Kinogucken, Kultur

DOK.fest: Whispers of the City, Halbmondwahrheiten und Bowling for Columbine

Thomas Empl

Schreibt seit 2012 für mucbook über Kino, meistens Filmkritiken, hin und wieder auch mal Theater. Als Münchner in Köln unterwandert er im Moment den Westen und arbeitet dort als Schriftsteller. Ist aber trotzdem ständig in München, der besten Stadt der Welt.
Thomas Empl

Gestern wurde das 29. Münchner DOK.fest feierlich eröffnet. Heute startete der reguläre Festival-Betrieb. Damit ihr nicht im Dschungel von 137 teilnehmenden Filmen die Orientierung verliert, bringen wir euch so oft wie möglich unsere Meinung zu ausgewählten Filmen. Los geht’s.

Whispers of the Cities
Kein Erzähler, keine Dialoge, kaum Musik. Regisseur Kasim Abid hat für Whispers of the Cities jahrelang aus seinem Fenster das vorbeiziehende Leben im nahen Osten gefilmt. In Ramallah, Bagdad und Erbil. Bauerbeiter bauen, der Verkehr ist chaotisch, Autofahrer hupen.
Hin und wieder hört man im Hintergrund Schüsse oder eine Festgesellschaft zieht vorbei. Dann wird der Verkehr noch ein bisschen chaotischer. Manchmal regnet es sogar. Ruhig und ohne erkennbare bewusste Dramaturgie bietet Whispers of the Cities einen einstündigen Fensterblick in gar nicht so fremde Welten. Nicht weniger, nicht mehr.

Das nächste Mal wird der Film am Mo., den 12.05. um 20 Uhr im Gasteig gezeigt, mit anschließender Diskussion mit dem Regisseur.

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Halbmondwahrheiten (Text von Lena von Holt)
Mitten in Berlin-Neukölln protestiert eine Männergruppe und hält Plakate in die Luft– „Männer gegen Gewalt“ steht auf ihren T-Shirts. Halbmondwahrheiten begleitet die türkische „Vätergruppe“, die sich einmal in der Woche trifft, um sich den Problemen ihrer türkischen Gemeinde anzunehmen. Sie haben alle das gleiche Schicksal – halb Deutsch und halb Türkisch gerät ihr Leben in einen Konflikt beider Kulturen.
Im Mittelpunkt des Filmes steht Kazim Erdogan, ein charismatischer und selbstloser Mann, der die Gabe besitzt, mit seinem Naturell jeden Menschen zu erreichen. Ein grandioser Film, der wie aus dem Leben gegriffen wirkt und einem mit Leichtigkeit zu einer völlig neuen Perspektive verhilft.

Weitere Spielzeiten:
Samstag, 10.05., 18:00, Gasteig Vortragssaal
Montag,12.05.,14:00, Atelier 1

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Bowling for Columbine
Neu dabei beim DOK.fest ist in diesem Jahr das Oscar-Spezial, bei dem oscarprämierte Dokumentarfilme auf die Leinwand zurückkehren. Den Anfang machte Michael Moores Suche nach Antworten auf die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass zwei Jugendliche an einer High School 13 Menschen töteten. Moore findet nicht eine einfache Antwort (etwa „Videospiele/Comics/Marylin Manson sind schuld“), er findet viele.

Wahrscheinlich hat man schon alles zu Moores Dokumentation gesagt. Wahrscheinlich hat sie auch schon jeder gesehen. Anders lässt es sich kaum erklären, dass -zur Enttäuschung von Hauptsponsor Sky – kaum Leute zu ihrer Wiederaufführung kamen. Oder schaut man Dokumentarfilme nicht öfter als einmal? Bowling for Columbine hätte es eigentlich verdient.

Weiter geht die Oscar-Reihe schon morgen mit dem legendären „Rumble in the Jungle“ – Ali vs Foreman-Fight: When We Were Kings läuft am Freitag, den 09.05. um 20:30 Uhr im Arri-Kino. Und am Samstag um 20 Uhr: Woodstock aus dem Jahr 1970!

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Trailer für die Filme findet ihr hier:
Whispers of the Cities
Halbmondwahrheiten
When We Were Kings

(Bilder von: DOK.fest München)

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