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„München steht auf“

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Künstler, Freunde und Familie demonstrierten am Freitag für den Erhalt ihres Atelierhauses Haus49. Nach der Schauspieldemo auf dem Marienplatz kämpfen die Mieter nun mit einer Unterschriftenaktion für den Erhalt der Künstlerkolonie in der Domagkstraße. Die 1000er-Grenze war schnell erreicht.

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Musik, Tanz und Malerei – Letzten Freitag zeigten die Künstler des  „Hauses 49“ was der Stadt München ihrer Meinung nach verloren gehen würde, käme es zu dem geplanten Abriss der Domagkateliers. In einer bitterbösen Performance zeigten die Demonstranten mehreren Hundert Zuschauern ihre Sicht auf das schwierige Verhältnis zwischen Kunstschaffenden und Behörden.

Belohnt wurden die Demonstranten mit reichlich Unterschriften: Rund 600 Bürger setzten ihren Namen unter die Petition zum Erhalt des Hauses.

Insgesamt fühlen sich rund 50 Künstler durch die kurzfristige Kündigung in ihrer Existenz bedroht. Bis zum 31.4.2011 muss das Haus geräumt sein. Aber auch die Stadt könnte zu den Verlieren gehören. So droht München die Abwanderung der Kunstschaffenden, da die Mietpreise ausserhalb des Domagkgeländes für die betroffenen Künstler kaum erschwinglich sind.

Mit ihnen würde ein Großteil der lebendigen Kulturszene von der Bildfläche der Münchner Innenstadt verschwinden. Kritisiert wird von den Mietern des Hauses 49 auch die Ausrichtung der städtischen Förderung: „Zwar fördere die Stadt viele Projekte der sogenannten Hochkultur, jedoch bleibe subkulturelle Kunst bei der Vergabe von Subventionen oftmals auf der Strecke. Schlimmer noch – subkulturelle Oasen müssen immer wieder kommerziel ausgerichteten Projekten weichen“, schreiben die Initiatoren der Demo im Pressetext.

Wer die Künstler bei ihrem Kampf gegen die Räumung des „Hauses 49“ unterstützen will, der kann dies per Online-Petition tun.

Es gibt übrigens auch einen Haus49-Song, den man hier laden kann.

Und was der ehemalige BA-Vorsitzende Lederer-Piloty von der Aktion hält, hat er auf der Demo am Freitag in seiner Rede verraten:

„Die Künstler von Haus 49 auf dem ehemaligen Gelände der Funkkaserne werden Knall auf Fall vor die Türe gesetzt, weil die Stadt vor vielen Jahren einen höchst fragwürdigen Vertrag mit dem Bund geschlossen hat. Mit fadenscheinigen Begründungen werden Menschen von heute auf morgen ihrer beruflichen Basis beraubt.“

Die ganze Rede steht hier:

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