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So steht’s um den Masterplan zum autofreien Tal

Der Bereich zwischen Isartor und Marienplatz soll schön, ruhig und vor allem eins werden: möglichst autofrei und somit mehr ausgerichtet auf Fußgänger*innen und Radler*innen.

Finden wir gut, nur: Die Umsetzung sorgt im Stadtrat für viel Diskussionsstoff. Dabei ist eins klar: Wir müssen uns mit der verkehrsreduzierten Altstadt noch ein bisschen gedulden.

Autofreies Tal – was bedeutet das?

Kurz vorab: Autofrei bedeutet nicht „verkehrsfrei“ oder dass aus dem Tal eine Fußgängerzone wird. Es geht einfach darum, den Verkehr in der Altstadt zu reduzieren und somit mehr Platz für Fußgänger*innen, Radler*innen und den öffentlichen Nahverkehr zu schaffen. Das 500 Meter lange Tal möglichst stressfrei, attraktiv und umweltbewusst zu gestalten – so lautet das Ziel. Ein effizientes Flächenmanagement ist also angesagt. Und wie sieht das genau aus?

So geht es weiter

Dass das alles Zeit braucht, ist klar. Aber die ersten Schritte sind schon getan:

Die dicht befahrene Dienerstraße hat bereits 55 Meter zusätzliche Fußgängerzone spendiert bekommen und ein durchgängiger Fußgängerbereich vom Hauptbahnhof bis zum Isartor kann entstehen. Allerdings kann das noch ein Weilchen dauern: Das Tal wird nämlich für den Baustellenverkehr der zweiten Stammstrecke gebraucht.

Die Innenstadt soll außerdem auch für Radfahrer*innen schneller, sicherer und attraktiver werden: Im Sommer haben bereits die Bauarbeiten für den Altstadt-Radlring mit 2,30 Metern Mindest- und 2,80 Meter Regelbreite pro Richtung in der Blumenstraße begonnen.

Zusätzlich soll den Dauerparkern in der Altstadt ein Strich durch die Rechnung gemacht werden, um für Anwohner*innen, Handwerker*innen, den Lieferverkehr und Menschen mit Behinderung mehr Stellplätze zur Verfügung stellen zu können. Der Stundenpreis wurde daher in der Blauen Zone werktags von 8 Uhr bis 23 Uhr auf 2,50 Euro erhöht. Außerdem wird Anfang nächsten Jahres die Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring fertiggestellt. In dieser Tiefgarage sollen 520 Parkplätze entstehen.

Die frohe Diskussion um die Vision des autofreien Tals

Bei der Umsetzung des Masterplans „Autofreies Tal“ sollen alle Ansprüche berücksichtigt werden: Tourismus, Kultur, Versorgung, Wohnen, Arbeiten und der Wirtschaftsverkehr stehen sich gegenüber. Das sorgt im Planungs- und im Mobilitätsausschuss für hitzige Diskussionen.

Einig ist sich der Stadtrat aber darüber, dass der gewerbliche Verkehr weiterhin durch das Tal fahren darf. Gilt es also nur noch zu klären, welcher weitere Verkehr ebenfalls durchfahren soll. In den nächsten Jahren muss die Verwaltung mit der Münchner Verkehrsgesellschaft prüfen, wie der Busverkehr durch die Altstadt gelenkt werden kann, zum Beispiel durch einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich, der für den Busverkehr geöffnet bleibt.

Vorerst bleibt es also bei der Vision von einem autofreien Tal.

Beitragsbild: Grüne München/Andreas Gregor

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