Kultur, Was machen wir heute?

Was auch immer man denkt – das ist es nicht

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Ein klar erkennbares Muster? Ein sich durchziehender, roter Faden? Verdammt, wie sollen wir das nur benennen? Angela Aux hat es geschafft. Durch seine musikalische Diversität entzieht er sich der Einordnungswut der Kritiker. Auf seiner neuen Platte „whatever you guess it`s not“ entlockt er seinen Instrumenten komplexe Klangwelten die unterschiedlicher gar nicht sein können. Kaum zu glauben, dass ANGELA AUX ein Soloprojekt sein soll. Lediglich befreundete Künstler wie Joasihno und The Marble Man unterstützen den 27 jährigen Chiemgauer.

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Frägt man ANGELA AUX nach einem möglichen Leitmotiv auf „Whatever you guess it’s not“, so handelt es „vom verloren Sein in Wäldern aus Zeichen, von kompostmodernen Verirrungen und Wirrungen, von überreizenden Angeboten und ständigem Nachfragen“. Einem Artisten gleich jongliert er über Albumlänge mit bunten Sträußen aus Instrumenten, Geräuschen, Genres und Assoziationen: mal folkig, mal beatlastig, mal verschwurbelt oder experimentell. Insbesondere der Track „smells like screen spirit“ ist eine gelungene Collage aus auditiven Medienerzeugnissen und befremdenden Soundeffekten, die von statischen Drums getragen werden. Wohl bedacht nur unterbrochen von Hip Hop Elementen inklusive dem obligatorischen Scratchingeinlagen und fragmentartigen Einspieler einer Hymne. Eine grundsätzlich unstimmige Zusammensetzung die auf Grund ihrer Gegensätzlichkeit so hervorragend stimmig funktioniert. Ein rund um intelligenter Track der den Hörer fordert und sanftmütig zum Kopfkino animiert.

Wie vielseitig ANGELA AUX ist, beweisst der Track „the sun is always above me on the run“. Schon ab den ersten Tönen begleiten Gitarren und Rasseln den Hörer an einen karibischen Traumstrand. Mediterrane, folkige Gesänge trimmen alle Assoziationen in Richtung Sommer, Sonne und Strand. Ganz der Textzeile „the clouds make funny faces“ geschuldet versprüht der Track gute Laune und die Lust auf einen ausgedehnten Surftrip wächst unmittelbar. So wird das Album zu einer akustischen Reise durch Geschichten, Stimmungen oder Impressionen, vorbei an Gebirgen und Wäldern namens „city, morning“, „chocking bubbles“ oder „you is a tree“. Und im Ganzen ergibt das dann einen ganz neuen Film vor dem inneren Auge. Am 29. April erscheint das neue Album „whatever you guess it`s not“. Wir empfehlen – kaufen!

Foto: red can

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