Münchenschau, Stadt

Lagebericht aus „The Tent“ – Vorbereitungen für einen Umzug

Ein kleiner Lagebericht aus „The Tent“ – hier sind vorletzte Woche 200 Flüchtlinge notdürftig  untergekommen. Wie ein noch schlechterer Ableger der Bayernkaserne sieht es aber nicht aus. Der Einsatz der freiwilligen Helfer ist enorm und die Organisation lässt Viele hoffen. 

Foto: Manuel Kittel

Foto: Manuel Kittel

Eigentlich baut „The Tent“ seine Wohnzelte pünktlich zum Ende der Wiesn ab. Allerdings stellten die Betreiber in Kooperation mit der Stadt München das Gelände in vollem Umfang (Computer, Sanitäranlagen, Bälle etc.) zur Verfügung. Seitdem begleitet ein Team von freiwilligen Helfern des KJR die Flüchtlinge. Sie kümmern sich um Krankentransporte zum Krankenhaus Dritter Orden und arbeiten auch eng mit den Ärzten zusammen. Es wurde eine dreistündige Sprechstunde für die Menschen eingerichtet. Das Team kümmert sich auch um die Kleiderausgabe, sowie Dolmetscher und die Aufnahme als Flüchtling in Bayern. Herzlich Willkommen im Ferienlager.

Foto: Manuel Kittel

Foto: Manuel Kittel

Heute wird umgezogen. Wohin genau, ist noch nicht bekannt. Aber wahrscheinlich wird das neue Quartier in der V.I.P. Lounge des Olympiastadions eingerichtet. Die Vorbereitungen laufen. Am wichtigsten sind an diesem Tag die Koffer, die an die Gäste verteilt werden, damit sie ihre sieben Sachen packen können. Es herrscht großer Andrang an der Ausgabe. Ein kleiner Junge trägt stolz seinen neuen Prinzessin Lilifee Hartschalenkoffer über den Hof. Er ist pink.

Ziel des Teams vom KJR war es, an einem solch schönen Ort, den Gästen eine schöne Zeit zu bereiten. Eine Unterbringung in Zelten ist jedoch definitiv keine Dauerlösung, zumal die Nächte in den kommenden Tagen empfindlich kalt werden. Deshalb abermals der Umzug. Wo sich die Überforderung aber dennoch zeigt, ist beim Sortieren und Lagern der vielen Kleiderspenden. Hier sind zur Zeit alle Stellen überfüllt und haben die Spendenannahme eingestellt. So auch im „The Tent“. Auch wir werden unseren Kleidersack nicht los.

Foto: Manuel Kittel

Foto: Manuel Kittel

Bei all den Negativschlagzeilen zum Thema Sicherheitspersonal in Flüchtlingsunterkünften, können die Mitarbeiter des KJR nur positiv vom Einsatz der Security-Firma im „The Tent“ sprechen. Hier gibt es zum Beispiel auch einen syrischen Kurden, der den Gästen bei sprachlichen Schwierigkeiten hilft, mit Kindern Fussball spielt und Menschen zum Krankenhaus begleitet.

Foto: Manuel Kittel

Foto: Manuel Kittel

Im Speisezelt haben Kinder zwei Wände mit Bildern verziert. Die Geschichten hinter den Bildern müssen schrecklich sein. Dennoch bringen auch die Bilder einen neuen Hoffnungsschimmer für die Gäste und vor allem auch für das Team des KJR. Eine rundum gelungene Improvisation.

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