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„Frisches Bier“: Eine neue Bar im Schlachthofviertel von Max Heisler und Tilman Ludwig

Jana Juds

Jana Juds

Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt. (Mark Twain)
Jana Juds

Der Mann rechts im Bild, Maximilian Heisler, ist mindestens in Giesing, eigentlich aber stadtweit bekannt als Mietaktivist im „Bündnis bezahlbares Wohnen“ und als Wirt in der Geyerwally. Gemeinsam mit dem Braumeister Tilman Ludwig arbeitet er gerade hart an einem neuen Herzensprojekt: Der Bar „Frisches Bier“ im Schlachthofviertel. Fixes Eröffnungsdatum gibt es noch keines – aber es soll bald losgehen.

Zeit also für ein paar Fragen:

Mucbook: Wie kamt ihr auf den Namen für eure Bar?

Maximilian Heisler: Mei, wir haben die Namensfindung lange vor uns hergeschoben. Aus gutem Grund. Erstens, weil wir da auf keinen grünen Zweig gekommen sind, und zweitens, aufgesetzte Wortspiele, Zweideutigkeiten oder einfach nur „Bar“ schon ziemlich durch sind. Jetzt ist unser Arbeitstitel „Frisches Bier“ mehr oder weniger zum Namen geworden. Er beschreibt auch am besten, um was es bei uns geht.

Was wird neu, anders und einzigartig?

Es gibt Kneipen mit 100 Bieren und mehr. So gehen gute Biere nebeneinander unter und erhalten nicht die Bühne, die sie verdient hätten.  Die Klasse wird zur Masse. Gleichzeitig sind Speis und Trank selten aufeinander abgestimmt.
Bei uns wird es eine ständig wechselnde Auswahl an frischen Bieren geben. 14 aufeinander abgestimmte Zapfhähne, das Know-How vom Braumeister Tilman und kleine Schmankerl – passend zum Bier – sorgen für eine bodenständige Auswahl, die man spürt. Von Gaumen bis Atmosphäre.

Wie viel Zeit habt ihr in euer Projekt investiert/werdet ihr investieren?

Über die Vergangenheit sprechen wir besser nicht 😉

Und in der Zukunft werden Tilman und ich schon hin und wieder hinterm Tresen stehen oder die Küche versaun. Last man standing hinterm Hahn macht Tibor vom Red Hot für uns. Er ist echter Bierexperte und wird für sein Votum gerne um die halbe Welt geflogen. Und für die Küche hält Stephen seinen Topf hin. Er hat dafür extra seinen furzbequemen Bürojob Lebewohl gesagt und feilt schon an leckeren Eintöpfen für die eisige Zeit.

Freut euch also auf ein spannendes Team!

Wo findet man euch?

Die Bier-Bar befindet sich in der Thalkirchner Str. 53 im Schlachthofviertel. Vor der Metzgerei Bauch, nach der Südstadt und auf direktem Weg zur MS Utting.

Wer unterstützt euch?

Wir dürfen uns bei gut 300 Unterstützern bedanken, die uns auf startnext gespendet oder ein Dankeschön erworben haben. Doch schon auf dem Weg davor haben uns einige die Stange gehalten. Vor allem dem Schaberl, unserem Bauleiter und Gestaltungsgenie, sind wir sehr dankbar. Tilman und ich haben ja noch andere Baustellen, und er weiß uns zu koordinieren.

Zudem sind vier Brauereien unserem Unterstützungsaufruf gefolgt. Wir hatten Brauereien, die wir eh an unseren Zapfhähnen haben wollten um Support gebeten. Giesinger Bräu, Hoppebräu, Brauerei Gut Forsting und Trumer aus Salzburg waren sofort dabei. Ein starkes Stück!

Alles in allem sind Tilman und ich hier total überwältigt von der bunten Unterstützung. In dem Umfang hatten wir nicht damit gerechnet …

Was macht ihr, wenn ihr nicht an eurer Bar arbeitet?

Ein weites Feld. Was uns beide betrifft, habe ich Tilman ja als Kunde und Wirt der Geyerwally kennengelernt. Dann hab ich ihn gefragt, ob er für die Stiftung Kulturator, die ich zusammen mit Johannes Schricker 2016 gegründet hatte, eine Art Sozial-Bier brauen könnte. Da hat er nicht lange gezögert und schwups wird es Anfang 2018 ein Starkbier geben, dessen Erlös in ehrenamtliche Projekte in München fließt. Eine gute Alternative zu ‚Saufen für den Regenwald‘, räusper.

Was liebt ihr an München besonders?

Augustiner … kleiner Scherz.

Wenn eure Bar eine Person wäre, wie wäre diese Person?

Ein Kind von Sigi Sommer, das einem Techtlmechtl mim ewigen Stenz entspringt und von der Bavaria aufgezogen wird. Logisch.

Eure Infos im Netz?

www.facebook.com/maxundtilman


Fotos: © Frisches Bier FB

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