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Laimer Platz – In Loam bin i dahoam

In Loam bin i dahoam, denn ich lebe bereits seit 25 Jahren in diesem vielfach unterschätzten Stadtteil. Fast täglich fahre ich mit den ratternden Rolltreppen am Laimer Platz hinunter zur U5. „Endstation, bitte alle aussteigen“, hallt es aus den Lautsprechern. Dann bleibt die U-Bahn mit geöffneten Türen stehen, bis sie sich wieder auf ihre Route in Richtung Neuperlach Süd macht.

Die gelb-weißen Streifen verleihen der Station einen gewissen Vintage-Flair. Im Gegensatz zu den vielen modernisierten U-Bahnhöfen hat man hier noch das Gefühl, sich im München der 80er-Jahre zu befinden. Kein Wunder, schließlich gibt es den U-Bahnhof bereits seit 1988.

Während unter der Erde also vieles beim Alten geblieben ist, sieht es an der Oberfläche ganz anders aus. Fährt man an der Fürstenrieder Straße mit der Rolltreppe nach oben, wird man zunächst von Baustellenabsperrungen, verengten Fußwegen und einem recht eindrücklichen Verkehrschaos empfangen. Gelbe Straßenmarkierungen sollen den Verkehrsteilnehmer:innen dabei Orientierung bieten. Man könnte meinen, die Bauzäune würden sich jede Nacht neu anordnen und am nächsten Morgen ein neues Labyrinth bilden.

Baustellen Staustellen

Doch das alles hat einen Grund.
Seit 2024 herrscht rund um die U-Bahn-Station bereits Baustellen-Wahnsinn. Die Laimer:innen sind inzwischen zu echten Baustellenprofis geworden und ich kann mir die Straße mittlerweile kaum noch ohne Absperrungen, Bagger und Umleitungen vorstellen.
Zwischen all dem Chaos wird aber langsam sichtbar, wofür sich die jahrelangen Einschränkungen lohnen sollen. Seit Februar 2026 fährt an der Oberfläche durch die Fürstenrieder Straße die Trambahnlinie 14 und erfreut sich großer Beliebtheit. Denn nun kommt man derzeit nach Pasing, ohne erst zum weiter entfernten S-Bahnhof gurken zu müssen. In ein paar Jahren soll die Tram dann den Münchner Westen von Obersendling bis nach Neuhausen verbinden.

Läden mit Persönlichkeit

Das hat seinen Preis. Die Spuren, die diese Baustelle hinterlassen, sind deutlich sichtbar. Nicht nur für Verkehrsteilnehmer:innen und Anwohner:innen ist die Situation eine Belastungsprobe, sondern auch für die Geschäfte.
Gerade diese Läden sind es jedoch, die dem Laimer Platz trotz Baustellen und Verkehrschaos seine Persönlichkeit geben. Viele davon kenne ich noch aus meiner Kindheit, andere sind erst in den vergangenen Jahren hinzugekommen. Was man hier vergeblich sucht, sind instagrammable Cafés oder Boutiquen. Stattdessen hört man hier schon mal morgens um Neun das eine oder andere Bier plöppen auf der Terrasse des einen oder anderen Billigbäckers. Doch genau das macht die Besonderheit dieses Viertels aus: Von der verlorenen Seele bis zur Vorzeigefamilien findet man hier alles. Genauso bunt durchmischt sind die Geschäfte.

Wer den Laimer Platz ein bisschen besser kennenlernen möchte, könnte zum Beispiel mit einer Kugel Eis anfangen. In der Eisdiele Gelatiamo gibt es original italienisches Eis. Nur wenige Schritte weiter wartet mit dem Bücher Hacker einer dieser Läden, die man in seinem Viertel nicht missen möchte. Dort wurde ich immer von unglaublich netten Verkäufer:innen beraten, wenn ich nicht wusste, welches Buch ich als Nächstes lesen sollte. Von der passenden Lektüre bis zum großen Wocheneinkauf ist es am Laimer Platz dann nicht weit. Der riesige REWE direkt an der Fürstenrieder Straße ist und bietet auf zwei Etagen alles, was das hungrige Herz begehrt. Gleich daneben befindet sich ein gut sortierter dm, bei dem ich eigentlich immer nur eine Sache brauche und an der Kasse trotzdem mit einer Rechnung über 50 Euro dastehe.

Sporty und Späti

Auch sportlich hat sich am Laimer Platz etwas getan. Direkt auf der anderen Straßenseite befindet sich seit Mai 2025 das Prime Time Fitnessstudio. Endlich gibt es in unmittelbarer Nähe ein Gym, in dem man nicht schon beim Betreten in einer Schweißwolke erstickt oder ständig Angst haben muss, den grimmigen Pumpern im Weg zu stehen. Vor allem die freundlichen Mitarbeiter:innen sind ein großer Pluspunkt.

Ebenfalls neu hinzugekommen sind die berühmten Spätis, die momentan überall in der Stadt aus dem Boden sprießen. Ich glaube, allein rund um den Laimer Platz gibt es inzwischen drei oder vier davon. Auf dem Heimweg nach einer Partynacht oder an einem ausgestorbenen Feiertag sind sie jedes Mal meine Rettung.

In den vergangenen Jahren hat sich hier einiges getan, und noch immer befindet sich der Platz rund um die U-Bahn-Station mitten in diesem Wandel. Fortschritt ist ohne Veränderung nicht möglich, und Veränderungen sind manchmal unbequem. Trotzdem liebe ich es hier und bin gespannt, was noch kommt. 

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