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Joyce Muniz: „Made in Vienna“, zu Gast in München

Julius Zimmer

Mich fasziniert das Absurde im Alltag. Das ist einer der Gründe, warum ich mich in meiner Wahlheimat München so wohl fühle: Hier erwachen Widersprüche zum Leben. "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Herz auszufüllen. Wir müssen uns den Münchner als einen glücklichen Menschen vorstellen."
Julius Zimmer

Joyce Muniz hat ihre Kindheit in Brasilien verbracht und zog im Teenageralter in die österreichischer Hauptstadt Wien. Bevor sie sich als Musikerin einen weltweiten Namen machte, spielte sie sich als DJ durch die verschiedensten Clubs in Wien.

Inzwischen produziert sie ihre eigene Musik und feiert am 24.12 in der Registratur die Veröffentlichung ihres ersten Albums „Made in Vienna“. Wir haben mit Joyce vorab ein kleines Interview geführt und konnten ihr einige interessante Details über ihren Workflow entlocken.

Made in Vienna ist vor einem guten Monat rausgekommen und umfasst 11 Songs. Ein sehr solider Release. Wie lange hast du insgesamt daran gearbeitet?

Insgesamt habe ich zirka zwei Jahre daran gearbeitet. Es war ein sehr angenehmer Prozess, weil tatsächlich viele Tracks davon auf Tour entstanden sind.

Produzierst du die Rhythmen und Arrangements ganz alleine oder hast du jemanden, der dir dabei zur Seite steht?

Ich habe für dieses Projekt viele Gastmusiker und Sänger eingeladen. Die Ideen stammen von mir, aber ich bin sehr glücklich, dass ich für die einzelnen Tracks immer die passenden Musiker gefunden habe. Das hat sich gut ergeben und wir haben uns immer ergänzt.

Ohne zu viel über deinen Workflow zu verraten, aber hast du ein Lieblingsinstrument im Studio? Synthesizer, Sampler, DAW? 

Ich arbeite in einem sehr minimalen Studio. Vor einem Jahr habe ich mir das Elektron Synthesizer organisiert und bin eigentlich sehr verliebt in das Teil. Seit guten sechs Monaten mache ich Beats mit der MachineStudio2 von Native Instruments – das macht richtig Spass und ich denke, dass ich mit der Zeit meine Analogs noch erweitern werde.

Beschreib mir den Moment, an dem du die Entscheidung getroffen hast “Ich will Musik machen!”

Bevor ich Musik produziert habe, war ich DJ. Ich habe Platten und Musik gesammelt, war ständig damit beschäftigt neue Styles zu finden. Der Drang Musik zu machen war immer da.

Joyce Muniz ist am 24.12 zu Gast bei den Jungs und Mädels von ESCON. In der Registratur feiert sie ihr Album-Release.

Deine Musik scheint sehr stark von souligen Elementen zu profitieren. Ziehst du viel aus der Musik der 60er und 70er Jahre?

Eigentlich nicht. Ich glaube dass dieser soulige Background eher aus dem HipHop und TripHop kommt. Ich bin ein grosser Fan von TripHop. Der Soul der 70er hat wenig Einfluss auf meine Arbeit.

Wozu hat Joyce Muniz gefeiert und getanzt als sie 17 Jahre alt war?

Mit 17 war ich hauptsächlich auf AcidTekno – und DrumNBass – Parties. Das war auch der Sound den ich zu dieser Zeit gespielt habe. Als erholsamen Ausgleich habe ich auch HipHopParties besucht oder bin auf Live-Konzerte gegangen. Das tue ich übrigens nach wie vor sehr gerne.

Dein deutlicher Bezug zu Österreichs Hauptstadt liegt auf der Hand. Was genau bedeutet Wien für dich?

Ich bin mit 12 Jahren von Brasilien nach Österreich gezogen. In Wien habe ich elektronische Musik kennen und lieben gelernt. Für Wien waren die 90er die Hochzeit des DownTempo. Es gab viele internationale Künstler und Labels in der Stadt. Wien hat mir die Möglichkeit gegeben, mich als DJ und Künstlerin zu entfalten.

Vielen Dank für deine Zeit! Wir freuen uns auf deine Show an Heiligabend in der Registratur, München!

Die Show: ESCON pres. Joyce Muniz Album Release Party

Das Album: Joyce Muniz – Made in Vienna

Beitragsbild: (c) Exploited Records 

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