Kultur, Was machen wir heute?

Soul aus Afrika

Marco Eisenack

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Afrika ohne Weltmusik-Bonus und Folklore-Kitsch. ASA ist in Nigeria groß geworden, lebt in Paris und singt am Montag, den 21.2. ihren schwarzen Soul in München.

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Asa bedeutet in ihrer Landessprache “Falke”. Wie passend. Seit ein paar Wochen bricht die nigerianische Künstlerin nach ihrem vor drei Jahren erschienenen Debütalbum zu einem weiteren Höhenflug auf. Mit ihrem feinen Groove-Pop segelt die heute 28-Jährige inzwischen ganz weit oben im Soul-Himmel.

Wenn man die Musik der Frau mit der Hornbrille hört, fühlt man sich erinnert an die politische Korrektheit einer Tracy Chapman, den poetischen Soul einer Erykah Badu und den stimmlichen Tiefgang einer Nina Simone.

Allein in Frankreich verkauften sich von dem Debütalbum mehr als 300.000 Exemplare.

Auf „Beautiful Imperfection“ hat Asa ihre musikalische Handschrift verfeinert. „Das erste Album spiegelte meine damalige Gefühlslage wider”, erzählt ASA in der Presseinfo.

“Ich hatte zu gesellschaftlichen wie politischen Themen einfach viel zu erzählen. Diesmal habe ich mich anders gefühlt. Ich wollte etwas schaffen, dass Menschen helfen soll, aus einer niedergeschlagenen Stimmung herauszukommen und sich besser zu fühlen.“

Asa wurde zwar in Paris geboren, wuchs jedoch ab ihrem zweiten Lebensjahr in Nigerias Millionenmetropole Lagos auf. Als einziges Mädchen neben drei Brüdern flüchtete sie schon als Kind in Phantasiewelten und begeisterte sich früh für die Plattensammlung ihres Vaters, darunter Scheiben von Aretha Franklin und Diana Ross, Miriam Makeba und Fela Kuti. Später entdeckte sie andere Künstler wie Bob Marley und Lauryn Hill für sich.

Ebenso ambitioniert wie beharrlich verfolgte sie die Verwirklichung ihres Kindheitstraums, eine große Musikerin zu werden. Mit 18 Jahren besuchte sie eine Musikschule in Lagos, lernte dort Gitarre spielen und feilte bereits an einer wegweisenden Fusion aus Soul, Folk, Pop, Reggae und Funk.

Die in Englisch und Yoruba gesungenen Songs strahlten allein schon durch ihre ausdrucksvolle und wohltemperierte Stimme. Als sie durch ein Austauschprogramm nach Paris kam, blieb ihr Talent nicht lange unbemerkt und das renommierte Label Naïve nahm die junge Künstlerin unter Vertrag. Für ihr Debütalbum tat sie sich mit dem blinden nigerianischen Produzenten Cobhams Asuquo zusammen.

Wenngleich ihre Beziehungen zu anderen Künstlern immer weitläufiger werden, entstand „Beautiful Imperfection“ in eher vertrauter Umgebung. Aufgenommen wurden die meist in Lagos geschriebenen Songs im Le Chantier Studio in Montreuil, wo auch das Debüt eingespielt wurde. Produziert und arrangiert hat der ebenfalls am Debüt beteiligte Benjamin Constant, nur die letzte Abmischung nahm dann Tchad Blake vor, der schon mit Größen wie Peter Gabriel, Elvis Costello und Tom Waits gearbeitet hat.

Asa, die abwechselnd in Lagos und Paris lebt, mag auf dem Cover von „Beautiful Imperfection“ mit dem zerbrochenen Brillenglas so aussehen, wie man sich eine weibliche Kämpfernatur der Black Panther-Party vorstellt, doch diesmal gibt sie sich nicht so politisch wie auf ihrem Erstlingswerk – wirkt aber umso persönlicher.

„Der Unterschied zum ersten Album ist, dass es viel heiterer und lebhafter ist“, sagt Asa. „Die Welt ist nun einmal unvollkommen, aber in vielerlei Hinsicht wird sie dadurch erst schön. So lange wir akzeptieren, dass sie nicht perfekt ist, sollten wir bestrebt sein, sie schöner zu gestalten“.

Montag, 21.2., 20.30 Uhr
Muffatwerk, Ampere
Zellstraße 4, München

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