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Press RESET: Moderne Kunst in neuem Gewand

Katerina den Toom

Ich bin ein Münchner Madl mit holländischen und ukrainischen Wurzeln, Modejournalismus-Absolventin und leidenschaftliche Leute-Beobachterin. Status: unterwegs in München und überall dort, wo es gerade spannend ist.
Katerina den Toom

Wenn gar nichts mehr geht, wird der Reset-Knopf gedrückt. So drastisch ist der Zustand in der Pinakothek der Moderne zwar nicht, doch auch sie drückt in ihrer neuen Ausstellung „RESET. Neue Sammlungspräsentation Klassische Moderne“ die Rückstelltaste.

Mit RESET präsentiert die Sammlung Moderne Kunst Neuerwerbungen, aber auch bekannte sowie selten gezeigte Werke in einem neuen Kontext. Mit anderen Worten: Die Pinakothek der Moderne hat umgeräumt. Und das in der Sammlung Moderne Kunst. Angefangen bei den europäischen Avantgarden der 1910 und 1920er Jahre bis zu Installationen des 21. Jahrhunderts treffen die Besucher auf Werke bekannter Künstler wie Max Beckmann, Edvard Munch, Egon Schiele, Paul Klee sowie Cy Twomby, Pipilotti Rist oder Thomas Hirschhorn.

So zeigt der deutsche Konzeptkünstler Wolfgang Laib seine Rauminstallation „Blütenstaub von Kiefern“, 1983-1986, im ersten Stock der Pinakothek der Moderne. Der hellgelbe Blütenstaub, der über Monate von Laib gesammelt wurde, stellt auf dem grauem Boden das Symbol des Wesentlichen dar. Der Blütenstaub als Mittel des Fortbestandes von Leben und der gleichzeitig temporäre Aspekt des Staubes bilden hierbei einen spannenden Kontrast.

Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Im Themenraum „Outskirts“ treffen deutsche und amerikanische Fotografen des 20. Jahrhunderts aufeinander und erzählen mit ihren Fotografien Geschichten von Landschaften, die von Menschen verändert wurden. Der junge deutsche Fotograf Sven Johne begleitete für seine Fotoserie „Following the Circus“ einen Wanderzirkus und fotografierte nach der Abreise des Zirkus, die Standorte und wie sie sich durch die Anwesenheit von Menschen verändert haben.

Thomas Hirschhorns Werk „Doppelgarage“, 2002, mag für den ein oder anderen nicht sofort ins übliche Ausstellungsbild der Exponate in der Pinakothek der Moderne passen. Wer die Installation betritt, landet in einer, wie die Pinakothek der Moderne es nennt, „Mischung aus Werkstatt und Hobbykeller“. Vier Modelleisenbahnen kreisen in einer Landschaft bestehend aus Fotos von Verwüstung und Zerstörung und übergroßen Pilzen aus Klebeband umher. Werkzeug und Schnipsel mit Textpassagen hängen an der grauen Kartonwand der „Doppelgarage“. Die allgegenwärtige Thematik von Krieg und Gewalt in der Gegenwartskunst ist bei Hirschhorn ein zentrales Thema.
So waren die Terroranschläge vom 11. September 2001 Ausgangspunkt für das Werk, das 2002 entstand.

Die neuangeordnete Sammlung ist schon seit April und noch bis Ende Oktober in der Pinakothek der Moderne zu sehen.

 

Fotos: Sibylle Forster (Beitragsfoto), Nicole Wilhelms

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