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Architekturstudent*innen wollen uns die Stufen vor der Glyptothek zurückgeben

Die Glyptothek ist wegen Umbau geschlossen und das leider bis 2020. Damit wir die ersten Sonnenstrahlen trotzdem auf den beliebtesten Treppen Münchens geniessen können, haben sich zwei Architekturstudenten jetzt eine Übergangslösung überlegt. Sie wollen die Baustelle und deren Umstände als Ort nutzen, der Potential bietet, das andere Orte in München nicht haben.

 

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Die Stufen vor der Glyptothek sind versperrt, aber hoffentlich nicht für lange

Zwei Sommer, ohne auf den Stufen vor der Glyptothek sitzen zu können um sich zu Sonnen? Das darf nicht sein, dachten sich Maria Schlüter und Nick Förster, zwei Studenten der TU, als sie an der von Stacheldraht bekrönten Holzwand vorbeigingen, die zur Zeit den Blick auf das Gebäude abschirmt. Kurzerhand entwarfen sie bei einem Kaffee ein Konzept um die Situation so umzugestalten, dass der Ort weiterhin nutzbar bleibt.

In der Lösung des Problems entdecken die Studenten Möglichkeiten, die andere Plätze in München nicht bieten können. Statt nur die Treppen zu rekreieren, möchten sie das Potential der Baustelle nutzen. Vor der Wand soll eine zweistufige Treppe entstehen, in deren Mitte sich die sogenannte „Glyptotheke“ befinden würde.

Ein Projekt, das mehr bieten soll als einen Aufenthaltsort

Ein Raum, der für Musik, Theater, Kultur genutzt werden könnte – auch die Wand könnte als eine Art Galerie einen weiteren Zweck erfüllen. So soll eine Infrastruktur geschaffen werden, die auf verschiedene Arten genutzt werden kann. Die Skizze und die Idee stieß beim Baureferat, beim Bezirksausschuss und bei der Leitung der Glyptothek gleich auf Zustimmung (wenn auch unter gewissen Vorbehalten seitens der Museumsleitung, was einen möglichen Barbetrieb anbelangt, laut SZ.)

Bei der Planung müssen natürlich die Sicherheitsvorschriften der Baustelle und auch andere Projekte der Museumsleitung koordiniert werden. Aber da von allen Seiten Interesse besteht, ist die Hoffnung groß, dass das Projekt so bald wie möglich umgesetzt werden kann – im Idealfall so, dass es vor dem Sommer fertig ist.

Ausgedacht von zwei Stadtverbesserern mit Erfahrung…

Das ist nicht das erste mal, dass die beiden Studenten eine Baustelle innovativ nutzen: Bereits vor zwei Jahren haben sie in der Maxvorstadt das Projekt mit dem Namen „Lückenfülle“ auf die Beine gestellt. Auch da ging es darum, den temporären Zustand einer Baulücke auszunutzen und einen coolen Ort daraus zu machen (mit Erf0lg).

Bei der „Glyptotheke“ soll jetzt wieder die Dynamik aus kontinuierlicher Nutzung und einzelnen Veranstaltungen genutzt werden, um einen einladenden Platz zu kreieren, der die anderthalb Jahre Baustelle praktisch nutzt.

Wie man so ein Projekt neben dem Studium stemmen kann, wollten wir von den Machern wissen: „Naja, es ist ja auch professionell interessant. Ist natürlich viel zu tun, aber es macht ja auch Spaß“ sagt Nick Förster, der an der Technischen Universität Architektur studiert.

In diesem Sinne: Wir drücken die Daumen und freuen uns drauf, bald auf den Stufen der Glyptotheke in der Sonne sitzen zu können.

Inzwischen zeigt auch die Stadtverwaltung Interesse an den Entwürfen und möchte das Projekt im Mai beginnen lassen.


Beitragsbild: © Anna Kirchhofer, Illustrationen: Nick Förster

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