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YOU ARE IN MY WAVE – Kunst, die man sehen und hören kann!

Beim Betreten der Lothinger13 Halle im schönen Franzosenviertel am Ostbahnhof klingt und scheppert es bereits aus allen Ecken. Und das lag nicht nur an den Aufbauarbeiten, die kurz vor der Eröffnung noch im vollen Gange waren.

Dass die Verschränkung von Visualität und Musik viele Formen haben, seht ihr in den nächsten Wochen in der Lothringer13 Halle. Wir hatten gestern schon die Chance, noch vor der Vernissage mit den Kuratoren Jörg Koopmann und Lene Harbo Pedersen zu sprechen und uns von den anwesenden KünstlerInnen ihr Werke erklären zu lassen.

Waves@L.13©Jesper_Just.Sirens_of_Chrome.still

Jesper Just, Sirenen of Chrome, 2009 (Still)

Music has its way, music has its waves

Die Ausstellung zeigt Videoarbeiten der Schwedin Johanna Billing, des in Chicago lebenden Dänen Jesper Just und des Kanadiers David Hartt. David Hartt zeigt in „The Republic“ schwarz-weiß Aufnahmen aus Detroit und Athen, unterlegt von Musik aus der Feder von ‚The Sea and Cake‘ Mitglied Sam Prekop, der am 11. Mai sogar live im Einstein zusehen ist. Dass Prekop noch mehr kann, als nur Musik, zeigen seine ebenfalls ausgestellten Fotografien. In einer titellosen, seit 2010 fortlaufenden Serie, zeigt er Bilder aus seiner Heimat Chicago. In Chicago spielt auch die Videoarbeit „Sirens of Chrome“ von Jesper Just. Gezeigt werden vier Frauen in ihrem Auto, die zunächst scheinbar ziellos durch die Gegen fahren. Teilweise erinnert die Perspektive an den Beginn eines Gangster-Musikvideos.

Von Johanna Billing gibt es zwei Videoarbeiten zu sehen: In einer Mischung aus Inszenierung und beobachtender Dokumentation zeigt sie Szenen aus dem Alltag einer Jugendtanzgruppe in Rumänien („Lost Without Your Rhythm“) und eines Kinderchors in Zagreb („Magical World“). Wieder wird einem schnell der feine Unterschied bewusst, zwischen einem Musikvideo, das mit einem Song als roten Faden arbeitet, und Billing’s Arbeiten, die ihre eigene Gesichte erzählen und von der Musik nur atmosphärisch untermalt werden.

Der Niederländische Künstler Jeroen Diepenmaat zeigt seine „Dust“-Serie, eine Kollektion aus Staubkörnern, die nach dem Hören verschiedener, ausgewählter Platten an der Nadel seines Plattenspielers hingen. Den hohen Stellenwert von Vinyl verdeutlich er auch in „Black Gold“ durch einen Stapel „Goldbarren“, die allerdings nicht aus Gold, sondern aus Vinyl geformt sind. Bei der Vernissage gab er eine Live Performance mit drei selbst gebauten Klangkörpern.

Außerdem werden mehrere Zeichnungen des amerikanisch-venezuelanischen Psy-Folk Sänger Devendra Banhart ausgestellt.

Slideshow: David Hartt, The Republic (2014), Sam Prekop, No title (2010-2017)

Installationen von lokalen und nationalen Künstlern

Von dem Münchner Künstler Alexander Laner gibt es einige faszinierende Gerätschaften zu sehen: Ein Fahrrad, auf dessen Hinterrad eine Vinyl-Platte abgespielt wird, ein um einen Bleistift herum abgespieltes Tape (ihr könnt gerne versuchen, den Song zu erraten!), drei Radios zu einem Teremin umgebaut, mit dem ein Ton erzeugt werden soll, der ein Weinglas zum zerbrechen bringen soll, knisternde und blitzende visualisierte Frequenzwellen oder ein selbstgebauter Flügel. Ebenfalls aus München: Anne Pfeifer und zwei pulsierende und tanzende Boxen, die einen mit ihrem eigenwilligen Rhythmus in den Bann ziehen.

Die Installation „Tapemosphere #26“ von Tapemosphere, bestehend aus Balz Isler, Béla Pablo Janssen und Block Barley, ist nun schon die 26. Version ihrer selbst. Einen Plan für den Aufbau gibt es nicht, die drei Künstler lassen immer zuerst den Ausstellungsort auf sich wirken und bauen auch spontan mit ein, was eben gerade herumliegt. Hauptbestandteil sind drei aus Kassetten gelöste Tapes, die in drei unterschiedlichen Loops versetzt Klänge abspielen.


in aller Kürze: 

Wo? Lothringer13 Halle, Lothringer Str. 13 

Wann? 07. April – 28. Mai 2017

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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