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Zurück in die Vergangenheit – Public Service Broadcasting in der Kranhalle

Tobias Wullert

Mit Grunge und Indie und einem Berg Mixtapes aufgewachsen, verschlug es mich Ende der Neunziger nach München. Ich kam über die Musikredaktion von M 94,5 zum Journalismus.Nächte im Atomic Café wie auch in der Registratur und in der Roten Sonne prägten meinen Musikgeschmack, den ich seit über zehn als DJ und freier Journalist auslebe.
Tobias Wullert

Unter den britischen Indiebands sind Public Service Broadcasting  mit ihren beige-braunen Cordanzügen, Button-Down-Hemden und Hornbrillen sowas wie die coolen Geschichtlehrer.

Auch ihre Musik steht diesem leicht spleenigen Touch in nichts nach. Da trifft instrumentaler Krautrock auf Elektronik, reduzierte Gitarren auf Synthesizer und ab und zu ziehen J. Willgoose Esq., Wrigglesworth und JF Abraham als Joker sogar noch Bläser aus dem Ärmel und erinnern in ihrer orchestralen Wucht an die besten Momente von Arcade Fire.

Soundarchäologen unter Tage

In ihre Soundlandschaften flechten sie Samples aus alten Archiv- und Dokumentarfilmen ein. Waren diese Soundschnipsel auf dem Debüt „Inform-Educate-Entertain“ noch sehr breitgestreut und ließen Sir Edmund Hilllary die Erstbesteigung des Mount Everest kommentieren oder berichteten von der Erfindung des Fernsehens und dem Bau der „Spitfire“-Flotte, warfen sich Public Service Broadcasting für ihr nächstes Album mit ihrer ganzen Geek-Power auf das „Race for Space“, den Wettlauf zwischen der USA und der Sowjetunion um die Vorherrschaft im All – Vom Sputnik-Schock über Juri Gagarin bis zu ersten Mondlandung.

Die Band verwendet die Samples dabei keinesfalls als reine Effekthascherei, sondern sie sind zugleich Kommentar und Illustration der Songs, die bis zum aktuellen Album ganz ohne Gesang auskamen.

Jetzt also „Every Vallley“. Für die Aufnahme ihres aktuellen Albums zog es die Band die unter Tage an einen der  Schauplätze des britischen Bergbaus und des Grubensterbens, ins walisische Ebb Vale.

Dort bauten sie vor Ort ihre Verstärker und Mikrofone auf und holten sich erstmals Gäste wie James Dean Bradfield von den Manic Street Preachers und für die Single „Progress“ Tracyanne Campbell von Camera Obscura in ihr improvisiertes Studio.

Die Liveshow der Band sind wahre Multimedia-Spektakel die Sound und Bild auf einzigartige Weise kombinieren und die ihr Euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet.


In aller Kürze:

Was?  Public Service Broadcasting

Wo? Kranhalle

Wann?  Mi, 08.11.2017, Beginn: 20.45 Uhr

Wieviel? 18,80 Euro, Tickets hier


Beitragsbild: © Propeller Music

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