Live

Bonaparty: Michael Fenzl von Django 3000 im Interview

Cornelius Zange

Oooh meine Stadt ist zu laut. Alles dreckig und es riecht nach Rauch.

-gedichtet von Kraftklub
Cornelius Zange

Seit Freitag steht die neue Scheibe von Django 3000 in den Läden. Inspiriert wurde sie vor allem von einer Tour durch Russland, die die Band im letzten Jahr spielte. Dabei lernten sie die finnische Band „Jaakko Laitinen & Väära Raha“ kennen, mit der sie den Song „Bonaparty“ aufnahmen, den Namensgeber des Albums.

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Django 3000 haben ihren sehr eigenen Sound wieder ein Stück weiter entwickelt. Ihr drittes Album klingt nach Disko. Dazu musste die Geige fett wie eine E-Gitarre klingen und das Schlagzeug ordentlich hämmern. Ob das gut ist, müsst ihr selbst entscheiden. Sicher ist, dass Django 3000 eine der besten Livebands sind, die derzeit Konzerte spielen. Wenn sie auf der Bühne stehen, reißen sie ihr Publikum ab der ersten Minute mit und feiern mit ihnen eine große (Bona)Party. Hoppaaa!

Nach der Release-Party am Donnerstag, nahm sich Michael Unfried Fenzl, der Bassist der Band, Zeit für ein Kurz-Interview.

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Wie hat das Publikum heute Abend auf die neuen Songs reagiert?
Bei neuen Songs schauen die Leute erst, gehen dann langsam mit und wenn sich der Refrain wiederholt, dann sind sie eigentlich schon ganz gut dabei. Aber jetzt ist die Platte raus und wenn die jetzt mal eine Woche im CD-Player läuft, dann denke ich, wird sich das schnell ändern.

Sollen eure CDs auch ein Anreiz seinm die Texte zu lernen und ins Konzert zu kommen?
Auf den Konzerten, als wir nur die Single „Heidi“ draußen hatten, haben die Leute nur da mitgesungen. Als das erste Album hinterherkam, haben wir beim Konzert gemerkt, dass die Leute wirklich die ganze Platte mitsingen. Das war dann bei der zweiten Platte wieder so und es würde mich wundern, wenn es jetzt anders wäre.

Live hat eure Musik eine unglaubliche Energie. Ist es schwer, diese Energie auf die Platte zu bringen?
Das ist natürlich live einfacher, weil man da halt einfach hingeht und mit den Songs feiert. Ins Studio geht man natürlich rein und sagt „Jetzt machen wir eine Party“, das haut so nicht hin. Man muss da wirklich dran arbeiten, damit die Energie rüberkommt. Wir machen es immer so, dass wir die Rhythmussektion, also Schlagzeug Bass und Gitarre, live einspielen bis wir das Gefühl haben, dass wir die Stimmung haben, die der Song braucht. Dann werden Geigen und Gesang obendrauf gelegt. Ich glaube, das ist das Rezept, das man braucht, um eine lebendige Platte zu machen.

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„Rucki Werch (Hände hoch!)“

Ihr habt mal gesagt, dass eure Touren eine riesige Party sind. Wird das nicht schnell anstrengend?
Bei unserer ersten Tour 2012 haben wir rund um die Uhr gefeiert und es so richtig krachen lassen. Wir haben aber schnell gemerkt, dass das nicht immer geht, wenn man fünfmal in der Woche spielt und jedes Mal feiert. Also hat sich das ein bisschen eingependelt und jetzt gibt’s mal solche und mal solche Tage. Die Konzerte sind sowieso schon Party an sich und manchmal ist man danach platt und geht ins Hotel und manchmal macht man halt weiter.

Auf Tour verbringt ihr viel Zeit miteinander. Geht ihr euch da auch mal auf die Nerven?
Wir kennen uns sehr gut und schon sehr lange und verstehen uns super. Wir sind vier Freunde auf der Bühne. Unter Freunden gibt’s auch immer wieder mal Meinungsverschiedenheiten. Die kann man klären und dann kanns weiter gehen.

Darum funktioniert es auch schon so lange oder?
Ja genau, in einer guten Clique ist das doch genauso. Eine schlechte Clique bricht auseinander, eine gute bleibt zamm. So ist das bei uns.

Was ist das Beste am Konzerte spielen?
Wenn die Leute unten tanzen und mitsingen, dann ist das schon echt ein Kompliment. Es gibt Stellen, an denen wir merken, dass wir aufhören können zu singen und das Publikum singt weiter. Sowas ist einfach richtig super. Wenn man merkt, dass die Leute Spaß haben.

Was erwartet euch noch dieses Jahr?
Wir sind fleißig unterwegs und werden viel spielen. Jetzt ist die Platte raus und ab 4.2 touren wir bis April quer durch Deutschland, spielen ein paar Termine in Österreich und der Schweiz. Danach beginnt die Festivalzeit und danach wird es sicher eine Herbsttour geben.

A Disko mach ma aus ganz Minga

Am 19. März spielen Django 3000 in der Muffathalle. Tickets gibt es hier.

Fotos: Cornelius Zange

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