Foto: Jens Hartmann/Pinakothek der Moderne
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Mehr als 10 (wirklich) beste Tipps für deinen Kunstsommer in München

Heike Dempster

Wer glaubt, Kunst sei vor allem ein Programm für verregnete Tage, wird von Juni bis August in München eines Besseren belehrt. Gerade im Sommer entfaltet die Kunststadt viele ihrer besonderen Qualitäten: Museen öffnen ihre Gärten, Innenhöfe werden zu Bühnen, Performances wandern ins Freie, und zwischen den Institutionen des Kunstareals lässt sich ein ganzer Tag flanierend verbringen.

Vom Lenbachhaus über die Villa Stuck bis zu den Galerien, mit Off-Spaces und Kunst im öffentlichen Raum zeigt sich München in den warmen Monaten von seiner entspanntesten und zugleich lebendigsten Seite. Der Münchner Kunstsommer 2026 verbindet hochkarätige Ausstellungen mit offenen Formaten, Gesprächen, Musik und Begegnungen, und lädt uns alle ein Kunst gemeinsam zu leben.

Die Rückkehr der Villa Stuck

Zu den wichtigsten Ereignissen des Sommers gehört die Wiedereröffnung der Villa Stuck nach ihrer Sanierung. Das Haus knüpft dabei unmittelbar an die jüngste Geschichte seiner Transformation an. Im Mittelpunkt steht die Ausstellung „No Single View“ der Künstlerin Ilit Azoulay.

Während der Renovierungsphase setzte sich Azoulay intensiv mit der Baustelle der Villa sowie dem Interimsquartier in der Goethestraße 54 auseinander. Dort recherchierte sie historische Spuren, dokumentierte Objekte und sammelte Materialien. Mit „No Single View“ kehrt diese Recherche nun in die Villa selbst zurück. Azoulay verbindet historische Fragmente, persönliche Geschichten und institutionelle Erinnerungen zu einem vielschichtigen Geflecht.

Dass die Villa Stuck zugleich wieder als gesellschaftlicher Treffpunkt funktioniert, zeigt das Sommerprogramm im Garten. Unter dem Titel „Charlie Stuck Kantine“ verwandelt sich der Garten an jedem Donnerstagabend im Juni und Juli in eine offene Bühne für DJs, Musik, Drinks und Begegnungen. Ein entspannter Ort zwischen Kunstpublikum, Nachbarschaft und einem Sommerabend.

No Single View: Mary (Still), 2026 © Ilit Azoulay, Coutesy of the artist; LOHAUS SOMINSKY, Munich & BRAVERMAN Gallery, Tel Aviv; Commissioned by Museum Villa Stuck

Bild: No Single View: Mary (Still), 2026 © Ilit Azoulay, Coutesy of the artist; LOHAUS SOMINSKY, Munich & BRAVERMAN Gallery, Tel Aviv; Commissioned by Museum Villa Stuck

Kunstareal: Der schönste Kunst-Spaziergang der Stadt

Wer möglichst viele Münchner Kunstinstitutionen an einem Tag erleben möchte, spaziert am besten durchs Kunstareal. Kaum irgendwo in Europa liegen so viele bedeutende Häuser auf so engem Raum beieinander. Die Alte Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, das Museum Brandhorst und zahlreiche Galerien und off spaces bilden ein kulturelles Zentrum, das sich im Sommer besonders angenehm zu Fuß entdecken lässt.

Dazwischen laden Cafés und Grünflächen zum Verweilen ein. Wer eine Pause braucht, sitzt vor dem Museum Brandhorst in der Sonne oder gönnt sich einen Eisstopp bei Ballabeni. Kunstgenuss und Sommergefühl gehen hier mühelos ineinander über.

Ein Höhepunkt des Programms ist die „Junge Nacht“ im Museum Brandhorst am 26. Juni. Bis Mitternacht verwandelt sich das Museum bei freiem Eintritt in ein Festival aus Kunst, Gesprächen, Musik, Soundperformances, Workshops und Visuals. In Kooperation mit dem Filmfest München, dem Blitz Club, CINÉ VÉLO CITÉ, und weiteren Partnern entsteht ein Format, das Museumsbesuch und Nachtkultur miteinander verbindet. Parallel dazu bleibt die Ausstellung „Carrying“ einer der zentralen Anziehungspunkte des Hauses. Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt aktiviert verschiedene Räume inner- und außerhalb des Museums Brandhorst mit Arbeiten bei Künstlerinnen Hêlîn Alas, Cana Bilir-Meier, Louise Lawler, Kate Newby, Tiffany Sia, Jaune Quick-to-See Smith und Leyla Yenirce, die in einen Dialog mit dem Museum treten und das Thema Macht hinterfragen.

Museum Brandhorst, © München Tourismus, Werner Boehm

Museum Brandhorst / Foto: München Tourismus, Werner Boehm

Haus der Kunst: Von Videokunst bis Zukunftsvisionen

Im Haus der Kunst spannt sich der Sommer über mehrere Generationen künstlerischer Positionen hinweg. Mit „Steina: Playback“ widmet das Museum einer Pionierin der Video- und Medienkunst die erste Retrospektive in Deutschland. Die 1940 in Reykjavík geborene Künstlerin begann ihre Laufbahn als klassische Violinistin und entwickelte seit den späten 1960er Jahren eine einzigartige Verbindung von Klang und Bild.

Steinas Arbeiten machen sichtbar, wie stark Wahrnehmung von Rhythmus, Resonanz und Bewegung geprägt wird. Videos werden bei ihr zu lebendigen Systemen, in denen Klang Bilder erzeugt und Bilder wiederum musikalische Qualitäten entwickeln. Die Ausstellung verdeutlicht eindrucksvoll, wie aktuell diese frühen Experimente heute noch wirken.

Ab dem 17. Juli präsentiert das Museum dann mit „Verwobene Welten“ eine große Ausstellung von Tomás Saraceno. Der argentinische Künstler verbindet Kunst, Architektur, Wissenschaft und Umweltforschung zu visionären Projekten über mögliche Zukünfte. Im Zentrum stehen seine langfristigen Initiativen Aerocene und Arachnophilia sowie eine neue Arbeit, die gemeinsam mit indigenen Gemeinschaften aus Nordargentinien entstanden ist. Ausgangspunkt ist deren Widerstand gegen den Lithiumabbau und die Gefährdung lokaler Wassersysteme.

Saraceno verwandelt das Haus der Kunst in einen Raum planetarischer Resonanz. Luftskulpturen, Lebensräume für unterschiedliche Spezies und begehbare Installationen laden dazu ein, die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt neu zu denken. Die Ausstellung gehört schon jetzt zu den spannendsten internationalen Projekten des Jahres.

Tomás Saraceno. Verwobene Welten

Tomás Saraceno. Verwobene Welten ab 17. Juli 2026 im Haus der Kunst

Lenbachhaus: Kunst wächst nach draußen

Kaum ein Münchner Museum öffnet sich im Sommer so konsequent nach außen wie das Lenbachhaus. Mit „Buntes Garten Ciao“ erweitert das Haus sein Programm in den Garten, auf den Vorplatz und in den öffentlichen Raum. Performances, Workshops, Spaziergänge, Tanzveranstaltungen, Theater, Karaoke oder Kaffeeklatsch entstehen aus dem Wunsch nach einem vielfältigen, solidarischen und barrierefreien Ort.

Die Veranstaltungen verbinden gesellschaftliche Fragen mit spielerischen Formaten. Klimaaktivismus trifft auf Pflanzenkaraoke, cyberfeministische Erzählungen begegnen Gartenperformances, und Kunst wird zum Anlass für Begegnungen.

Gleichzeitig beginnt die langfristige Umgestaltung des Vorplatzes. Neue Sitzmöglichkeiten, Wasserbänke, Begrünung und ein öffentlicher Bücherschrank sollen den Ort nachhaltig verändern.

Im Museum selbst lohnt weiterhin die Ausstellung „Shifting the Silence“, die mit Positionen von Cana Bilir-Meier, Curtis Santiago, Gülbin Ünlü und weiteren Künstler:innen die politischen und sozialen Dimensionen von Sichtbarkeit und Erinnerung untersucht.

Wer erstmals das Lenbachhaus besucht, sollte außerdem Zeit für die Sammlung Blaue Reiter einplanen. Die Werke von Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter und ihren Weggefährt gehören weiterhin zu den bedeutendsten Kunstschätzen der Stadt.

Lenbachhaus / Foto: Alexander Scharf

Lenbachhaus / Foto: Alexander Scharf

Kunst im öffentlichen Raum: Das Freibad als Bühne

Mit Public Art München, dem Kunst-im-öffentlichen-Raum-Programm der Landeshauptstadt, wird die Stadt mit vielen spannenden Projekten bereichert und aktiviert. Lokale und internationale Künstler:innen widmen sich der Frage, wie wir mit unserer Umgebung kommunizieren, wie wir mit ihr in Wechselwirkung treten, wie wir selbst darin wirksam werden. Um den öffentlichen Raum in Ruhe wiederzuentdecken, als einen Ort, an dem vieles möglich ist.

Ihre Themen werden von den Künstler:innen selbst gesetzt und sind so facettenreich wie die Stadtlandschaft selbst. Zu den herausragenden Projekten dieses Sommers gehört „Pool People“, das im August 2026 das Michaelibad – von den Münchner:innen liebevoll „Michi“ genannt – in einen temporären Kunstort verwandelt.

Das Projekt untersucht Freibäder als soziale Räume, in denen sich Fragen von Gemeinschaft, Vielfalt und öffentlichem Zusammenleben beinahe täglich neu verhandeln. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1955 ist das Michaelibad nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. Wer schwimmt hier seine Bahnen? Wer beansprucht die Liegewiese? Wie wird öffentlicher Raum geteilt, ausgehandelt und erlebt? Ausgehend von diesen Fragen entstand ein mehrteiliges künstlerisches Projekt, das historische Recherche mit gegenwärtigen Beobachtungen verbindet.

Den Auftakt bildet eine Performance unter der Leitung von Christiane Huber. Gemeinsam mit Performer:innen, Jugendlichen und Mitgliedern der Münchner Theaterjugendclubs entsteht ein vielstimmiges Porträt des Freibads als Ort des Sommers 2026 – und zugleich als Erinnerungsraum vergangener Generationen und Projektionsfläche möglicher Zukünfte.

Einen besonders sinnlichen Zugang bietet die eigens entwickelte Unterwasser-Klanginstallation. Christiane Huber und die Komponistin Nadia Botello verwandeln das Becken in einen akustischen Erfahrungsraum, der Interviews mit Badegästen, Alltagsgeräusche und die charakteristischen Klänge des Freibads miteinander verwebt. Wer den Kopf unter Wasser taucht, erlebt das Michaelibad aus einer völlig neuen Perspektive.

Den Abschluss bildet eine Poolparty, bei der eine neue Skulptur des Künstlers Robert Keil vorgestellt wird. Anders als klassische Kunstwerke im öffentlichen Raum soll sie nicht nur betrachtet werden. Die Arbeit bleibt dauerhaft im Freibad und lädt Besucher:innen dazu ein, sie aktiv zu nutzen, zu bespielen und in ihren Alltag zu integrieren.

„Pool People“ gehört zu jenen Projekten, die exemplarisch für den Münchner Kunstsommer stehen: Kunst sucht die Begegnung mit dem Alltag und eröffnet neue Perspektiven auf Orte, die viele längst zu kennen glauben. In diesem Fall geschieht das zwischen Sprungbrett, Liegewiese und Schwimmbecken – mitten im öffentlichen Leben der Stadt.

Public Art im Michaelibad mit Pool People, Foto: Sven Zellner

Public Art im Michaelibad mit Pool People, Foto: Sven Zellner

Neue Perspektiven in Off-Spaces

Anders als häufig angenommen, machen Münchens Galerien im Sommer keineswegs alle Pause. Im Gegenteil: Die vermeintlich ruhigere Jahreszeit der Kunstwelt bietet ideale Bedingungen für Entdeckungen. Die Galerie Lohaus definiert den Sommer mit der Ausstellung „SUMMER: SUR REAL REAL”, die sich mit Sommer als einem Zustand zwischen körperlicher Intensität und medial geprägter Wahrnehmung auseinandersetzt. Hitze, Licht und die Dehnung der Zeit treffen auf algorithmisch erzeugte Bildwelten, künstliche Körper und fragmentierte Identitäten. Gezeigt werden Arbeiten von Harm van den Dorpel, Louisa Clement, Charlie Stein, Melanie Siegel, Matthias Bitzer und Janina Roider, die sich mit Fragen der Wahrnehmungsveränderung, Künstlicher Intelligenz und sozialen Medien beschäftigen. Der Sommer wird dabei zu einem metaphorischen Resonanzraum – überbelichtet, übersteigert und beinahe halluzinatorisch.

„Besucher:innen erwartet eine Ausstellung über die seltsame Gleichzeitigkeit von digitaler und physischer Realität,” sagt Künstlerin Charlie Stein. „Gerade deshalb erscheint mir Surrealismus heute aktueller denn je: Wir leben zwischen Bildschirmen und Körpern, zwischen virtuellen Identitäten und realen Erfahrungen. Vieles wirkt gleichzeitig vertraut und fremd. Die Arbeiten greifen diese Verschiebungen auf und zeigen, wie durchlässig die Grenzen zwischen Realität, Projektion und Imagination geworden sind. Der Surrealismus ist vielleicht die exakteste Form um unsere Gegenwart zu beschreiben“, sagt die Künstlerin.

Weitere Galerie-Highlights des Sommers sind die Ausstellungen „Invisible Cities: Standard Time“ mit Positionen aus München und Berlin, die am 7. Juli 2026 in der Galerie der Künstler:innen eröffnet, Steffen Jopps Ausstellung „CUTIS“ bei nouveaux deuxdeux, in der der Künstler ab 10. Juli 2026 Oberflächen, Körperlichkeit und Wahrnehmung in malerischen und installativen Arbeiten untersucht, sowie die Ausstellungen bei den Galerien Max Goelitz, Sperling, Paulina Casparin und Deborah Schamoni, die alle immer einen Besuch wert sind.

Nicht zu vergessen ist auch die Ausstellung neuer Textilarbeiten Woven Maps, Woven Lands” der Künstlerin Constanza Camila Kramer Garfias in der erst kürzlich eingeweihten Staircase Gallery im Hotel Rosewood Munich.

Last but not least, wir haben natürlich die Jahresausstellung der Akademie der bildenden Kuenste, die vom 18.-26.7. 2026 ansteht, nicht vergessen! Augen auf für den bald erscheinenden Sonderartikel hierzu.

Charlie Stein

Die Galerie Lohaus widmet sich dem Thema Sommer mit der Ausstellung „SUMMER: SUR REAL REAL”, Bild: Charlie Stein

Galeriehopping statt Sommerpause

Auch die freie Szene bleibt im Sommer aktiv. Orte wie Lothringer 13, Kunstarkaden oder c/off bieten Ausstellungen, die gesellschaftliche und politische Fragestellungen aufgreifen und oft experimentelle Formate erproben.

Im Schwabinger space c/off eröffnet am 23.7. 2026 die Gruppenausstellung „iffy” mit neuen Werken von Younsik Kim, Neringa Vasiliauskaite und Maxine Weiss, die sich mit Reflexion über das Verhältnis von Realität und Konstruktion beschäftigen. Die drei jungen künstlerischen Positionen aus München widmen sich Fragen nach Wahrheit, Wahrnehmung und Authentizität in einer von digitalen Bildern und algorithmischen Dynamiken geprägten Gegenwart. Zwischen Fakt und Fiktion, Original und Kopie, physischem und digitalem Körper entstehen Räume der Fragilität, in denen Bedeutung fluide bleibt.

Im Lothringer 13 ist noch bis 31.7.2026 die Ausstellung „ANTIFASCISM: NOW.” zu sehen, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Gerne Zeit mitbringen, um sich mit den Positionen vielschichtig auseinanderzusetzen und auch die Videoarbeiten Aufmerksamkeit zu schenken. Es lohnt sich!

Außerdem wird in der Lothringer 13 die Ausstellung „Democratic Encounters: Harare & Munich” bis 18.7.2026 gezeigt. Kuratiert von Zakirah Rabaney mit Arbeiten von Miriro Mwandiambira, Grace Nyahangare und Gresham Tapiwa Nyaude, markiert die Ausstellung das 30-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen München und Harare, die den kulturellen Austausch fördert und zivilgesellschaftliche, soziale und kulturelle Verbindungen stärkt, die über die Politik der Grenzen hinausreichen.

Bei T21 versammelt „Erzählungen aus instabilen Zuständen“ indessen Arbeiten der Wiener Künstlerin Christiane Peschek mit den in München arbeitenden Künstlern Santiago Archila Salcedo und Jakob Ritzkat. Die Ausstellung beschäftigt sich mit Präsenz, Erinnerung und Identität in einer Zeit permanenter Veränderung. Gerade die unterschiedlichen Positionen der beteiligten Künstler erzeugen dabei einen spannenden Dialog zwischen digitalen Bildwelten, narrativen Konstruktionen und räumlichen Erfahrungen.

Sagt Jakob Ritzkat: „Christiane, Santiago und ich haben sehr unterschiedliche Arbeitsweisen und sind auch alle drei an verschiedenen Stationen unserer Karriere. Ich freue mich sehr darauf und bin gespannt, diese Unterschiedlichkeiten in einer gemeinsamen Erzählung zu erleben und mit Besuchern zu teilen.”

Im No Depression Room wiederum treffen mit Zahra Ghadimian, Jiri Willemen und Luis Strobl künstlerische Praktiken aufeinander, die Fragilität als ästhetische und gesellschaftliche Kategorie untersuchen. Zur Eröffnung am 6. Juli 2026, wird Zahra Ghadimian außerdem eine neue Performance präsentieren.

Neue Keramikarbeit der Serie House Becoming von Zahra Ghadimian_No Depression Room_photo courtesy of the artist

Neue Keramikarbeit der Serie House Becoming von Zahra Ghadimian im No Depression Room

Kunst in Gärten und auf Vorplätzen

Der Münchner Kunstsommer 2026 zeigt, wie selbstverständlich Kunst heute Teil des urbanen Lebens werden kann. Man kann durch Ausstellungen streifen, im Museumsgarten sitzen, eine Performance besuchen, spontan in eine Galerie gehen oder bis Mitternacht bei der Jungen Nacht des Brandhorst bleiben.

Vielleicht liegt genau darin die Stärke Münchens: Die Stadt bietet nicht nur bedeutende Sammlungen und internationale Ausstellungen, sondern schafft immer häufiger Räume für Begegnungen. Kunst findet nicht mehr ausschließlich innerhalb von Museumswänden statt, sondern im Garten, auf Vorplätzen, in Cafés und auf den Wegen zwischen den Institutionen.

Wer diesen Sommer durch München geht, wird feststellen: Kunst ist hier keine Schlechtwetteralternative. Sie gehört zum Sommer selbst.

Foto ganz oben: Simone Gänsheimer / Lenbachhaus

Über die Autorin:

Heike Dempster ist als Kuratorin tätig. Zu ihren bisherigen Projekten zählen Ausstellungen, Installationen, Performances und Gesprächsformate, unter anderem in der Baker—Hall Gallery und bei Locust Projects in Miami, im Soho Beach House Miami Beach, in der All Street Gallery und der Latitude Gallery in New York, in der Galerie nouveaux deuxdeux und The Tiger Room in München sowie bei NKR in Düsseldorf und auf der Untitled Art Fair.

Neben ihrer kuratorischen Tätigkeit ist sie als Beraterin und Creative Producer für AIRIE in Miami tätig sowie in der Ausstellungsorganisation beim BBK München und Oberbayern.

Als Autorin veröffentlicht sie regelmäßig Essays und Beiträge in Ausstellungs- und Museumskatalogen, Büchern sowie in zahlreichen internationalen Kunstmagazinen, darunter Aesthetica, Art Ltd., Art Pulse, Portray Magazine und Whitewall Magazine.