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DJ Henning Furbach: 7 Sommerhits für die Indiedisco 2019

Ein Gastbeitrag von Henning Furbach

Klar, im Sommer ist der Drang gebremst, sich in einen Tanzkeller zu begeben. Aber hey. Manchmal regnet’s. Manchmal ist es innen im Club mit Klimaanlage angenehmer als auf dem schwülen Asphalt der Stadt. Außerdem: Gute Songs kann man ja auch auf dem Balkon oder an der Isar hören. So oder so – ich hab’ hier mal sieben Lieder aufgelistet. Für mich sind es die Sommerhits der Saison 2019. 

Außerdem, seien wir ehrlich: Indie-Discos haben ja auch den Ruf, dass immer die gleichen Songs laufen. Hier der Beweis, dass man sehr wohl auch mit frischen Tracks feiern kann.

1. Dude York – „Box“

Song 1 unserer Liste stammt aus Seattle. Das zweite Album des Trios Dude York steht vor der Tür und die Vorab-Single „Box“ ist ein Musterbeispiel für eine richtig schön schmissige Gitarrennummer. Mitsingen! „I’ll never love again…“

2. Green Buzzard – „I Don’t Wanna Be Alone“

Wo kommt der beste Britpop der letzten Jahre her? Genau, aus Australien. (DMA’s, Jagwar Ma, Deep Sea Arcade, Middle Kids…) Klar also, dass auch Green Buzzard aus Sydney stammen. Oder genauer: Stammt. Die Band fing mal als Quintett an, Songwriter Patrick Harrowsmith ist aktuell als einziges Mitglied übrig geblieben. Anyway, „I Don’t Wanna Be Alone“ hat eine prima Melodie, die sofort im Ohr bleibt.

3. Sløtface – „Telepathetic“

Das wird eine kleine musikalische Weltreise hier, denn jetzt geht’s nach Norwegen. Aus Stavanger stammen Sløtface. Ein junges Quartett, das konkrete feministische Stellung bezieht, aber dabei nie den Spaß vergisst. Spaß macht sie, die neue Single „Telepathetic“. Ein flotter Indie-Fetzer, wie er im Buche steht.

4. Fontaines D.C. – „Sha Sha Sha“

Falls ihr’s nicht mitbekommen habt: DAS Indierock-Album des Jahres, das wohl unmöglich noch getoppt werden kann, erschien im März. Es kommt vom famosen Quintett Fontaines D.C.. Das sind fünf jungen Intellektuelle aus Dublin, die zu Freunden wurden, weil sie sich alle für Poesie interessierten. Bevor sie die Band gründeten, legten sie kleine Gedichtbände in Dublins Buchläden aus. Ihre Songs also: Topschlau artikulierte Wut. Wir tanzen dazu schon ein paar Monaten. Im Sommer hören damit bestimmt nicht auf.

5. Cayucas – „Real Life“

Die Zwillinge Zach und Ben Yudin stammen aus Kalifornien, aus der Nähe der Surfer-Kleinstadt Cayucos. Dass sie ihre Band nach dem Örtchen benannt haben, unterstreicht: Sonnige Leichtfüßigkeit und ein wurliger Surfpop- und Beach Boys-Einfluss sind die Standbeine ihres Sounds. Auch auf ihrem dritten Album, dessen Titelsong definitiver Stammgast in unserem Programm ist. Ein Video müssen die Herrn dazu allerdings noch drehen.

6. Ride – „Repetition“

Hey! Hat jemand Ride nicht Bescheid gesagt? Normal sind Bands doch nach der Wiedervereinigung nur ein Schatten ihrer selbst! Die englischen early-90s-Shoegaze-Helden aber haben auch schon auf ihrem 2017er-Comeback-Album ein paar Songs hingelegt, die den Level ihrer Klassiker halten. Im August steht ein zweites Post-Reunion-Album vor der Tür und einmal mehr käuen Ride nicht einfach nur wieder, was sie groß gemacht hat, sondern sie strecken auch erfolgreich ihre Fühler in neue Richtungen aus. Der Track „Repitition“ klinkt New Wave-Synthpop/Electronica und „Heroes“-Ära-Bowie-Atmosphären in ihren Sound ein. 

7. Metronomy – „Caramel Salted Ice-Cream“

Okay, das war klar. Es gab nur ein Lied, das diese Liste abschließen könnte. Metronomy haben schon mal einen Sommerhit hingelegt, das war „The Look“. Ewig jung scheint dieser Songs zu sein, aber er ist jetzt auch schon acht Jahre alt. Ihre aktuelle Single klingt anders als „The Look“, hat aber zwei wichtige Elemente eingefangen: Die gewitzte Verspieltheit, die Luftigkeit im Arrangement. Ein Popsong wie ein Kindergeburtstag. Herrlich.  


Das ist genau dein Ding? Dann ab in den Bouncing Ballroom am Samstag, 20.7. im Folks! Club, da legen nämlich DJ Henning Furbach und Tom Yorba genau solche und andere Indie-Kracher auf.


In aller Kürze:

Was? Bouncing Ballroom

Wann? Samstag, 20.7. ab 23 Uhr

Wo? Folks!, Thalkirchner Str. 2

Wieviel? 6 € // Wie immer freier Eintritt bis 24:00 Uhr // halber Eintritt bei Event-Zusage //


Beitragsbild: © Krys Amon on Unsplash

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