Gute Sache, Kultur

„Die Politiker kümmern sich um Politik, wir kümmern uns um die Kunst.“

Isabelle Karlsson
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Heute startet auf der Praterinsel die fünftätige Ausstellung ART WORKS mit junger Israelischer Kunst. Es ist das erste Mal weltweit, dass so viele israelische Künstler und Künstlerinnen in einer Verkaufsschau ausstellen. Zu diesem Anlass haben wir uns ein bisschen mit der Initiatorin und Kuratorin, Lee-More Kohen, unterhalten. Wir finden sie großartig!
Das Interview führte Isabelle Karlsson.

Kannst du kurz das Konzept von ART WORKS umreißen, die Idee dahinter?

In Kürze ist das etwas schwierig, aber ich gebe mein Bestes. Ich hab die letzten 20 Jahre eine sehr große Ausstellung in Israel kuratiert, dadurch hab ich eine Menge israelische Künstler kennengelernt. Und ich habe das starke Gefühl, dass diese wahnsinnig talentiert sind, und das, wo Israel so ein kleines Land ist. Und die Kunst ist jung, wir haben sie ja eigentlich erst seit 100 Jahren. Das musste man Europa mal zeigen! Meiner Meinung nach weiß München die Kunst zu schätzen. Und nach einigen Reisen, schien mir hier der richtige Ort zu sein. Und dass die Ausstellung so groß ist liegt daran, dass es einfach so viele Bilder, Skulpturen und noch alles mögliche Weitere gibt!

Hast du persönlich einen Lieblingskünstler, oder ein Lieblingskunstwerk, das hier ausgestellt wird?

Schwierig! Einen Liebling – ja und nein. Irgendwie schon, aber andererseits gibt es hier so viel verschiedene Kunst, und ich mag alles. Ich habe ja alle Künstler selbst ausgewählt, als wir angefangen haben, sie nacheinander besucht und ihre Kunst ausgesucht. Daher sind alle hier meine Favoriten!

Das war dann auch die Auswahlmethode: du hast dir die Kunst selbst angeschaut und dann entschieden, was dabei sein soll?

Ja genau, wir sind 4 Monate mit dem Auto rumgefahren und haben, wie gesagt, jeden einzelnen Künstler in seinem Atelier besucht und die Arbeiten ausgewählt.

Denkst du, dass die aktuelle politische Situation einen großen Einfluss auf die Arbeiten und die Kunst hier hat?

Die Politik ist allgegenwärtig, und wir sind immer in den Nachrichten, jetzt etwas mehr als sonst. Aber ich habe entschieden, und daran glaube ich auch, dass dies eine andere Seite Israels ist, da wir es hier mit Kunst und Künstlern zu tun haben. Darauf sollten wir uns besinnen! Ich habe mit einigen Künstlern gesprochen, und wir sind uns einig, dass wir die politische Seite zurückstellen werden. Darum kümmern sich die Politiker, und wir kümmern uns um die Kunst!

Was hast du für Erwartungen für die Zukunft von ART WORKS, möchtest du das weiterführen?

Absolut! Ich möchte das sehr gerne weiterführen. Wenn das Event Erfolg hat, möchte ich nächstes Jahr wiederkommen!

Welche Rolle spielt Israel auf dem globalen Kunstmarkt?

Wir haben schon ein paar Künstler, die auf dem globalen Kunstmarkt unterwegs sind und die einfach berühmter sind als andere. Wir arbeiten uns hoch, aber wir sind jung und das ist noch alles ziemlich neu für uns. Es wird schon noch etwas dauern, aber ich denke, diese Ausstellung wird ein Schritt nach vorne sein, auf globale Anerkennung hin!

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