Lindbergh Kunsthalle Topmodels
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„Wenn man die Courage hat, man selbst zu sein – dann ist man schön“

Sharon Brehm

ist in München verliebt und in der Welt zuhause - und damit unverschämt glücklich. Weil Liebe ihre Passion ist, ist sie Love Coach (mit Dr.-Titel und allem Drum und Dran): lovemoves.de
Sharon Brehm

Peter Lindbergh wird als der Fotograf der Fashion-Industrie gefeiert, jener, der das Zeitalter der Supermodels wie Kate Moss, Cindy Crawford oder Naomi Campbell einläutete. Doch der Grund, warum seine Portraits so überzeugen, liegt paradoxerweise an der in Bild umgesetzten Kritik an der Modeindustrie.

Denn nicht Haare, Make-Up oder skurrile Makellosigkeit inszeniert er, sondern die Stärke, das Charisma, die Verletzlichkeit, schlichtweg die Menschlichkeit einer Person. Vom 13.04.2017 bis zum 27.08.2017 kann man Fotografien, Filme und Hintergrundmaterialien in der Ausstellung „From Fashion to Reality“ in der Kunsthalle München sehen.

From Fashion to Reality

Laut, diffuses Lichtgewitter, eine riesige amorphe Masse aus Objektiven und Körpern hinter denen das wirkliche Subjekt vollends verschwindet. Verquer, wie aus dem Fotografen der Modeikonen, gezwungenermaßen, selbst ein Topmodel wird.

Doch lange hält Peter Lindbergh den Rollentausch nicht aus, zückt seine Handykamera, haltet dem Medienzirkus den Spiegel vor, ermächtigt sich wieder zum Menschen hinter der Linse. Der Kurator Thierry-Maxime Loriot wird später sagen, dass Lindbergh selbst mit dem Smartphone beeindruckende Bilder schießt, das Lichtspiel mehr als teure Technik im Blick.

Der Fotograf wirkt sympathisch, seine Antworten sind echt und tief. „Man kann doch Menschen nicht auf Null, auf Nichts reduzieren und dann behaupten, dass das schön sei.“, erklärt Peter Lindbergh in der Pressekonferenz, entfernt sich von der Oberflächlichkeit, welche die Fashionindustrie von früher und von heute leider prägt. Eben From Fashion to Reality.

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Während man durch die Hallen der Kunsthalle in den Fünf Höfen schlendert, wird man geradezu von den Blicken der Portraits magnetisiert. Sicherlich, gezeigt werden eh schon atemberaubend schöne Menschen. Aber Peter Lindbergh scheint in seinen Aufnahmen das Momentum ihrer Persönlichkeit einzufangen, die Bilder im wahrsten Sinne des Wortes auf das Wesentliche zu reduzieren.

Er muss ein besonderes Auge für den Menschen und nicht nur für die Kamera haben, wenn der Charme einer Person auch an einem sonst unpersönlichen Ort wie einem Museum spürbar ist.

Die Ausstellung umfasst weltbekannten Arbeiten: ungeschminkte Schönheiten in simplen Hemden, Supermodels in schwarz-weißen New York Kulissen, Filmikonen. Doch auch persönliche Grußkarten, Polaroids, Filme, Storyboards und Requisiten werden dem Publikum präsentiert. Die gezeigten Ausstellungsexponate verdeutlichen Lindberghs Hang zu Filmzitaten und erzählen gleichzeitig lustige Geschichten.

Etwa von Models, die in ihren Schuhen Nachrichten für Lindbergh versteckten, um dieses Accessoires  dem Fotografen auf dem Laufsteg ganz lässig rüber zu kicken. (Wer das war? Na, dafür müsst ihr schon selbst in die Ausstellung).

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Die Räume zeigen vielfältiges Material und es gibt einiges an Rahmenprogramm, doch besonders Peter Lindberghs Einstellung zu Schönheit und der Verantwortung von Fashion machen die Ausstellung zu einem Muss: „Wenn man die Courage hat, man selbst zu sein – dann ist man schön.“

 


Infos in aller Kürze:
Was? Ausstellung zu Peter Lindbergh – From Fashion to Reality
Wo?
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstraße 8 (in den Fünf Höfen)
Wann? 13.4.2017 – 27.08.2017
Preise? Regulär: € 12 | Senioren: € 11 | Schüler, Studenten und Auszubildende (< 30 Jahren) sowie Arbeitslose: € 6 | Kinder und Jugendliche (6–18 Jahre): € 1 | Kinder bis 6 Jahre: frei

Bildquelle Headerfoto:  Estelle Lefébure, Karen Alexander, Rachel Williams, Linda Evangelista, Tatjana Patitz and Christy Turlington, Malibu, 1988. © Peter Lindbergh/Courtesy of Peter Lindbergh, Paris/Gagosian Gallery

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