Fashion-Ding, Leben

Mina Hashemi x STROKE: Interview mit der Jungdesignerin

Katerina den Toom

Ich bin ein Münchner Madl mit holländischen und ukrainischen Wurzeln, Modejournalismus-Absolventin und leidenschaftliche Leute-Beobachterin. Status: unterwegs in München und überall dort, wo es gerade spannend ist.
Katerina den Toom

Die Stroke Art Fair war ein voller Erfolg. Dieses Jahr wurden zehn Nachwuchs-Designer gebeten, „Kunst mit Mode“ oder „Mode mit Kunst“ zu erschaffen. Völlig frei von jeglichen Konventionen durften die Designer sich austoben. Mina Hashemi ist eine von ihnen. Sie zeigte ihre Entwürfe auf der Stroke Art Fair. Wir stellen euch die talentierte Jungdesignerin vor.

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1. Mina, du hast vor kurzem entschieden, deine Abschlusskollektion als dein Label „Mina Hashemi“ weiter zu betreiben. Wie kam es zu der Entscheidung?

Meine Bachelorkollektion „nude desire“ hat sehr viel Zuspruch bekommen. Ich gründete eine Facebookpage, um es lediglich meinen Freunden zu zeigen, dann kamen auf einmal Anfragen für Shootings und Bestellungen rein, worauf ich gar nicht vorbereitet war. Da die Stoffe, die ich für meine Bachelorarbeit nutzte aus verschiedenen Städten, Paris, Dubai, Stockholm kamen, hatte ich nur begrenzte Möglichkeiten, die Aufträge entgegenzunehmen, daher meine Entscheidung, im Sommer 2016 alles etwas anders anzugehen und natürlich dem Traum eines eigenen Modelabels, der schon immer in mir schlummerte, nachzugehen.

2. Beschreibe den Stil deiner Mode in drei Worten.

Minimalistisch, verspielt, tragbar.

3. Was inspiriert dich bei deiner Arbeit?

Bei jedem Griff in den Kleiderschrank treffen wir eine Entscheidung für den Tag. Wir werden von Menschen in einer bestimmten Weise wahrgenommen, bewertet und interpretiert, egal ob wir das möchten oder nicht. Selbst jemand, der keinen Wert auf Kleidung legt, drückt diese Haltung mit der Wahl seiner Kleidung aus. Die Wirkung von Mode hat mich schon immer fasziniert, ich mag es, durch die Straßen und Städte zu gehen, vor allem in fremden Ländern. Ich sehe mir die verschiedenen Menschen mit ihren unterschiedlichen Stilen an und lasse mich von ihnen inspirieren. Daher auch der Name des Labels „muse“.

4. Für eine Kooperation mit der Stroke Art Fair hast du eine kleine Kollektion entworfen. Was ist anders an dieser Koop-Kollektion?

Zum Glück hatten wir Designer bei dieser Kooperation mit Adidas und der Stroke Art Fair, ziemlichen freien Lauf in der Gestaltung. Wir sollten den Tubular Schuh in unserem Entwurf irgendwie kenntlich machen. Ich habe versucht, dies umzusetzen und trotzdem die Handschrift von „muse“ beizubehalten. Ich habe eine Leder-Tüll Kombination gewählt: Harte und weiche Materialien und Schnitte, die ich gerne kombiniere, wie beispielsweise eine coole Bomberjacke aus Tüll und Organza.

5. Du arbeitest mit femininen, weichen Stoffen. Woher kommt diese Vorliebe?

Ich mag es, feminine, zarte Stoffe mit minimalistischen, kantigen Schnitten zu vereinen. Ich spiele gerne mit Gegensätzen bei der Stoffauswahl und Schnitttechnik. Wie man so schön sagt, ziehen sich Gegensätze bekanntlich sehr stark an und das in allen Bereichen, wie es mir scheint.

 

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6. Lässt du dich von Trends leiten?

Klar, ein wenig lässt sich jeder von uns von Trends leiten. Auch wenn das immer keiner zugeben möchte, kommt man da kaum drum herum, ein wenig mit der Zeit zu gehen. Mit meinem Leitfaden – be my muse – amaze me – möchte ich versuchen, meine Begeisterung für Individualität und den einzelnen Menschen hinter der Bekleidung wieder etwas mehr in den Vordergrund zu stellen und nähe deshalb auf Maß und nicht nach Konfektionsgrößen. Nach Wunsch der Kundin möchte ich auch gerne Schnitte und Stoffe der jeweiligen Kollektion miteinander kombinieren, die eigentlich so gar nicht vorhergesehen waren. Dadurch entstehen ganz oft tolle Ideen, die ich dann in die Kollektion integriere und möchte dem Kunden somit zeigen, welch große Rolle er spielen kann.

7. Wer trägt deine Mode?

Junge, selbstbewusste Frauen, die Wert auf Qualität und Ästhetik legen, die Handarbeit zu schätzen wissen und sich hin und wieder ein Lieblingsteil leisten und gerne am Entstehungsprozess teilhaben möchten.

8. Wäre dein Projekt mit der Stroke Art Fair eine Person, wie wäre sie?

Sie wäre wahrscheinlich ein bisschen verwirrt, unter den ganzen Besuchern der Stroke, die eigentlich kunstinteressiert sind, aber total euphorisch, auch diese – wenn nicht in erster Linlie fashionlover von Mode und Handarbeit zu überzeugen.

9. Was steht für dein junges Label als Nächstes an?

Die Sommerkollektion für 2016 fertig zu stellen, bald wieder ein tolles Shooting gemeinsam mit meiner zauberhaften Schwester (unpeumarie), die meine Sachen shootet, auf die Beine zu stellen und an meinem Onlineshop zu arbeiten. Toll wäre natürlich ein kleines Atelier, wo die Kundin auch zur Anprobe kommen kann, da das viel besser ins Konzept passt. Aber nun erstmal step by step.

 

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Wir danken Mina Hashemi ganz herzlich für das Interview und wünschen ihr viel Erfolg mit ihrem Label.

 

Fotos: minahashemi.com

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