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München fährt Rad: Worum es geht beim Bürgerbegehren Radentscheid

Seit dem 28. März kannst du beim Bürgerbegehren Radentscheid deine Unterschrift dafür abgeben, dass Münchens Verkehrsnetz radlfreundlicher wird. Wer das Bürgerbegehren initiiert hat und worum es konkret geht, erfährst du hier:

„Radlhauptstadt München“, aber …

… gegen die Entscheidung, mit dem Fahrrad zur Arbeit oder in den Englischen Garten zu fahren, sprechen für viele noch immer die turbulenten Strecken auf stark befahrenen Straßen und das lästige Warten an jeder Kreuzung.

Radfahren in München ist momentan leider immer noch in etwa so angenehm wie eine U-Bahnfahrt zur Wiesnzeit. Dabei hätte das Fahrrad so viele Vorteile gegenüber dem Auto: Du musst nicht nach Parkplätzen suchen, sparst Geld für Sprit und schonst nebenbei noch die Umwelt. Trotzdem entscheiden sich noch immer viele MünchnerInnen lieber für das Auto. Das will der Radentscheid ändern.

Ein Bündnis für Münchens RadlerInnen

Die Bürgerinitiative Radentscheid, die das glechnamige Bürgerbegehren gestartet hat, wurde von der ADFC München, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Bund Naturschutz Kreisgruppe München, Die LINKE München, Green City e.V. und der ÖDP München ins Leben gerufen. Die Radler mit dem kleinen Dackelmaskottchen Conny ConRad im Logo (dazu unten mehr) setzen sich für den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur in München ein.

Was fordert der Radentscheid?

Zum einen, dass die Fahrradwege an Straßen, auf denen viel und vor allem schneller als 30 km/h gefahren werden darf, durch eine bauliche Maßnahme von der Hauptverkehrsstraße getrennt werden. Der neu entstehende Fahrradweg soll dabei mindestens 2,30 Meter breit sein. Dadurch sollen die Radwege sicherer und bequemer für alle VerkehrsteilnehmerInnen werden. Gleichzeitig werde verhindert, dass Autos unerlaubterweise auf dem Radweg parken (#runtervomradweg).

Damit du schneller von A nach B kommst, soll außerdem ein Radvorrangnetz gebaut werden, das abseits der stark befahrenen Straßen verläuft. Dort sollen Radfahrer – wie der Name schon sagt – Vorrang haben, was dir ermöglichen soll, mit dem Rad schnell und sicher ans Ziel zu gelangen.

Ein Hauptproblem für die Sicherheit und Bequemlichkeit beim Radfahren sind bekanntlich auch Ampelkreuzungen. Diese will der Radentscheid an die Bedürfnisse der Radfahrer anpassen. Das heißt: Ein Parkverbot an Einmündungen, damit Radfahrer nicht übersehen werden, sowie bauliche Maßnahmen, die rasante Abbiegmanöver von Autofahrern verhindern. Damit du nicht mehr so lange an den Ampeln warten musst, sollen die Ampeln so umgebaut werden, dass ein zusätzliches gelbes Licht die Radfahrer separat über die Ampeln lotst. Dadurch soll die Wartezeit für Radfahrer an Ampeln deutlich verringert werden.

Kommt man schließlich mit dem Rad am Zeil an, muss man es meistens immer noch an der Straße unter freiem Himmel festketten, wenn man denn einen Zaun oder ähnliches findet. Vor Witterung und Vandalismus geschützte Abstellplätze für Fahrräder sind in München leider noch sehr selten. Um das zu ändern, fordert der Radentscheid flächendeckend verteilte, geschützte Abstellplätze mit ausreichend Platz für Fahrräder und E-Bikes.

Dadurch soll das Leben nicht nur für die Radfahrer entspannter werden: auch Autofahrer, die nicht auf die Zweirad-Mobilität umsteigen können, profitieren davon, denn wenn weniger Leute mit dem Auto fahren, würde der Hauptverkehr entlastet werden – so lautet zumindest die Argumentation der Rad-Aktivisten.

Bürgerbegehren Nr. 2: Altstadt-Radlring

Parallel zum Radentscheid haben die Initiatoren außerdem ein zweites Bürgerbegehren am Laufen. Darin fordern sie einen Ausbau der Fahrradwege um die Altstadt. In beide Fahrtrichtungen soll dabei eine mindestens 2,30 Meter breite Strecke für RadfahrerInnen vorgesehen sein, welche so gebaut werden soll, dass sie nicht zugeparkt werden kann.

Auf gesperrten Straßen um die Altstadt

Am Sonntag dem 7. April kannst du außerdem gemeinsam mit Münchens Radenthusiasten auf den Sattel steigen und für die gemeinsame Sache in die Pedale treten, denn dann veranstaltet der Radentscheid wieder eine Radsternfahrt. Ziel ist es dieses Jahr, die Teilnehmerzahl von 5.000 RadfahrerInnen noch einmal zu toppen und gleichzeitig Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln. Die Fahrradgruppen treffen sich am Schloss Nymphenburg, der Studentenstadt, dem Ostbahnhof und dem Westpark um 12:30 Uhr und starten gleichzeitig um 13:00 Uhr Richtung Königsplatz, wo gegen 13:45 Uhr die Hauptkundgebung stattfindet.

Ab 14:30 Uhr wird dann wieder geradelt. Eine gemeinsame Runde durch die Stadt in angenehmen Tempo auf abgesperrten Straßen. Also: Öl schon mal deine Kette, pump deine Reifen auf und genieß die Tour auf den leeren Straßen der Stadt.

Wo kann ich unterschreiben?

Wenn du den Radentscheid unterstützen möchtest, in München wohnst, EU-Bürger und über 18 Jahre alt bist, kannst du hier unterschreiben: Die Unterschriftenbögen findest du in Cafés, Arztpraxen und in Büros der Bündnispartner des Radentscheids. Wo ganz genau, findest du hier. Oder du kommst einfach Sonntag zur Radsternfahrt. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wirst du die tatkräftigen HelferInnen aber auch irgendwo in der Stadt treffen, mit Unterschriftblöcken und Dackelplätzchen ausgestattet.

Schafft es die Bürgerinitiative, bis zum Sommer 33.000 gültige Unterschriften zu sammeln, kommt es zum Bürgerentscheid, bei dem ca. 100.000 Stimmen benötigt werden.

Zum Schluss, wie versprochen, noch ein Bild von Conny ConRad, weil er so süß ist:

Conny ConRad


In aller Kürze:

Was? Bürgerbegehren „Radentscheid“ sammelt Unterschriften für den Ausbau des Münchner Radnetzes und veranstaltet hierzu am Sonntag, 7.4. eine Radsternfahrt  (Hauptkundgebung um 13:45 Uhr am Königsplatz)

Wer? Die Bürgerinitiative „Radentscheid“

Wann? Unterschriftensammelaktion seit dem 28. März, die Radsternfahrten am 7.4. beginnen um 12:30 Uhr die Hauptkundgebung um 13:45 Uhr

Wo? Am Schloss Nymphenburg, in der Studentenstadt, am Ostbahnhof und am Westpark wird gestartet, die Hauptkundgebung findet am Königsplatz statt


Fotos: © Tobias Haase

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