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„Herzlich Willkommen beim Kanackischen Rundfunk“ – Das Leben als Halb-Pali mit den Jungs von Kanackische Welle

Benjamin Brown

Und irgendwie lande ich dann doch immer wieder in München…
Big love für Politik, Musik und Reisen

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Benjamin Brown

„Als Malcom eines Tages den Namen ‚Aburakia‘ unter einem BR-Artikel erspäht hatte, slidete er direkt in Marcels DMs! ‚Ein weiterer Kanacke arbeitet hier, dem folge ich direkt‘.“

Die Entstehungsgeschichte hinter dem neuen Podcast „Kanackische Welle“ der beiden Journalisten Marcel Aburakia und Malcolm Ohanwe ist simpel: Zwei „Halb-Palis“ lernen sich kennen und diskutieren über ihre familiären Wurzeln und ihr Leben in Deutschland. Ihren eigenen Podcast haben sie gegründet, um „eine Platform zu schaffen, die klassische Medien nicht bieten können“.

Popkultur, Rassismus, Sport, Musik & Politik

Es soll in der Sendung nicht um Grundsatzdebatten gehen, vielmehr um „den Everyday-Struggle“. Das Halb-Pali-Dasein von Malcolm und Marcel soll dabei nicht im Fokus stehen, sondern lediglich die Perspektive bieten. Erweitert um die Themenbereiche „Popkultur, Rassismus, Sport, Musik & Politik“ ist aus den Gesprächen der beiden Wahl-Münchner ein Podcast entstanden, in dem die sympathischen Münchner mit viel Humor ausgestattet, diskutieren, persönliche Erfahrungen austauschen und Anekdoten erzählen.

Trotz aller Selbstironie und dem lockeren Gesprächsstil des Podcasts scheuen Marcel und Malcolm keineswegs vor politischen Fragen zurück. Dies wird bereits in der ersten Folge klar, die am 4. Oktober erschienen ist, als die Halb-Palis über ihre palästinensischen Wurzeln und ihre Definition von Palästina sprechen und Marcel Aburakia davon erzählt, wie er sich bereits zu Schulzeiten mit „Intifada-Terror-München’72-Arafat-AlQaida-IhrAraber…“-Klischees ausgesetzt sah.

https://www.instagram.com/p/Bo3_Vfxh-Za/?taken-by=kanackischewelle

Folge 2: Fußball

In der zweiten Folge der Kanackischen Welle, die zu Beginn noch Kanackischer Rundfunk hieß, jetzt aber „wie eine mitreißende Welle“ auf die Hörerinnen und Hörer einwirken möchte, diskutieren die Journalisten die Frage, wie ihr Verhältnis als Deutsche mit Migrationshintergrund zur Fußballnationalmannschaft ist.

Dem Podcast gelingt hierbei besonders der Fokus auf individuelle Meinungen, die – im Vergleich zu anderen Formaten sehr erfrischend – keinesfalls den Anspruch erheben, stellvertretend für andere zu sprechen oder tiefgehende gesamtgesellschaftliche Analysen zu tätigen. Die Kanackische Welle sind einfach zwei Typen, die leidenschaftlich, interessant und witzig über Themen reden, die sie beschäftigen.

Das ist cool, das ist real.

Das scheinen auch die HörerInnen so zu sehen: Das Feedback auf die ersten Sendungen war durchgehend positiv. Unsicherheiten bei dem Thema gibt es dennoch: „Viele Almans fragen uns, ob sie kanackisch überhaupt sagen oder schreiben dürfen“, erklärt Malcolm Ohanwe. „Wir sind uns auch nicht sicher, wir haben da noch keine Policy, das ist schwierig. Vielleicht kann man das ja abkürzen – als KW oder Die Welle. Oder man sagt eben den vollen Namen. Diese Debatte ist spannend!“

Den Podcast Kanackische Welle findest du hier.


Beitragsbild: © Lena Völk

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