Kultur, Was machen wir heute?

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Der Wald – nur eine Ansammlung dicht stehender Bäume? Mitnichten. Lebens- und Schutzraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten, Erholungsgebiet für uns Menschen und nicht zuletzt Sauerstofflieferant. Der Wald bietet abwechslungsreiche Formen, Farben und Motive. Unter anderem deshalb hat wohl Franz Birkner den Wald als Thema für eine Ausstellung der Hochschule München ausgesucht. Zusammen mit seinen Studierenden präsentiert er ab kommenden Mittwoch unterschiedliche künstlerische Herangehensweisen.

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(c) Vera Brückner

WALD

Eine Ausstellung der Hochschule München, Fakultät für Design zum Internationalen UN-Jahr der Wälder. Franz Birkner und seine Studierenden.
Als Gast: Robert Voit.

Ausstellung: 14.12.2011 – 22.01.2012
Passinger Fabrik, Galerie 1-3
Öffnungszeiten: Di – So 16.00 – 20.00 Uhr
Eintritt: 2,00 Euro und ermäßigt 1,00 Euro

Vernissage: Di, 13.12.2011 um 19.00 Uhr mit
Folk: Werdenfelser Alphornbläserinnen
Electro: dept.audio.exe/volxvergnuegen
Visuals: Paula Pongratz/tps nostromo

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(c )Paula Pongratz

Die Pressemitteilung sagt:

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum „Internationalen Jahr der Wälder“ erklärt. Seit der Romantik im 19. Jahrhundert ist der Wald in Malerei, Literatur und Musik eine Quelle künstlerischer Reflexion. „Schlag noch einmal die Bogen/Um mich, du grünes Zelt!“, heißt es in Eichendorffs berühmten Gedicht vom Abschied vom Walde, Caspar David Friedrich malte das „Fichtendickicht im Schnee“ und der legendäre Joseph Beuys pflanzte „7000 Eichen“. Der Wald ist: Mythos, Symbol und Metapher.

Zum Ende des Jahres der Wälder der UN 2011 loten 22 Studierende der Hochschule München, Fakultät für Design, Möglichkeiten und eigene Zugänge zum Thema des Waldes aus. Die von den Künstler/innen verwendeten Medien wie Fotografie, Video, Audio und Installation liefern heterogene mediale und subjektive Zugänge, die durch das vielschichtig sinnlich Wahrnehmbare hindurch das Thema Wald künstlerisch reflektieren.

„Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“. Dieses Sprichwort hat sich gleichsam die 23-jährige Münchnerin Vera Brückner für ihren Podcast „Funk aus dem Walde“ als auditiven Ausstellungsbeitrag zu eigen gemacht. „Funk aus dem Walde“ ist keine Radiosendung zum nationalen Förstertreff, sondern es ist die Künstlerin, die „Waldgespräche“ führt und diese aufnimmt. Waldgespräche, das bedeutet mit Menschen durch den Wald spazieren und mit ihnen über das Leben sprechen. So spazierte Brückner sieben Mal durch sieben verschiedene Wälder mit sieben unterschiedlichen Menschen. Mit jedem Gespräch entstand ein Podcast, downloadbar und zum Anhören unter http://www.funkausdemwal.de.

Der Baum ist ein Ursymbol des Waldes, er steht für Stärke und Standfestigkeit. Zur Geburt eines Kindes wird nach altem Brauch gern ein Lebensbäumchen gepflanzt. Ein Baum bedeutet frische Luft, manchmal auch ein schattiges Plätzchen. Auch die Bilder des Fotografen Robert Voit, der u.a. an der Kunstakademie Düsseldorf bei Thomas Ruff studiert hat, zeigen wahre Prachtexemplare dieser Spezies. Doch beim Anblick der Fotografien fällt auf: hier stimmt etwas nicht. Zu schön, um wahr zu sein? Diese Bäume sind wohl eher zu grotesk, um der Realität zu entsprechen. Voits Bäume sind artifizielle Gebilde aus Plastik, Stahl und anderen synthetischen Materialien: Bäume getarnt als Mobilfunkmasten.
Mit der Fotoserie „New Trees“ verbildlicht Robert Voit den übertriebenen ästhetischen Gestaltungswillen des Menschen gegenüber seiner Umwelt, der sich in diesem Fall bis zum vorsätzlichen Kopieren der Natur zur Verharmlosung einer Gefahr durch Strahlung ausweitet.

Weitere unkonventionelle Künstlerpositionen setzen sich an Wänden, in Nischen und Ecken, neben Treppen und Fenstern fest, überall zeigen sich Bilder, Filme, Objekte, Fotografien und Videos als Vorposten ebenso komplexer wie offener Diskurse zum heutigen Wald.

Veranstaltung in der Pasinger Fabrik

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Update 9.5.2018: Zwei Fotos aufgrund der Anfrage des Künstlers entfernt.

Foto oben: (c) Sebastian Linder

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