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„Schulterpolster trage ich einfach gerne“: Ankathie Koi & Flut am 9.10. im Milla

Ankathie Koi ist wohl eines dieser Wiener Unikate, um die man die Stadt an der Donau nur beneiden kann. Dabei kommt die lediglich zu spät geborene 80er-Jahre-Ikone ursprünglich aus dem bayrischen Burghausen. Aber in die illustre Reihe mit Figuren wie Voodoo Jürgens, Worried Boy & Worried Man oder Der Nino aus Wien passt die ins Nachbarland übersiedelte einfach zu gut, als dass die ursprüngliche Herkunft wirklich weiter auffallen würde. Mit ihrem Debüt-Album „I hate the way you chew“ machte die stets mit grellen Farben getarnte Pop-Wundertüte 2017 erstmals auf sich aufmerksam. „Black Mamba“ war der Hit der unbeschwerten und Synthie-lastigen Platte. Dass sie im dazugehörigen Video in einem roten, statt einem schwarzen Latex-Ganzkörperanzug steckt, ist ein schöner Widerspruch, der nicht näher erklärt wird. Rot statt Tod, wenn man so will. Oder einfach Spaß am Verkleiden.

„I’m a black mamba, baby!“

Natürlich hat das auch eine feministische Konnotation, wenn sie singt „I’m a black mamba baby, and I think you should better love me back“. Aber über Genderfragen spricht man mit Ankathie Koi vielleicht erst am nächsten Morgen. Die Freude am Leben ist ihr mindestens ebenso wichtig. „Sex“ habe sie beim neuen Album inspiriert, erfahren wir dazu im Interview. Bei FM4 sagte sie einmal, es seien eher die menschlichen Abgründe, die sie reizen. Dafür ist der Sound aber doch ein bisschen zu fröhlich, kann man einwenden. Wie man auch will: eintönig und fad ist die „Vollblutrampensau“ (Arte Tracks) jedenfalls nicht. Mehr über ihr neues Album „Prominent Libido“ und was sie von der Band „Flut“ hält – mit der sie am Mittwoch ein Konzert in München spielt – durften wir im Gespräch mit ihr erfahren.

Im Interview mit Ankathie Koi

Hallo Ankathie Koi, die Vorab-Single „Royal Boy“ zum Album „Prominent Libido“ kommt ganz im Stil deines Debüts „I Hate The Way You Chew“. Wo geht die musikalische Reise dieses mal hin?

Die Reise beschreitet grundsätzlich natürlich ähnliche Pfade wie beim letzten Album, poppig, diskolastig, funky, a little bit punky. Der einzige große Unterschied ist wohl, dass mehr mit Band eingespielt wurde. Digitale Sounds und Samples weichen des Öfteren analogen Drums und mit Ross Stanciu ist ein echter Meister am E-Bass dazugekommen.

Es gibt auch mehr ruhigere Songs, es ist ein weniger hektisches Album geworden, eher zufriedener, satter. Eine satte, dicke, zufriedene Raupe mit rotem Lippenstift der nach Sex dürstet. So würde ich das Album beschreiben, wenn der Sound eine optische Beschreibung bräuchte.

Welche Themen haben dich inhaltlich bewegt beim neuen Album? Wer oder was hat dich inspiriert?
Sex.

Woher hast du eigentlich dein Faible für grelle Outfits und den, ich nenne es mal „80er-Jahre-Look“?
Puh, schwer zu sagen, mir gefallen schon immer auffällige Kleidungsstücke. Schulterpolster trage ich einfach gerne, weil ich mich gern breit und eckig fühle. Das hat bei mir oft nichts mit den 80ern als Stil-Epoche zu tun, sondern mehr mit einem Feeling.

Es gab in den 80er Jahren einfach viele Experimente, auf vielen Gebieten, Farben wurden neu kombiniert, Texturen, Formen, es gab keine Scheu vor „bad taste“. Das gefällt mir.

Der rote Anzug aus deinem neuen Video ist ja auch ein Hingucker. Bisschen wie ein Pop-Power-Ranger? Deine Superkraft als Ankathie Koi?
Oh, ich hab so einige Superkräfte…

Wie läuft das Songwriting bei dir ab? Schreibst du deine Songs selbst? Oder hast du eine Band und Produzenten um dich herum?
Ich schreibe die Songs, habe einen Produzenten und eine Band.

Als gebürtige Oberbayerin, die längst im Wiener Exil heimisch geworden ist: Was vermisst du an Bayern?
Das Weißbier, lol.

Der Milla-Club in München holt ja regelmäßig Bands aus der österreichischen Hauptstadt zu uns für die Reihe „Vienna Vienna“: Dein Tipp, wenn wir mal nach Wien fahren?
Unbedingt auf einen Drink ins wunderschöne Looshaus, davor ins naturhistorische Museum, dann auf ein Konzert im Porgy & Bess, danach auf einen „Jenseits Shot“ ins Café Jenseits. Danach ist dann eh meistens over!

Du spielst am 09.10. mit Flut – die ebenfalls hochgelobt werden: Kennst du die Band? Was darf man von denen (live) erwarten?
Die sind super!! Mega nette Boys, und very talented. Machen 80er Popmusik deluxe!

Ein Lieblingssong von dir, den man vielleicht nicht vermuten würde?
Islands in the Stream.

Das kommt 2020 von Ankathie Koi:
Extase!!

Gewinn 2×2 Karten für morgen

Zusammen mit dem Milla Live Club verlosen wir 2×2 Karten für das Konzert morgen. Nicht vergessen werden sollte, dass auch Flut mit am Start sind, die gerade auf dem Wanda-Label Problembär Records durchstarten und gerne mal an Falco oder frühe The Cure erinnern. Also polstert eure Schultern und schaut morgen mal wieder in der Milla vorbei – mit etwas Glück sogar kostenlos! Kommentiert dazu einfach diesen Artikel, um im Lostopf zu landen.


In aller Kürze:

Was? VIENNA VIENNA: Ankathie Koi & Flut

Wo? Milla (Holzstraße 28, 80469 München)

Wann? 09.10.2019 // Einlass: 19:00 // Beginn: 20:00


Bilder: © PR / Ankathie Koi / Milla

Florian Kraus

Für MUCBOOK unterwegs in der Stadt, meist wenn's um Kultur oder Politik geht.
Florian Kraus
5 Comments
  • Alice
    Posted at 11:21h, 08 Oktober

    Die weibliche Version von David Bowie mit Schulterpolster & Weißbier – was will Frau mehr? Aufs Konzert!

  • Monika Neumeier
    Posted at 12:42h, 08 Oktober

    das wäre der Hammer , die schrille Superkraft aus Wien live in Munich zu erleben. Top Event:)

  • Jan
    Posted at 14:04h, 08 Oktober

    Super! FLUT vor einiger Zeit im Unterdeck war klasse, jetzt noch im Doppelpack. Das will man doch gerne sehen!

  • Simon Atherton
    Posted at 16:17h, 08 Oktober

    Geil 🙂

  • Lisa Fuchs
    Posted at 19:41h, 08 Oktober

    Wäre super gerne dabei! 🙂

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