Kultur, Was machen wir heute?

Klangwolken und Computerkleider

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Langsam fügt sich zu neuen Bildern, was frei von Konventionen entsteht.

Unter dem Motto „Under Construction“ kuratieren die Künstlerinnen Dorothea Seror und Anne Wodtcke vom 13. Juni bis zum 6. Juli in der Galerie der Künstler in der Maximilianstraße 42 ein innovatives Austellungskonzept für vergängliche Kunst. In performativer Art arbeiten Künstler an Rauminstallationen, unter Beteiligung des Publikums.
Die Künstlerinnen und Künstler thematisieren in ihren Werken sowohl den Ort (Galerie der Künstler) als auch die Umgebung (Stadtteil Lehel).

In einem Blog kann man während der Ausstellung die Kunstprojekte verfolgen.

Die Künstler werden auf der Website vorgestellt:

Herma Auguste Wittstock lebt und arbeitet in Berlin. Live-Performances und Video-Installationen charaktierisieren ihre Werke. Wittstock hat unter anderem bei der Biennale in Helsinki, in Madrid, Paris, Singapore, der Biennale di Venezia, México, in Toronto, Amsterdam und New York ausgestellt. In der Arbeit „Image of München series“ betrachtet sie die Atmosphäre, Architektur, Mentalität und Geschichte dieser Stadt und beobachtet die Menschen auf der Straße.

Sarah Dorkenwald und Ruth Spitzer arbeiten als Gestalter-Duo an der Schnittstelle zwischen Design und Kunst. Im künstlerisch-experimentellen Designprozess greifen sie Alltagssituationen auf und entwickeln Szenerien, aus denen sich neue Designkonzepte- und Lösungen ergeben.

In der Ausstellung können Besucher nach individuellen Wünschen und Ideen so genannte „Wallfurniture“ in einer für die Ausstellung entwickelten App auf dem Ipad entwerfen. Es steht ihnen ein Bilder- Pool zur Verfügung, der durch persönliche Bilder erweitert werden kann.

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Regina Frank entwickelt ihre Bildsprache aus Gegensätzen wie Handwerk und Technologie. In einem kommunikativen und meditativen Prozess reflektiert sie politische, kulturelle und spirituelle Themen. Seid ihrer ersten Performance im Schaufenster des New Museum of Contemporary Art in New York 1992, entwickelte sie zahlreiche Solo-Performances, Objekte und Installationen für internationale Festivals, Museen, Messen, Biennalen, öffentliche Räume und politische Organisationen in Asien, Europa und den USA.

„Hermes‘ Mistress“ verknüpft moderne Technologie mit traditionellen Techniken des Handwerks. Ãœber das Modem ihres Laptops bezog die Künstlerin aktuelle Informationen, Dialoge und Artikel aus dem Internet. Eine Auslese davon verarbeitete sie sodann langsam in eine Stickerei aus Buchstabenperlen.

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Dorothea Seror ist Performancekünstlerin und Dozentin an der Akademie in München. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen inszenierten Handlungen und installierenden Performances. Stets stehen der Körper und die Ausreizung seiner Grenzen im Fokus. Sie war mit ihren Performances auf diversen internationalen Festivals unterwegs und gestaltet ausschlaggebend in Genre Performancekunst den Kulturraum Münchens mit.

„Baufix Duchamp“ von Dorothea Seror ist eine interaktive Installation, die sich den Gegebenheiten des Ortes anpasst. Die Besucher werden aus den Betandtteilen der Installation in Zusammenarbeit eine sich ständig verändernde Installation schaffen. Die Installation befindet sich während des gesamten Ausstellungsverlaufes „im Bau“ (under construction). Hier werden die Besucher zu Künstlern.

Michl Schmidt beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Lebensbedingungen und den spezifischen Bedingungen der Kunstproduktion.

Auf einem Campingplatz in Kroatien befand sich ein eingegrenztes Territorium an dem Schilder mit der Aufschrift: No Camp Privat, angebracht waren. Für die Installation „No Camp“ soll die geschilderte Situation auf der ausgewiesenen Grünfläche an der Maximilanstraße im Rahmen des Möglichen nachgebaut werden.

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Anne Wodtcke arbeitet als Bildende Künstlerin im Grenzbereich zwischen Aktion, Performance und Installation, wobei ihr besonderes Interesse der Erforschung von Handlungsformen der Skulptur gilt.

Als multi-mediale Video-Installation ist „where is your stage?“ von Anne Wodtcke in der Galerie der Künstler auf mehreren Monitoren zu sehen. Dafür wird sie im Rahmen einer performativen Intervention im öffentlichen Raum im Lehel Bewohner auf dem Weg von ihrer Wohnung zum Taxi bzw. zur U-Bahn nach ihrer Bühne befragen. Wo sie hingehen, wo sie „performen“ bis spät in die Nacht; es ist somit ein Versuch, den Lebensgewohnheiten der Bewohner des Lehel, eines der beliebtesten Wohnviertel Münchens nachzuspüren.

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Nikolai Vogel arbeitet als Schriftsteller und Bildender Künstler. Für seine Installationen benutzt er oft verblassende und vermeintlich überholte, aussterbende Medientechnologien.

In seiner Ausstellung „Eine unabhängige Stimme“ steht ein Mikrofonständer mit Mikrofon. Das Mikrofonkabel endet nach ca. 80 Metern im letzten Raum der Ausstellung in einem Lautsprecher. Die Mikrofoninstallation durchläuft sämtliche Aussttellungsräume und gibt damit eine minimale Beschreibung ihrer Architektur.
Besucher, die die Ausstellung betreten, wissen nicht, was es mit diesem Mikrofon auf sich hat. Erfahrungsgemäß animieren herumstehende Mikros dazu, etwas hineinzusprechen. Bei den Tests werden die Besucher jedoch nur ihre eigene unverstärkte Stimme wahrnehmen – das Mikrofon scheint ohne Funktion. Sie schicken jedoch ihre Stimme ihrem eigenen Körper voraus durch die komplette Ausstellung. Besucher, die sich im letzten Raum aufhalten, werden Zeuge der am Eingang von anderen Besuchern durchgeführten Mikrofonproben, können dabei aber nicht sehen.

Allard van Hoorn ist ein zeitgenössischer Performance-, Sound- und Installationskünstler. Seine Werke bilden sich am Schnittpunkt zwischen Architektur, Musik, Theater und Design. Abbemuseum in Eindhoven, the Netherlands.

Die „009_Urban_Songline“ arbeitet mit dem akustischen Material von Nikolai Vogel, das Allard während des Tages der Performance aufzeichnen wird. Er kreiert die Urban Songline auf seinem Laptop dort, wo der Lautsprecher der Installation von Vogel steht, an den er zur Konzert-Wiedergabe angeschlossen ist.

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Alexander Steig arbeitet im Bereich der Closed-Circuit Videoinszenierung, deren medienspezifische Signifikanz innerhalb plastischer Elemente die Live-Ãœbertragung im Installationszusammenhang darstellt.

Mit seiner Videoinszenierung „Maximiliansstraße (Lehel)“ thematisiert er das Geschehen und die Architektur der Straße. Eine Kamer filmt die Straße und der analoge Einsatz von Pinsel und Tusche auf dem entsprechenden Fenster, den die Kamera mit dem urbanen Hintergrund „verbindet“ wird live auf einem Monitor wiedergegeben und führt zu einer Verfremdung der Umgebung.

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Am 12. Juni um 18 Uhr wird eröffnet und die Austellung ist dann vier Wochen lang jeweils Mittwoch und Freitag bis Sonntag 11 – 18 und Donnerstag 11 – 20 Uhr für Besucher geöffnet.

Wo: Galerie der Künstler, Maximilianstr. 42
Wann: 13. Juni – 06. Juli 2012

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