Kolumnen

Leben im Außerhalb.

Spätestens seit das SZ Magazin den Aussteiger Andreas Läufer von der Vision bis zu seinem Tod begleitete, lesen wir wieder gerne diese Geschichten über die „Ausbrecher“ . Ob Ökos oder Pilger, Hippies oder Einsiedler, nur wenige sind nicht fasziniert von diesen „anderen“, ihr Mut wird beneidet. „Raus aus dem System, raus aus den Regeln, das einzige, was zählt, ist die eigene Vision“, funktioniert in der Welt nicht immer so einfach, wie es sich anhört.

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Warum sehnen wir uns überhaupt danach auszubrechen? Wir haben alles, was wir brauchen, im Überfluss. Aber eigentlich haben wir das, was wir haben, nur, weil wir unter gewissen Bedingungen eine geforderte Leistung erbringen. Macht das glücklich?

Glück bedeutet Freiheit. Wie viel wiegt die Freiheit in der Globalisierung? Auch die Sehnsucht nach Überschaubarkeit der Dinge scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein. Menschen, die ihre eigenen Werte über die der gesellschaftlich Geforderten stellen, heißen „Aussteiger“. Der Begriff klingt nach Aufgeben, nach Versagen. Aber aufgeben tun diese Menschen nicht. Im Gegenteil – sie kämpfen.

Im Münchner Stadtmuseum beschäftigt sich derzeit eine Fotoausstellung mit den Lebensformen dieser Aussteiger. 14 Fotografen begleiteten Menschen, die ihren Weg jenseits der Norm gehen. Portraits von Klosterschwestern des Karmeliterordens hängen gegenüber von Techno-Nomaden, die mit umgebautem Doppeldeckerbus 68erlike von Festival zu Festival ziehen. Menschen, die mit Macbook und Plane in den Zucotti Park übersiedeln oder mit Bibel und Pferdepflug bei den Hutterern jahrhundertealte Traditionen pflegen.
Der Grat zwischen Freiheit und Beschwerlichkeit ist schmal, auch das verdeutlichen die Portraits. Wer aussteigt aus der Gesellschaft, muss auch mit den Schattenseiten ringen.

Ausstellung: Luxus der Einfachheit – Lebensformen jenseits der Norm

Künstler:
Andrea Büttner (D), Roger Eberhard (CH), Lucas Foglia (USA), Tom Hunter (GB), Pau Montes (E), Renate Niebler (D), Daan Paans (NL), Timm Rautert (D), Alec Soth (USA), Joel Sternfeld (USA), Wytske van Keulen (NL), Constanze Vielgosz (D) und Julia Zimmermann (D).

Münchner Stadtmuseum
Sankt-Jakobs-Platz 1
80331 München

http://www.muenchner-stadtmuseum.de/

Preise:
Erwachsene: 7 Euro
Schüler/Studenten: 3,50 Euro

 

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