Münchenschau, Stadt

Konzertsaal-Debatte: Macht die Paketposthalle das Rennen?

Jan Rauschning-Vits

Der neue Konzertsaal in München wird kommen. Wenigstens das scheint sicher. Wo er entstehen soll, darüber diskutieren viele verschiedene Parteien.

Ein Konzertsaal, der dem „Ruf der Landeshauptstadt als internationale Musikmetropole gerecht wird“ (Mariss Jansons, Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks) soll es werden. Ob München neben dem Gasteig solch einen Saal braucht oder nicht – diese Debatte scheint entschieden.

Nun wird jedoch noch heftig um den genauen Standort gestritten. Alle innerstädtischen Lösungen, die Gelände oder Gebäude der öffentlichen Hand beinhalten, sind mittlerweile vom Tisch. Es bleibt der Zweikampf zwischen Werksviertel (alte Pfanni-Werke, besser bekannt als Kultfabrik/Optimolwerke) und der Paketposthalle in der Nähe des Backstage. Das ist diese große Betonhalle, die aussieht wie eine große, graue Kellerassel.

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Der Standort an Friedenheimer Brücke //Quelle: Die Resonanz

Beide Standorte haben ihre Vor- und Nachteile. Jedoch ist der Besitzer des Werkviertels anscheinend nicht so scharf auf ein Konzerthaus in „seinem“ neuen Stadtteil, während im Westen der Stadt groß getrommelt wird. Das Konzept Werksviertel sieht viele Wohnungen, Geschäfte und Kreativräume vor. Der Pfanni-Erbe, dem das Gelände gehört, hat einen festen Plan, der ihn reich machen wird. Den Konzertsaal braucht er dafür nicht. Außerdem möchte er den Grund dafür gerne behalten, während Regierung und Staat ihm diesen gerne abkaufen möchten. Die Paketposthalle würde zwar voraussetzen, dass der Post ein Ausgleichsgrundstück angeboten wird, wo diese dann ein neues Briefzentrum bauen kann. Jedoch sind alle Beteiligten offensichtlich große Fans dieser Lösung. Hier gibt es keinen zögerlichen Großgrundbesitzer wie am Ostbahnhof.

Die Staatsregierung beauftragte die Actori GmbH mit einer Machbarkeitsstudie, die klären sollte, ob ein neuer Konzertsaal in München überhaupt benötigt wird. Das Investorenkonsortium um den Standort Paketposthalle beauftragte jetzt die gleiche Beratungsfirma für eine Studie zur Wirtschaftlichkeit eines Konzertsaals in der alten Posthalle. Ganz schön clever! Denn damit hat die Studie gegenüber den Verhandlungspartnern mehr Gewicht, da ja auch die Regierung dem Urteil der Actori vertraut.

Vergangenen Sonntag veranstaltete die CSU-Nymphenburg mit den Investoren der „Resonanz“ (so soll der Konzertsaal in der großen, alten Betonhalle heißen) eine Info-Veranstaltung. Auch Kunstminister Ludwig Spaenle war da. Laut AZ bleiben jedoch noch einige Fragen offen: Es sei noch nicht klar, wer den Saal betreiben solle. Nur die Kosten von cirka 250 Millionen Euro stünden schon fest.

Es spricht also viel für die Halle im Münchner Westen. Doch noch ist nichts entschieden und wir dürfen weiter gespannt sein.

 

Bildschirmfoto 2015-11-17 um 13.03.54

 

Fotocredits: Die Resonanz

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