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Grenzen überschreitende Inspiration

Letzte Artikel von Julia Zetz (Alle anzeigen)

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Bei dem Projekt art.homes arbeiten 20 junge Künstler aus München und Istanbul zusammen. Sie alle wollen Grenzen überschreiten um der Kunst mal ein anderes Gesicht zu geben.

Mit einer Kunstausstellung verbinden die Meisten alte Museen, Ruhe und Stille. Doch es geht auch anders. Art.homes zeigt wie: 20 junge Künstler aus Istanbul und München beziehen für jeweils eine Woche Wohnungen im Münchner Stadtteil Lehel und zeigen in der vermeintlichen Privatheit der Öffentlichkeit ihre Objekte.

Bereits im Jahr 2010 startete art.homes in Istanbul. Auch das Münchner Projekt folgt seinem türkischen Vorbild. Parallel dazu wurde am 09. August in der Galerie der Künstler im Volkskundemuseum die Partner-Ausstellung eröffnet. Die ausgestellten Objekte wurden von den jungen Künstlern bereits früher oder eigens für das Projekt entworfen.

Art.homes möchte mit diesem Projekt zeigen, dass sich kulturelle Unterschiede nicht unbedingt in künstlerischer Arbeit zeigen. Vielmehr sollen durch die multikulturelle Zusammenarbeit neue Wege der Kunst erschlossen werden, so Maresa Bucher, Assistentin des Kurators. Das Resultat dieses künstlerischen Austausches ist eine grenzüberschreitende Inspiration.

Der Wind des Bosporus in München

Die Künstler treten bei art.homes in einen unbekannten Dialog miteinander. Sie kennen sich und ihre künstlerische Umgebung nicht, doch genau das ist für die Meisten die Herausforderung. Die Bildung von künstlerischen Synergien und Energien zeigt sich auch in den Objekten. Es entsteht eine binationale Zusammenarbeit. Die Arbeiten haben nicht nur einen persönlichen Charakter, sondern zeigen auch Elemente von Leben, Kunst und Kultur der Künstler.

Art.homes will Grenzen überschreiten, neue Energien freisetzen und neue Wege gehen. Die Galerieeröffnung war auch für den Kurator Mehmet Dayı wieder mit Herzklopfen verbunden. Zwar hatte er die Idee zu diesem Projekt bereits 2009, jedoch ist der zweite Teil in München wieder eine neue Herausforderung für ihn. Zugleich sieht er das Projekt aber auch mit gemischten Gefühlen: „Schade, dass dem Projekt so wenig Fördermittel zukommen. Ohne das viele persönliche Engagement ist es nicht machbar“.

Scheinwelt Medien

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Elif Süsler, eine junge Künstlerin aus Istanbul, thematisiert mit ihrem Objekt „Play-Head“ die Scheinwelt der Medien. Um der Zerbrechlichkeit des Medienkosmos ein Gesicht zu geben, hat sie einzelne Momente aus Talkshows genau analysiert und einige Szenen heraus geschnitten. Auf den Fernsehgeräten laufen kurze Momente des menschlichen Seins. Einatmen, blinzeln oder ein kurzes Stirnrunzeln offenbaren die Menschlichkeit.

Istanbul aus anderer Perspektive

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Basia Baumann, Münchner Regisseurin und Autorin, zeigt auf ihrer Fotografie aus dem Jahr 2010, Istanbul von einer ganz anderen Seite. Mit einer alten Linhoff Technik Kamera ist dieses Bild entstanden. Die sensuelle Farbgebung dieser Fotografie hat die Künstlerin emotional sehr berührt und sie dazu veranlasst das Objekt bei art.homes auszustellen.

Zusammentreffen der Elemente

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Pelin Güre entwarf diese raumfüllende Installation aus Federn, Ketten, Drahtseil und Hanffasern. Für sie war es eine neue Form des rudimentären Arbeitens. Durch die Verbindung unterschiedlicher Materialien wie Federn und Ketten ergab sich eine dem Kontext entfremdende und wahrnehmungsverändernde Arbeit. „Phases“ ist ein Widerspruch der Elemente.

Irrsinn und Vergänglichkeit

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Irem Tok stellt hier ein, auf den ersten Blick, ungewöhnliches Objekt aus. Es ist eine sehr autobiografische Arbeit, denn es zeigt einen Ultraschall des Brustkorbs der Künstlerin. Durch ihre Krankheit hat sich Irem mit der Vergänglichkeit und des Irrsinns des Menschlichen Daseins auseinander gesetzt.

Weitere Objekte der nationalen und internationalen Künstler werden vom 10. bis zum 21. August, täglich von 11 bis 18 Uhr, in der Galerie der Künstler ausgestellt.

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