Kultur, Was machen wir heute?

Kunst unter dem Deckmantel der Dokumentation

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Unter dem Titel „Staging Documentary“ präsentiert die Lothringer_13_Halle vom 13. Mai bis
26. Juni in der Lothringer_13_Halle, Halle für internationale Gegenwartskunst, eine Gruppenausstellung.
Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit
Wirklichkeitsbeschreibungen im Dokumentarfilm und in der Kunst.

Unter dem Titel „Staging Documentary“ präsentiert die Lothringer_13_Halle vom 13. Mai bis 26. Juni in der Lothringer_13_Halle, Halle für internationale Gegenwartskunst, eine Gruppenausstellung. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit Wirklichkeitsbeschreibungen im Dokumentarfilm und in der Kunst.

Der Veranstalter sagt folgendes über die Ausstellung:

Die Funktion des Dokumentarischen liegt darin, uns einen vermeintlich authentischen und direkten Zugang zu unserer Lebensrealität zu eröffnen. Die ausgestellten Arbeiten aus den Bereichen Video, Film, Zeichnung und Installation täuschen mit Hilfe dokumentarischer Arbeitsweisen die Präsentation von Wirklichkeit vor. Erst auf den zweiten oder dritten Blick offenbart sich dem Betrachter das Spiel zwischen Realität und Fiktion.

Sven Johne präsentiert beispielsweise in seiner Arbeit „Kleistners Archiv“ (2006) anhand von 240 Ostsee- Fotografien und einem erläuternden Wandtext die fiktive Geschichte des Republikflüchtlings Alfred Kleistner. Scheinbar dokumentarisch aufgearbeitet wird das erfundene Einzelschicksal zu einer Erzählung, die allgemeingültigere Fragestellungen eröffnet.

In der Arbeit „Outwardly from Earth`s Center“ (2007) der Künstlerin Rosa Barba dient eine reale, geologische Gegebenheit als Grundlage ihrer filmischen Inszenierung. Schauplatz ist die schwedische Insel Gotska Sandön, die sich jährlich um etwa einen Meter vom Festland entfernt. Mittels der dokumentarischen Methode des Interviews, atmosphärischer Naturaufnahmen und historischer Bilder konstruiert Rosa Barba eine Geschichte um den frei erfundenen Kampf der Inselbewohner gegen das Wegtreiben Gotska Sandöns.

Das Ausstellungsprojekt „Staging Documentary“ möchte mit den vorgestellten Arbeiten auf die vielfältige Problematik der medialen Wiedergabe von Realität verweisen. Anhand der gezeigten Arbeiten wird deutlich, wie es der Kunst gelingt, durch die Imitation dokumentarischerDarstellungsformen, gesellschaftliche Themen aufzugreifen und diese kritisch zu kommentieren.

Unter anderem werden Arbeiten von Ant Farm, Cheryl Dunye, Charlotte Ginsborg, Sven Johne und Adrian Paci gezeigt.

Wann: 13. Mai bis 26. Juni, von Di – So ab 11 Uhr bis 19 Uhr

Wo: Lothringer_13_Halle

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