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Frei sein durch Freiraum – oder warum das Stadtleben mehr Qualität birgt, als man denkt

Sophie Lersch

Als ich letztens beim Eisstockschießen mit vielen, sicher hunderten, anderen Münchnern auf dem Nymphenburger Kanal stand, dachte ich mir: nur durch ein bisschen Frost konnte so viel Fläche gewonnen werden, auf der nun so viele Menschen eine richtig gute Zeit haben. Und das an der frischen Luft, in Bewegung und auch noch kostenlos. In einer Nacht wurde nur durch die vorherrschenden Minusgrade auf einer riesen innerstädtischen Fläche ein Freizeitparadies für Groß und Klein geschaffen – und das mitten in einer der am dichtesten besiedelten Städte Deutschlands.

Wenn man zum Beispiel durch den Englischen Garten spaziert, oder an der Isar joggen geht, wird man sich gar nicht so bewusst, wie sehr die städtischen Freiräume zu unserer Lebensqualität in der Stadt beitragen. Aber selbst in einer Stadt wie München, in der Freiflächen, aber auch Raum so begehrt und teuer sind wie kaum wo anders, gilt es sich auf kreative Weise Freiflächen zu erschließen und nutzbar zu machen. Ein gutes Beispiel dafür ist vielleicht sogar die Eisbachwelle mit ihren Surfern am Haus der Kunst. Sie haben sich einen Freiraum geschaffen und plötzlich steht der Surfer für die Lebensqualität und Freiheit einer Stadt, wo vorher nur eine Fluss unter einer Brücke durchsauste.

Freiraumzeit_Hocker Olympia

Am Beispiel der Surfer sieht man, dass man selber etwas dafür tun kann, sich die Stadt zu erschließen und die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen. München bzw. das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hat das auch erkannt und „Freiraumzeit“ ins Leben gerufen. In dieser Kampagne, die gemeinsam mit Green City durchgeführt wird, geht es darum gemeinsam Freiräume zu entdecken, sie zu erobern und dann zu erhalten. Laut der Stadtbaurätin Elisabeth Merk brauchen wir dafür nämlich eine breitere Lobby als wir sie momentan haben.

Die erste Aktion im Rahmen von „Freiraumzeit“ findet schon am Freitag, den 03.02.2017 um 14.00 Uhr statt, dabei wird Obersendling gemeinsam mit einem Spaziergangswissenschaftler erkundet. Startpunkt ist: Auf dem Ratzingerplatz, Ecke Boschetsrieder Straße/Aidenbachstraße, Obersendling (U3 Aidenbachstraße). Um Anmeldung per Email an freiraumzeit@muenchen.de wird gebeten.

Eine Auflistung aller Aktionen von „Freiraumzeit“ und aktueller Termine findet man HIER. Und wer so lange nicht warten will, der geht eben zum Eisstockschiessen auf den Kanal oder zum Langlaufen an die Isar und spürt den Wert von Freiräumen in der Stadt am eigenen Körper. 🙂


In aller Kürze:

WAS: FreiraumErkunden | Stadtspaziergang „FreiraumKontrast“
WANN: Freitag, den 03.02.2017 um 14.00 Uhr

WO:Auf dem Ratzingerplatz, Ecke Boschetsrieder Straße/Aidenbachstraße, Obersendling (U3 Aidenbachstraße)

 

 

Fotos: (c) Barbara Lersch, Freiraumzeit

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