Kultur

KINO DER KUNST – Verlosung

Theresa Hein
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Was verbirgt sich eigentlich hinter den roten Plakaten, die derzeit im Münchner Stadtgebiet Litfaßsäulen schmücken? Alles andere als ein gewöhnliches Filmfestival! Das besondere an KINO DER KUNST im Vergleich zu anderen Filmfesten, ist, dass das Festival trotz seines gewachsenen Bekanntheitsgrades eine Nische bedient: „Wir zeigen ausschließlich Filme von bildenden Künstlern, keine Fernsehformate, keine Dokumentationen. Und ausschließlich Filme, die mit Fiktion und Narration spielen. Also alles, was so ein bisschen unkonventionell ist“, erklärt Heinz-Peter Schwerfel, der künstlerische Leiter.

Trotzdem bemüht sich KINO DER KUNST, als Festival auch die Leute anzusprechen, die eventuell vor surrealistischen Erzählwelten zurückschrecken: So gibt es neben den zahlreichen Ausstellungen und Filmen auch Künstlergespräche. Der Titel „Kino der Kunst“ bezieht sich vielmehr auf die „Schau“ von Kunst, das hautnahe Erleben, nicht nur von Filmen, sondern auch von Erzähltechniken. Im Museum Ägyptischer Kunst zum Beispiel werden künstlerische Videospiele ausgestellt und unter dem Titel „Archäologie der Zukunft“ ein Bogen zwischen „Games und Kunst“ gespannt – es geht also auch um das Betrachten von Kunstformen, die von der breiten Masse als solche eher vernachlässigt werden.

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Larry Clark, „The Smell of Us“, FRA 2014, 92′ © Larry Clark, Courtesy of the artist and Luhring Augustine, New York

„Wir werfen mit den Ausstellungen den Blick zurück auf die letzten 20 jahre künstlerischen Erzählens, können aber auch den Blick auf morgen wagen! Letztes mal hatten wir mit dem Schwerpunkt `Internationaler Wettbewerb´ vor allem eine Bestandsaufnahme der Gegenwart, jetzt führen wir einen Rundumschlag durch!“, erklärt Heinz Peter Schwerfel. Im Museum Brandhorst und der Pinakothek der Moderne geht es vor allem um eine Erklärung dessen, wie sich die Kunst der Erzählens in der Vergangenheit gewandelt hat: Im Rahmen der Ausstellung „Creating Realities. Begegnungen zwischen Kunst und Kino“ werden in den Medienräumen des Museums Brandhorst Video-Arbeiten von Camille Henrot gezeigt. Jedem, der melancholisch der klassischen Jack Lemmon-Erzählerstimme eines Billy Wilder Films nachtrauert, wird diese Ausstellung einen neuen Blick (oder mehrere neue Blicke?) auf erzählte Realität eröffnen.

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Alexandre Singh, „The Humans“, 2013/14, 173’ © Alexandre Singh, Courtesy of Sprüth Magers

Anhand der Exponate, Installationen und der gezeigten Filme soll bewusst gemacht werden, dass im Film nichts „einfach so“ geschieht: „Da ist keine Zufallsreflektion“, sagt Schwerfel, dem vor allem der wissenschaftliche Umgang mit den Erzähltechniken am Herzen liegt. In der Pinakothek der Moderne sind bis 31. Mai noch Installationen unter anderem von Ulla von Brandenburg und Sam Taylor-Wood (und ja, die hat auch bei „Fifty Shades of Grey“ Regie geführt). Die Künstler wie die Filme spielen mit Erwartungshaltungen, bestätigen und brechen sie.

Besonderer Wert wurde bei der Auswahl der einzelnen Filme auf die Grenzüberschreitung gelegt. „Das bedeutet, selbst, wenn es um Realität geht, soll bewusst werden – die Wirklichkeit ist eine künstlerische.“ Im Vergleich zum letzen Kino der Kunst seien aber diesmal auch vermehrt spektakuläre, längere Filmproduktionen dabei, „freizügige Filme“, und auch Tabubrüche.

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Evangelia Kranioti, „Exotica, Erotica, Etc.“, FRA 2015, 73’, Aurora Films, Paris

Wer jetzt neugierig geworden ist oder seiner eigenen, stringent erzählten Wirklichkeit entfliehen möchte, für den haben wir von mucbook die Lösung. Und was wäre ein konsequenterer Bruch mit der Konvention, als seine Karten über eine Verlosung zu erhalten? Wir verlosen gemeinsam mit Kino der Kunst jeweils zwei Tickets für die folgenden Vorführungen: Donnerstag, 23. April, 20:00 Uhr, HFF Audimax, „Zurück in die Zukunft“; Samstag, 25. April, 20:00 Uhr, HFF Audimax „Kunst-Geschichten“, sowie am Sonntag, 26. April, „Albtraum Gegenwart“, ebenfalls im HFF Audimax. Wer kein Glück hat, der kann hier Karten auf dem altmodischen Weg erstehen. Schnell raus aus der Realität und rein ins Kino der Kunst!

Einen Überblick über das Programm findet ihr hier.

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Still KINO DER KUNST 2015 Trailer, Performer: Polina Lapkovskaja aka Pollyester, Director: Susanne Steinmassl, Production: Gamut Film GbR, Foto: Georg Nikolaus

1Comment
  • Barbara Müller
    Posted at 23:14h, 20 April

    Polina Lapkovskaja aka Pollyester

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