Kultur, Nach(t)kritik

Txalaparta-Party im Atomic

Alexander Maria Dhom
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“We are Crystal Fighters.
We make fast dance music with Basque instruments, synthesizers and our voices.
We play new material at every show, come and see us live.”

Gestern Abend beehrten die Crystal Fighters das Münchner Publikum mit einem Konzert im Atomic Café. Hinter dem Namen verbirgt sich eine bunte Truppe aus Navarra in Spanien, die letztes Jahr im Oktober ihr Debütalbum “Star of Love” veröffentlichten und inzwischen in London leben. Zusätzlich gab es eine gratis Ausgabe des Album, ganz ohne elektronischen Klängen. Stattdessen mit klassischen baskischen Instrumenten.

Ihrer Wurzeln durchaus bewusst, sah auch am gestrigen Abend die Instrumentierung ähnlich aus. Neben Schlagzeug und E-Gitarre finden sich auch Instrumente wie die Ukulele und die typisch baskische Txalaparta, ein Xylophon-artiges Rhytmusinstrument, welches von 2 Personen gespielt wird, die sich face-to-face gegenüberstehen. Hinzukommt ein Synthesizer, ein komplettes DJ-Set und eine klassische spanische Gitarre.

Und allem vorran steht ein Frontmann, der zugegebenermaßen die Künste der Mimik, Gestik und Exzentrik mehr beherrscht wie den Gesang. Aber irgendwie stört das nicht weiter. Die Musik der Crystal Fighters lebt von Rhytmus und Energie.

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Die Band ist vorallem eins: Vielseitig! So bleibt zu vermuten, dass die Band ihre Grenzen noch nicht erreicht hat oder sich zumindest erfolgreich dagegen wehrt in eine Schublade gesteckt zu werden. Von derben Londoner Dubstep-Klängen(“With you”), tanzbaren House-Klängen(“Xtatic Truth”) über den klassischen Folksound (“At Home”)  mit Liedern wie “Plage” zurück in die Heimat Spanien.

Fähigster Mann auf der Bühne dürfte sicherlich Gilbert Vierich sein. Genrepassend perfektioniert er den Einsatz von Synthesizer, spanischer Gitarre und Txalaparta. Er ist zuständig für die komplette Elektronik, mediterranen Flair und die mitreißende Xylophonvariation, die er streckenweise mit E-Gitarrist Graham Dickson teilt. Und da zusätzlich jeder Musiker noch ein Mikrofon für den Backgroundgesang vor sich hat, wurden gesangliche Fehler von Frontmann Sebastian Pringle optimal vertuscht. Unterstützt wird dieser zusätzlich von der Sängerin Mimi. Ihre Bühnenpräsenz ist überraschend zurückhaltend. Sie bemüht sich primär um ihren Gesang, steht ein bisschen abseits und zeigt sich ziemlich unbeeindruckt von der Riesen-Sause!

“We are Crystal Fighters (…) . Come and see us live”. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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