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BEATNIKBOY mit neuer EP: „Ja, wir brauchen Bass!“

Kevin Brandt

Kevin Brandt

Münchner Kindl ohne ausgeprägte Ortskenntnis. Politisches Wesen. Sprache ist Macht. Printanhänger. Schon immer schreibend. Schon immer suchend.
Kevin Brandt

München mausert sich zur Musikstadt. Mit BEATNIKBOY kommt der nächste Act (nach Whiskey Foundation und Fatoni und Edgar Wasser und COSBY und Blackout Problems und Aloa Input…wen habe ich vergessen?) um die Ecke, der trotz sauberer Straßen und im Grunde keinen Problemen im besten Bundesland, Entschuldigung, Freistaat der Welt dennoch genug Inspiration für eine EP (23. März) aufgebracht hat. Empire heißt das gute Stück, ein Erstlingswerk.

Die drei Jungs Moritz, Julo und Martin fanden sich weniger romantisch als pragmatisch – sie hatten einfach Bock Musik zu machen. Julo fragte von seiner Südamerikareise aus an und war mit dem ersten Fuß zurück auf Münchner Boden neues Bandmitglied. „Wir dachten uns, wenn einer so musikverrückt ist, dass er über den Atlantik hinweg nach einer Band sucht, ist er bei uns genau richtig.“ Beim ersten Gig ging es gleich in die Muffathalle – man muss ja nicht unbedingt immer klein anfangen – aber trotz Muffensausen ging alles gut und voilà, am 23. März präsentieren BEATNIKBOY ihre Debüt-EP Empire.

Die elektronischen Klangkünstler proben am Ratzingerplatz, der als hässlichster Platz Münchens gilt. Sie haben das Konzept des deprimierenden Ausblicks als Quelle der Inspiration entdeckt: „Proben am Ratzingerplatz haben den Vorteil, dass man nicht abgelenkt wird und sich zwangsläufig in die Musik flüchten muss.“ Das übergreifende Thema der EP orientiert sich an den Orten, wo München sein weißestes Lächeln zeigt. In den Texten geht es um Verblendung durch Marken, Werbung und Bling Bling – zusammengehalten vom Bass. Im Studio verschmolzen klingt das nach: „mit eiskaltem Augustiner im Hochsommer am Flaucher sitzen und sich von unzähligen Lagerfeuern vollräuchern lassen“.

Egal ob auf der Tanzfläche im Indieclub, aus Handylautsprechern oder Kassettenrekordern beim Biertrinken am Flaucher, auf der WG-Party („so, dass die Nachbarn auch was davon haben“) oder auf den unfassbaren Live-Konzerten BEATNIKBOY sind „gute Laune und Lautstärke nach oben“. Ihr Gebrauchshinweis für die neue EP: „Bass. Ja, wir brauchen Bass!“

Wo sie in München gerne mal ein Konzert spielen würden? „Auf dem Fernsehturm.“ Dürfte geil werden.


Fotocredit: BEATNIKBOY

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