Stadt, Wohnen trotz München

Nein, in Hamburg ist die Wohnungssuche nicht genauso schwierig!

Kevin Brandt

Münchner Kindl ohne ausgeprägte Ortskenntnis. Politisches Wesen. Sprache ist Macht. Printanhänger. Schon immer schreibend. Schon immer suchend.
Kevin Brandt

Laut einer Studie des Immobilienentwicklers GBI AG kämpfen Münchner Student*innen mit „der schwierigsten Lage, den höchsten Mieten und teuersten WG-Zimmern“. Das ergab eine Untersuchung aller 87 Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Student*innen.

 

Oft kommt von Freunden aus anderen Städten ja die Anmerkung, dass es ihnen genauso schlecht bei der Wohnungssuche erginge. Doch es ist eindeutig: Münchner Student*innen dürfen sich offiziell am Selbstmitleid ergötzen. Die Studie berechnet einen Anspannungsfaktor aus 23 Faktoren, darunter Miet- und WG-Preise, Leerstands-Quoten, die Anzahl der eingeschriebenen Student*innen und neuen Erstsemester oder auch die Attraktivität der Stadt bei Student*innen. Dieser Anspannungsfaktor beträgt im Durchschnitt 34,5 Punkte (2014: 33,7) von maximal 100 möglichen Punkten. Na, wie weit liegt München über dem Durchschnitt?

münchenistgeil

München sitzt ganz alleine an der Spitze der Rangliste mit 80 Punkten (2014: 79). Dr. Eike Winkler der GBI AG sagt dazu: „Es ist bemerkenswert, dass dort trotz der bereits hohen Punktzahl die Wohnungssuche noch schwieriger geworden ist.“ Erst mit einigem Abstand kommt Frankfurt mit 71 Punkten (2014: 70,5). Beim Dritten Hamburg hat sich die Lage sogar entspannt: Nach 73 Punkten 2014 gab es heuer 70 Punkte.

 

Die Studie belegte außerdem, dass die Wohnsituation stark von der Entwicklung der Studierendenzahlen abhängt. Dr. Stefan Brauckmann, Leiter der Abteilung Research & Analyse der GBI AG, erklärt: „Das zeigt, dass Studierende trotz angespannter Wohnsituation weiter in ohnehin begehrte Hochschulstädte ziehen. Die Schwierigkeit, dort eine angemessene Unterbringung zu finden, schreckt offensichtlich kaum ab.“

 

Wann München die Sintflut an „Bildungsflüchtlingen“ nicht mehr bewältigen kann, scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Lösungen müssen rasch gefunden werden. Wie wäre es zum Beispiel mit: innerdeutschen Grenzkontrollen?

 

Fotocredit: (1) Flickr/Campact via CC BY-NC 2.0-Lizenz (2) Flickr/akante1776 via CC BY-ND 2.0-Lizenz

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