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Der Medicus im Deutschen Theater – Eine Zeitreise in den Orient

864 Seiten Roman gepackt in zweieinhalb Stunden Musical. Gar nicht so einfach – besonders, wenn die Geschichte in so vielen verschiedenen Orten der Welt spielt. Dennis Martin, der Macher von „Der Medicus – das Musical„, nahm sich der Herausforderung an und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise vom mittelalterlichen England durch die Wüste ins persische Isfahan.

Manchmal etwas kitschig, aber nie langweilig oder unverständlich: Nach 200 ausverkauften Vorstellungen in Fulda wird „Der Medicus“ jetzt auch für einen Monat in München aufgeführt.

Nah am Roman und genauso mitreißend

Die Handlung des Musicals bleibt sehr nah an der Buchvorlage von Noah Gordon. Natürlich wurde der Inhalt aufs Wesentliche begrenzt, aber die Story ist trotzdem sehr klar und verständlich.

Rob Cole, ein englisches Waisenkind, wird von einem fahrenden Bader in die Lehre genommen und reist mit dem mittelalterlichen Heilpraktiker durch England. Seine Wissbegierde im Bereich der Heilkunde kann aber dort nicht gestillt werden und so beschließt er, ins ferne Persien zu reisen, um dort Medizin zu studieren.

Auf der Reise dorthin verliebt er sich in die Schottin Mary, die er aber erst in Isfahan als Sklavin wieder sieht.

Neben der Liebesgeschichte stehen auch Themen im Vordergrund, die bis heute relevant sind: Das Miteinander von Religionen und Kulturen, wie Macht Freundschaften zerstören kann, die Suche nach einem Sinn und einer Heimat… Witzige Szenen findet man bei so vielen schweren Themen nur selten. Trotzdem schafft es das Musical durch die Gesangs- und die Tanzszenen die Balance zwischen einer Ernsthaftigkeit und einer Leichtigkeit zu halten.

Viel Liebe zum Detail

Das Stück glänzt durch sehr abwechslungsreiche Bühnenbilder und Kostüme mit Liebe zum Detail und wirkt trotzdem nie überladen. Die Umbauten und Wechsel passieren so schnell, dass sie kaum auffallen. Musikalisch überzeugt „Der Medicus“ durch die Kölner Symphoniker, die in voller Besetzung das Deutsche Theater mit ihrem gewaltigen Sound ausfüllen. Die Lieder sind recht simpel, transportieren aber die Stimmungen und passen sich gut in die jeweilige Szene ein.

Für alle Musicalfans, die Stücke mit einer richtigen Story mögen, ist „Der Medicus“ also das Richtige. Egal ob man die Buchvorlage kennt oder nicht, man wird als Zuschauer schnell auf die Reise Rob Coles mitgenommen.


In aller Kürze: 

Was? Der Medicus  – Das Musical 

Wann? 8.11. – 25.11.18

Wo? Deutsches Theater, Schwanthalerstraße 13

Wieviel? Ab 36€


Fotos: © Spotlight Musicals

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