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Zwischen den Identitäten: Sinkane im Import/Export am 28. Oktober

Tobias Wullert

Mit Grunge und Indie und einem Berg Mixtapes aufgewachsen, verschlug es mich Ende der Neunziger nach München. Ich kam über die Musikredaktion von M 94,5 zum Journalismus.Nächte im Atomic Café wie auch in der Registratur und in der Roten Sonne prägten meinen Musikgeschmack, den ich seit über zehn als DJ und freier Journalist auslebe.
Tobias Wullert

Am Anfang war das Gefühl. „Dépaysé“ heißt auf französisch so viel wie entwurzelt, sich aus der gewohnten Umgebung herausgerissen fühlen und umschreibt das Empfinden, mit dem sich der Multiinstrumentalist Sinkane stark identifizieren kann. Schließlich floh seine Familie als er fünf Jahre alt war vor der politischen Gewalt im Sudan in die USA. Heute lebt Ahmed Abdullahi Gallab in New York, wo er bereits als Teil der Indieband Yeasayer und als Sessionmusiker für Caribou und Of Montreal erste Erfahrungen im Popbusiness sammelte, bevor 2007 sein erstes Soloalbum „Sinisterals“ erschien.

Verankert im Afrobeat

Auch auf seinem aktuellen Album „Dépaysé“ lässt sich Sinkane musikalisch wieder mal in keine Schublade stecken. Verankert im Afrobeat gibt es Ausflüge in Pop, Soul und Psychedelic Rock.

Vom hymnischen Opener „Everbody“ mit dem umarmenden Credo “We believe that everybody means everybody, It means you and me. Black, white, brown, he, she, gay all means we“ reicht Sinkanes Spektrum über eine jubilierende Hommage an sein Heimatland wie „Ya Sudan“- das im April diesen Jahres den korrupten Präsidenten Umar-al Bashir entmachtete – bis zum funky Elektropop-Song “Telephone“.

Tanzbare Identität

In den Songs Stranger oder “Be Here Now” setzt Sinkane sich aber auch mit dem kontrovers diskutierten Thema Religion auseinander. Wie seine Vorbilder Sly Stone, Fela Kuti, George Clinton und Bob Marley verpackt er Themen wie Religion oder Politik oder das Finden von Identität in tanzbare Popsongs.

Inspiration im Traum

Der psychedelische Titelsong und Herzstück des Albums kam Sinkane tatsächlich im Traum: “Ich träumte, ich lief nachts durch Omdurman, eine Stadt am Nil, in meiner Heimat Sudan, als ich jemand Gitarre spielen und arabisch singen hörte. Es war mein Vater, der mit überkreuzten Beinen auf dem Boden unter einer Straßenlaterne vor dem Haus meiner Kindheit sitzt und mit hypnotischer Stimme auf arabisch zu mir singt.“ Dieser Traum brachte ihm Frieden und er konnte die Dualität seiner Identitäten, Sudanesisch und Amerikanisch akzeptieren.

Am Montag, 28.10. kommt das Multitalent ins Import/Export und konnte sich damit kaum einen besseren Ort für seinen kosmopolitschen Pop-Entwurf aussuchen.

+++Wir verlosen Tickets+++

Wenn du jetzt große Lust auf das Konzert bekommen hast, lass uns unten einen Kommentar stehen – wir verlosen nämlich 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert. Ausgelost wird am Freitag, 25.10. und die Gewinner*innen per Mail benachrichtigt.


In aller Kürze

Was? Sinkane

Wann? Montag, 28.10.2019, Beginn 20.30 Uhr

Wo? Import / Export, Dachauer Str. 114

Wieviel? AK 23 €, VVK 25 €, Tickets hier


Beitragsbild via Powerline Agency

3 Comments
  • Karine Chabrel
    Posted at 10:42h, 23 Oktober

    Hallo, tolle Verlosung zum Konzert von Sinkane. Ich möchte hiermit teilnehmen. VG, Karine

  • David Hoehn
    Posted at 17:28h, 23 Oktober

    Die schon initial nicht gerade kleine Lust auf das Konzert wurde durch den schönen Artikel noch einmal vergrößert – das ist Musik wie wir in sie in diesen Zeiten brauchen, trotz (oder vielleicht gerade wegen?) im Vergleich zum Frühwerk zunehmender Eingängigkeit/Radiotauglichkeit…“I‘ve never met a stranger anywhere – Everyone!“ Gerne Teilnahme Verlosung, grüße, David

  • Florian Kraus
    Florian Kraus
    Posted at 10:47h, 28 Oktober

    ############### Das Gewinnspiel ist beendet #################

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