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Pronx: das neue DJS-Magazin über Käffer und Kleinstädte

Stefanie Witterauf

Stefanie Witterauf

Stefi ist eine junge Journalistin aus München. Sie liebt Neologismen, Dadaismus und Kaffee. Den trinkt sie am liebsten auf Reisen. Bevor sie dreißig Jahre alt wird, möchte sie alle europäischen Hauptstädte gesehen haben.

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Stefanie Witterauf

Die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Journalistenschule in München haben in sechs Wochen ein Magazin auf die Beine gestellt, das sich dem Leben auf dem Land widmet. Damit das Magazin pronx auch jenseits des SZ-Elfenbeinturms gelesen werden kann, läuft bis zum 6. September eine Crowdfunding-Kampagne auf StartNext (https://www.startnext.com/pronx).

Wir haben uns mit Tarek Barkouni unterhalten, der zusammen mit Bernadette Mittermeier die Chefredaktion übernommen hatte, und nachgefragt, warum sie ein ganzes Magazin den Käffern und Kleinstädten gewidmet haben.

Tarek

Bernadette Mittermeier und Tarek Barkouni

Mucbook: Bock auf die Provinz? Was soll das sein?

Tarek Barkouni: Wir hatten Lust, das Landleben so zu zeigen, wie es für junge Menschen wirklich ist: manchmal nervig, oft aber auch aufregend, witzig, überraschend. Dreckiger, als es in der Landlust aussieht, und nicht so trostlos wie es oft dargestellt wird.

Kommst du selbst vom Land?

Ich selbst komme aus einem Vorort von Wuppertal. Die Busanbindung in die Stadt war ganz gut, aber ich konnte trotzdem im Wald spielen. Ich konnte also von beiden Welten profitieren. In der Redaktion ist es ungefähr Hälfte-Hälfte.

Würdest du gerne zurück?

Alleine durch die Jobangebote als Journalist ist auf dem Land leben schwierig umzusetzen. Aber ein Ferienhaus in der Pampa wäre schon ein Traum.

Vorteile von Provinzleben und Stadtleben?

Provinzleben: Ganz eindeutig die Freiheit, Ideen umzusetzen. Besonders wenn du ein paar Freunde hast, die jeden Scheiß mitmachen.

Stadtleben: Auswahlmöglichkeit für Einkauf, Freizeit und Jobs.

Wichtiger Gegenstand auf dem Land?

Ein Fortbewegungsmittel. Egal ob Fahrrad, Roller oder Auto. Ohne bist du auf dem Land aufgeschmissen und isoliert.

Größte Herausforderung als junger Mensch vom Land?

Wer auf dem Land lebt, hat eine Menge Herausforderungen zu meistern. Der Arbeitsmarkt ist oft klein und wenn dann noch alle anderen jungen Menschen wegziehen, kann es ganz schön einsam auf dem Dorf werden.

Vorurteile gegenüber Land-/Stadtmenschen?

Landmenschen: Angeblich sind ja die meisten Landmenschen kulturlose Hinterwälder, die nur saufen und dann besoffen Traktor fahren.

Stadtmenschen: Hier leben nur egoistische Snobs!

Aktuell wird von der Verelendung von Dörfern und Kleinstädten berichtet. Beispielsweise in Holzkirchen schließen eine ganze Menge Restaurants und Geschäfte, aber es machen keine neuen auf. Ist das nicht unattraktiv für junge Menschen?

Das ist das Problem, das wir mit unserem Magazin ansprechen wollen. Natürlich fallen erstmal viele Angebote weg. Aber die Möglichkeiten sind dadurch enorm, insbesondere für junge Menschen. Natürlich muss man dann selbst aktiv werden. Aber das passiert ja auch.

Was ist neu, anders und einzigartig an eurem Magazin?

Wir sind das einzige Magazin, das eben nicht rumjammert, wie schlimm es auf dem Land ist. Stattdessen feiern wir die jungen Menschen, die sich trauen ihr Leben auf dem Land selbst zu gestalten. Gleichzeitig vergessen wir aber nicht, dass es Probleme gibt. Da kann man auch mal wütend werden, ohne zu jammern. Verbunden mit einem modernen Design haben wir so ein Magazin geschaffen, das es nicht auf dem Markt gibt.

Wie viel Zeit habt ihr in euer Projekt investiert?

Von der Idee bis zur Fertigstellung waren es ungefähr sechs Wochen. In denen haben wir aber gerne mal 12 bis 14 Stunden am Tag gearbeitet. Recherche, Design oder Textarbeit. Einer unserer Redakteure hat fast eine Woche im Auto geschlafen, weil er für eine Fotostrecke durch Süddeutschland gefahren ist.

Wie kann man euch unterstützen?

Das Crowdfunding läuft noch zehn Tage und uns fehlen noch 600 Euro. Ab fünf Euro kann man uns unterstützen und pronx damit denen auch zugänglich machen, die es betrifft.

Hier kannst du Pronx unterstützen!

Was für Geschichten erzählt ihr in pronx? Kannst du uns schon etwas verraten?

Wir haben zwei jungen Winzer besucht, die gerade das Wein-Business aufmischen. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist aber das Porträt über den Porno-Buchautor aus Bayern, der mit seinen Büchern in seinem Dorf einen Riesenstreit verursacht hat.

An was hast du gearbeitet?

Gemeinsam mit meiner Co-Chefredakteurin Bernadette Mittermeier haben wir hauptsächlich organisiert. Ich habe ein Interview über Armut auf dem Land mit einem Sozialarbeiter geführt. Ein Thema, das mich persönlich sehr interessiert, weil Armut auf dem Land oft unsichtbar ist.

Wann ist eure Releaseparty und wo?

Am 14. September in der Shaxe-Bar! Kommt gerne alle vorbei.

Eure Infos im Netz?

Auf Instagram (https://www.instagram.com/pronx_magazin/) zeigen wir, welche Geschichten im Heft sind und stellen die Redaktion vor.


Beitragsbild: © Pronx

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Das Heft über „Wohnen trotz München“

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