Kultur, tagebook von Rat & Tat Kulturbüro

Mit biblischer Wucht und rabenschwarzem Humor. RADIKAL.

Rat und Tat

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Rat und Tat

„Wenn alle zugeben, dass es falsch läuft, warum ändert sich dann nichts?“ darum dreht sich RADIKAL. MONUMENT DER VERWESUNG, das neue Theaterstück von Fake to Pretend. Tobias Ginsburg hat dazu den Text geschrieben und inszeniert auch das Stück. Am 2. Oktober ist die Premiere im i-camp.

Proben den Aufstand: die Schauspieler Gisa Flake, Philipp Lind und Matthias Renger von Fake to Pretend

RADIKAL ist eine Auseinandersetzung mit Radikalismus in einem Fernsehstudio das keines ist. Nichts Autobiographisches, betont Ginsburg. Mehr sowas, das aus einer Beobachtung heraus entstanden ist. Dass man sich nämlich in seiner Generation nicht mehr traue, ernsthaft konsequente Antworten zu suchen auf komplexe gesellschaftliche Probleme. Ganz so, als wäre nach dem Ende des Sozialismus und dem Fall der Berliner Mauer in den 1990er Jahren auch das „Ende der Geschichte“ gekommen. Dabei will es Fake to Pretend nicht belassen.

Bei den Recherchen stieß die Gruppe auf die tragikomische Legende des Eremiten Symeon, der sich durch radikalen Verzicht aus der Gesellschaft lösen wollte, dann aber auf eine Säule flüchten musste, um der Vereinnahmung der Massen zu entgehen. Ein Fitzel aus dem Gewand von Symeon galt plötzlich als wertvolles Souvenir und Symeon ging als erster Säulenheiliger in die christliche Geschichte ein. Ein kolossaler Fall von gescheitertem Radikalismus, und ein Beispiel für die Ironie der Geschichte.

RADIKAL macht Symeon zum Dreh-und Angelpunkt eines anarchischen Theaterabends, der die Sehnsucht nach Antworten thematisiert und die Komik, die unter den Mechanismen einer Debattenkultur schlummert, die nur noch darauf angelegt ist, zu unterhalten und den Beobachter zu vergewissern, dass das Gute schon irgendwo in der Mitte zu finden sei. Ein Talkshowkönig namens Markus Lanz und ein Schauspieler namens Matthias Schweighöfer stehen in RADIKAL für die Ikonen der deutschen Unterhaltung – zwischen Revolution und Resignation, erproben sie die Konsensfähigkeit linker Diskurse und verzweifeln an der Folgenlosigkeit des Widerstands.

Karten: 16 Euro, 10 Euro ermäßigt
Kartenvorbestellungen online unter tickets@i-camp.de

Fake to Pretend I Tobias Ginsburg
RADIKAL. MONUMENT DER VERWESUNG.
Mit: Gisa Flake, Philipp Lind, Matthias Renger. Regie und Text: Tobias Ginsburg. Musik und Dramaturgie: Benno Heisel. Bühne, Video und Licht: Jonas von Ostrowski, Dennis Zyche. Kostüm: Pascale Martin
Produktionsleitung und Assistenz: Anna Donderer

Donnerstag, 2. Oktober (Uraufführung), weitere Termine:
Samstag 4., Sonntag 5. Oktober 2014, jeweils 20.30 Uhr
i-camp/neues theater münchen, Entenbachstr. 37, 81541 München

U2 Haltestelle Kolumbusplatz
www.i-camp.de
www.faketopretend.de
www.facebook.com/faketopretend

Eine Produktion von Fake to Pretend mit freundlicher Unterstützung der LH München Kulturreferat, Theaterhaus Berlin Mitte und i-camp /neues theater münchen. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste e.V.

 

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