beim Britwoch.

Und jetzt das „Britwoch Revival“?

Groß ist da natürlich die Überraschung, wenn plötzlich eine Veranstaltung aufploppt, die sich „Britwoch Revival“ nennt und an zwei Abenden im November und Dezember in der Staatsbar stattfinden wird. Also das versprochene Revival eines dieser legendären Atomic-Abende, von denen sich die Menschen wohl auch noch in ein paar Jahrzehnten erzählen und dabei ein kleines Tränchen wegdrücken werden.

Ein kurzes Anklopfen bei denen, die damals dabei waren – an den DJ-Pulten zum Beispiel, ergibt vor allem: Schulterzucken. Sie haben damit nichts zu tun. Und sind zwar einerseits hinter vorgehaltener Hand irritiert, dass da jemand mit dem Namen offensichtlich versucht, Kasse zu machen. Mit etwas, worin jahrelang sehr viele Leute sehr viel Herzblut investiert haben. Kommt noch dazu, dass auch die angekündigten DJs keine Britwoch-Veteranen sind, wie man es ja denken könnte.

„Was soll’s“

Andererseits kommt dann auch ein gepflegtes „Was soll’s.“ als Antwort: man kann die alten Zeiten auch alte Zeiten sein lassen. Weiterschauen und hoffen, dass vielleicht anderswo eine (neue) Szene entsteht, die den Leuten eine nächtliche Heimat bietet, von der man dann wiederum in ein paar Jahren nostalgisch-verklärt seinen Enkelkindern erzählen kann.

Was man aber auf keinen Fall erwarten sollte an diesen „Revival“-Abenden ist etwas, das auch nur annähernd mit dem Britwoch oder den Nächten im Atomic Café zu tun hat (allein schon die Partys „Indie Pop Up Friday“ zu nennen, könnte man mit Fug und Recht als Frechheit bezeichnen).

Die Veranstalter der Party haben auf eine Anfrage nicht reagiert.


Beitragsbild: © Mucbook / Flyer: © Henning Furbach

No Comments

Post A Comment

Das Heft über „Wohnen trotz München“

Simple Share Buttons
Simple Share Buttons