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München braucht neue Hits! Der Verein stadtMUCke fördert Musik über das Münchner Lebensgefühl

Musik als Universal-Sprache, wer versteht sie nicht? Auch mit einem Pegel jenseits der 1,0 Promille fällt einem das Mitträllern nicht allzu schwer. Vor nicht einmal einer Woche schloss das größte Volksfest der Welt seine Pforten. Aber halb so schlimm: in 344 Tagen heißt es wieder: „Da simma dabei, dat is prima“. Dass wir Münchner hier aus voller Kehle ein Lied über Köln singen, wissen die wenigsten.

Momente, die es zu teilen gilt

Irgendwo ist die Wiesn doch noch Kulturgut – in guten Momenten riecht es nach gebrannten Mandeln und frischen Brezen, ein Australier erklär einem alten bajuwarischen Wiesnveteranen mit 20 Zentimeter langem Gamsbart das Fliegerlied und die Nasenspitze wird beim ersten Schluck in die kühle Schaumkrone in Weiß gehüllt.

In schlechten Momenten riecht es nach Urin und Erbrochenem, die nächste Bierzelt-Schlägerei bahnt sich an und je weiter die Stunde vorrückt, desto häufiger werden die Totalausfälle. Gegen 23:00 Uhr möchte man dann einfach wieder „hamham nach Fürstenfeld!“, gemeint ist aber nicht das Fürstenfeldbruck im Westen von München, sondern die 9.000-Seelen-Stadt in der Steiermark.

Münchner Musiker sollen Songs über München schreiben

Dennoch liefert die Isarmetrople nicht nur während dieser zwei Wochen Momente, die es zu teilen gilt. Der Verein StadtMUCke, letztes Jahr gegründet, macht es sich zur Aufgabe, neue Münchner Musikkultur über unsere Münchner Kultur zu schaffen.

„Wir rufen Münchner Musiker dazu auf, das heutige Lebensgefühl ihrer Stadt in neue Songs zu packen”, erklärt Franziskus Büscher, Initiator des Vereins stadtMUCke e.V.. München soll durch Musik ein Stück mehr zusammenwachsen. Und dafür brauchen wir keine Songs über Köln, Hamburg oder Berlin, sondern Lieder über unsere eigene Stadt”.

Dieses Projekt soll dazu verhelfen, den Soundtrack zu liefern, der beschreibt, was die Menschen dieser Stadt fühlen. Was es ausmacht hier zu leben. Seien es die jungen Kreativen, die sich darüber lustig machen, dass es in der Innenstadt nur einen „Späti“ gibt.

Oder einen Fluss, der es einem erlaubt bei zauberhaftem Sonnenschein durch die Stadt zu treiben. Oder das ewige, tiefsitzende Granteln aus Überzeugung, über Gott und die Welt (was Münchner natürlich selbst nicht arrogant und überheblich finden, sondern einfach ein Spiegel der offensichtliche Tatsachen ist.)

Die StadtMUCke Mentoren

Es eignet sich nichts besser als Musik, um Gefühle zu transportieren, die mit so einem Wohnort einhergehen. Genau deshalb hat StadtMUCke jetzt einen Wettbewerb gestartet: MusikerInnen aus München können sich bewerben und dann mit etwas Glück (und Können) mit Hilfe von erfahrenen Mentoren (wie Josie-Claire Bürkle, Sängerin der Band Claire, Roger Rekless Musiker, Produzent und Moderator, Samy Danger, Sänger der Band Jamaram und Stofferl Well ehemaliges Mitglied der mittlerweile aufgelösten Biermösl Blosn) aus der Branche neue Songs über die Stadt schreiben. Im Anschluss werden diese professionell produziert und im Sommer 2019 bei einem Konzert präsentiert.

Die Mentoren

Songs a lá: „Sommer in der Stadt“ (Spider Murphy Gang, 1982), „Skandal im Sperrbezirk“ (Spider Murphy Gang, 1989) oder „In München steht ein Hofbräuhaus“ (Tom Angelripper , 1996) erzählen Geschichten aus vergangener Zeit. Es sind tolle Lieder, keine Frage, aber sie entsprechen nicht mehr dem Hier und Jetzt.

In anderen Städten florieren die Hymnen über die coole und hippe Stadt, in der KünstlerInnen leben – und in München herrscht Stillstand. Es braucht wieder MusikerInnen, die in ihren Stücken das Leben in unserer Stadt zum Thema machen – also los! Du möchtest mitmachen, als Mentor, Musiker oder einfach als Münchner, alle Informationen hierfür gibt’s hier.


Titelbildcollage: © Max Grassl mit Bildern von Markus Spiske / Puk Khantho via Unsplash

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Das Heft über „Wohnen trotz München“

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