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„Damit die Kunst zu den Leuten kommen kann!“ – 30 Jahre Artothek

Wieso teuer kaufen, wenn man auch günstig leihen kann? Das wollten mir meine Eltern in Anbetracht der Geschwindigkeit, mit der ich Bücher verschlang und immer wieder neuen Nachschub brauchte, schon sehr früh nahelegen. Gefruchtet hat es damals nicht. Die kindliche Begeisterung für eine meterlange Reihe ‚Freche Mädchen‘ Bücher mit teilweise sogar glitzernden Buchrücken im eigenen Bücherregal war dann doch größer. Einige Jahre später und beim Thema Auto sieht die Sache schon ganz anders aus. DriveNow und Car2Go bringen einem den Luxus eines eigenen Autos – nur dass es eben geliehen ist, und sämtliche Probleme wie Kosten für Stellplatz, Reparatur oder Steuern somit wegfallen. Ich habe auch einmal etwas über einen Luxus-Handtaschenverleih gelesen. Heute Céline, morgen Prada, übermorgen die große Karriere als Instagram-Fashionista.

Bücher, Autos, Handtaschen – Kunst leihen?

Aber wusstet ihr, dass man sich sogar Kunstwerke einfach ausleihen und in seine Wohnung hängen kann? Oder ins Büro? Und das nicht weniger kompliziert oder günstig, als würde man in eine Bibliothek gehen? Das geht! Und zwar schon seit 30 Jahren in der Artothek München. Weil sich viele kunstbegeisterte Münchnerinnen und Münchner dieser Tatsache überhaupt nicht bewusst sind, geht die Artothek anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens auf Tour durch München. Das Artothek-Mobil, gestaltet von Künstlerin Gabi Blum, macht auf Münchner Festivals wie dem Kunstareal Fest oder dem Corso Leopold halt und informiert über das Angebot. Mit im Gepäck: Einige Originale aus der knapp 2000 Kunstwerke umfassenden Sammlung.

How to Artothek: leichter als gedacht!

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Die Kunstleihe in der Artothek ist wirklich nicht viel komplizierter oder teuerer als der Gang zur Bibliothek. Denn ein Artothekausweis kostet 5,00 Euro im Jahr. Und die Ausleihgebühren pro Monat und Kunstwerk belaufen sich auf nur 3,00 Euro bei privater Nutzung und 7,00 Euro bei gewerblicher Nutzung. Die Versicherung der Bilder ist in den Leihgebühren enthalten. Leihberechtigt ist jeder im Raum München mit einem gültigen Personalausweis – damit „die Kunst zu den Leuten kommt!“

„Durch die Möglichkeit der Kunstleihe wird man auf Zeit Besitzer eines Kunstwerks, zum Ausstellungsmacher in seinen eigenen vier Wänden oder zur Kuratorin im Büro.“ so Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers. Ob ihr also die Damen vom Elternbeirat beim Brunch im eigenen Wohnzimmer beeindrucken oder die WG-Küche neben abgerissenen Plakaten auch mit Werken von Münchner Künstlerinnen und Künstler schmücken wollt, hier ist eure Lösung!

Klingt cool? Dann schaut doch mal in eine Ausstellung oder zu einer der vielen Veranstaltungen der Artothek-Tour! Das Veranstaltungsprogramm findet ihr hier.


Bilder: Artothek München

Giulia Gangl

"Überladung mit überflüssigen Fremdwörtern,
ausgiebige Verwendung von Modewörtern.
Die grauenhafte Unsitte, sich mit Klammern (als könnte mans vor Einfällen gar nicht aushalten) und Gedankenstrichen dauernd selber - bevor es ein anderer tut - zu unterbrechen, und so (beiläufig) andere Leute zu kopieren und dem Leser - mag er sich doch daran gewöhnen! - die größte Qual zu breiten.
Aufplustern der einfachsten Gedanken zu einer wunderkindhaften und verquollenen Form."
(Kurt Tucholsky)

Ups.
Giulia Gangl
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