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Meine Halte: Maillingerstraße – oder Neuhausen aus den Augen einer „Zuagreisten“

So ganz finde ich mich ohne Google Maps noch nicht im Münchner Großstadt-Labyrinth zurecht (verständlich, da ich erst vor wenigen Tagen meinen Wohnsitz vom Bodensee in die bayrische Landeshauptstadt verlagert habe). Auf der Suche nach neuen Lieblingsorten, dem schnellsten Weg zur MUCBOOK-Redaktion und dem „Zuhausegefühl“ verirre ich mich aber gerne und zur Abwechslung auch absichtlich in den Straßen Neuhausens, der Welt über meiner Halte: der Maillingerstraße.

„Du stehst auf dem Fahrradweg!“

Wenn du nicht gerade selber mit dem Fahrrad unterwegs bist und an der Ampel wartest, stehst du womöglich auf ihm: dem Fahrradweg. In Neuhausen ist er überall. Oder zumindest sind überall Fahrradfahrer, die die Eingrenzung des Fahrradweges wohl zu übersehen scheinen. Um mögliche Kollisionen mit Fahrradfahrern aus dem Weg zu gehen, halte immer die Augen und Ohren offen. Oder bleib am besten gleich daheim!

Denn was das umweltfreundlichste Gefährt angeht, so sind die Anwohner meines Viertels wohl ganz vorne mit dabei. Räder lehnen an jeder Hauswand – die „Bitte keine Fahrräder anlehnen“-Schilder werden gekonnt ignoriert und dort wo mal kein Fahrradweg ist, wird sich eben einer hingedacht. Also alles streng nach dem Motto: „Augen auf im Fahrradverkehr“.

Kleines Berlin und der womöglich BESTE Italiener der Welt ?

Ist diese Zeile ein wenig hoch gegriffen? Vermutlich schon, allerdings wird bei der ersten Gabel der frischen Strangozzi al Limone im Il Mellograno, erstmal jeder Zweifel über die Richtigkeit der Aussage hinweggeweht. Echte Italiener, mit echtem italienischen Essen und echter italienischer Gastfreundlichkeit. Wenn du ein paar mal da warst, gehörst du quasi schon dazu und wirst in Geheimnisse wie das Pistazien-Eis eingeweiht (steht nicht auf der Karte, ist aber gefährlich gut!).

Und sollte es dich nach urbanem Chic mit dem Berlin-Faktor dürsten, dann findest du im Butter genau, wonach du suchst. Irgendwie einfach cool, ganz ohne cool sein zu wollen.

Der erste Eindruck zählt!

Man sagt ja immer, der erste Eindruck sei der Wichtigste. Und so ganz falsch ist das nicht. Als ich vor gut einem Jahr das erste Mal für längere Zeit in München war, habe ich mich sofort wohl gefühlt. Die Sonne hat geschienen und Neuhausen hat sich mir von seiner besten Seite präsentiert.

Seither hat die Sonne für mich nicht aufgehört, die Altbauten, die kleinen Cafés, die allseits präsenten Rewes und Penny’s dieser Welt und all die Münchner auf Ihren Fahrräder anzuscheinen. Irgendwie geht in meinem Herzen immer die Sonne auf, wenn ich aus der Maillinger-U-Bahnstation schreite und mich mitten in Neuhausen befinde.

So lange werde ich nach dem „Zuhausegefühl“ wohl nicht mehr suchen müssen.


Beitragsbild: © Lisa Drössel

1Comment
  • Georg
    Posted at 12:24h, 09 Juli

    Super gemacht Lisa. Da freut man sich auf mehr.

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