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Die Karawane zieht (wieder) weiter: der Stattpark Olga hat endlich eine neue Heimat

Die Zeit drängte, bis zum 30. November 2018 müssen die Bewohner des Stattparks Olga ihren alten Standpunkt – ihre alte Heimat in der Boschetsrieder Straße – in Obersendling für die geplante Anschlussplanung der Stadt komplett räumen. (Wir berichteten darüber.)

Seit gut acht Jahren bietet die Bauwagen-Initiative ein Zuhause für all diejenigen, die ihren Traum vom alternativen Leben verwirklichen wollen. Das Hangeln von Zwischennutzung zu Zwischennutzung dauert leider ebenfalls acht Jahre an. Die Beteiligten wünschen sich Seitens der Stadtführung mehr Planungssicherheit für die Zukunft. Wann und ob die Stadt überhaupt ein dauerhaft mietbares Grundstück zur Verfügung stellt, steht in den Sternen.

Mit Anlaufschwierigkeiten

Erfreulich ist aber, dass für die nähere Zukunft eine temporäre Lösung gefunden wurde und die Wohnwägler nicht mehr bangen müssen. OB Dieter Reiter (SPD) war daran maßgeblich beteiligt. Er setzte sich letztendlich, zwar erst nach neun Monaten, aber gegen Ende hin mit zunehmendem Engagement für eine Lösung beim Kommunalreferat ein. Als Dankschön wurde ihm am Dienstag, von einer kleinen Delegation des Stadtpark Olgas, eine Dankestorte überreicht.

Die Karawane musste jedoch nicht weit wegziehen, das städtische Grundstück liegt ebenfalls in Sendling. Genauer an der Ecke Heckenstaller- und Passauerstraße, 1200 Meter Luftlinie von ihrem alten Standort an der Boschetsrieder Straße entfernt.

Ein Gewinn für jeden

Die Zentrumnähe spielt hier eine entscheidende Rolle. Denn ohne die, wäre das Konzept des Stattparks zerstört. Es würde sich nur noch um ein Wohnprojekt handeln und nicht mehr um einen Ort der Kultur und gemeinsames Leben verbindet. Auch die Kinder müssen ihr gewohntes Umfeld in der Schule und dem Kindergarten nicht verlassen. Für Sendling als Stadtteil ist die Soziale Wohngemeinschaft ebenfalls ein Gewinn. Die Wagenburg trägt maßgeblich dazu bei, dass der Stadtteil neben Schwabing und der Maxvorstadt kein weiteres Opfer der Gentrifizierung wird.

Konzerte, Vorträge und Filmvorführungen für alle

Die Umzugsarbeiten sind schon voll im Gange und die meisten Bewohner in ihrer neuen Heimat angekommen. Auf ihrer Internetseite heißt es, dass sie schon fest daran arbeiten ihr Dezemberplatzcafe am 2. Donnerstag im Advent, quasi zur Eröffnung, fertigzustellen. Sie freuen sich über jeden, der ihrer Einladung folgt und sich auf einen Punsch zu ihnen gestellt.

Neben dem bevorstehenden Kaffee bietet die Wagenburg wöchentliche Konzerte, Vorträge und Filmvorführungen sowie eine Fahrradreparier-Werkstadt und Selbsthilfe-Workshops. Die Angebote sind immer kostenlos und besonders attraktiv für Menschen mit wenig Geld, Geflüchtete und sozial Schwache. Auch andere soziale Projekte, wie Bellevue di Monaco, werden durch den Stadtpark unterstützt.

StattparkOlga8

München braucht Olga

München braucht solche unkommerziellen und unverwechselbaren Orte, denn genau diese machen die Metropole bunter und lebenswerter. Auch wenn man selbst kein Bewohner ist, sind solche Freiräume für das soziokulturelle Leben notwendig.

Olga bringt das auf ihrer Internetseite ganz gut auf den Punkt: „München wäre ärmer ohne Olga. München braucht Olga und Olga braucht München.“ Punkt.

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