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Neues von der Glyptotheke

Nur wenige Wochen ist es her, da waren sich alle einig – Parteien von links bis rechts und auch die Medien, die die Geschichte aufgriffen (auch wir berichteten):

Eine Alternative muss her für die beliebten Stufen vor der Glyptothek, die wegen der Bauarbeiten und des dazugehörigen Bauzauns inkl. Stacheldraht nicht mehr benutzbar sind.

Eine Gruppe von Architekturstudenten hatte die zündende Idee: die „Glyptotheke“, also dem Bauzaun vorgelagerte Stufen, sollte bereits zu den ersten ernstzunehmenden Sonnenstrahlen im Mai verwirklicht werden. Der Bezirksausschuss (BA), das Baureferat und auch die Leitung der Glyptothek zeigten großes Interesse.

Jetzt haben wir aber schon Anfang Juni, und immer noch ist nur ein häßlicher Bauzaun (mit obszönen antiken Manspreadern verziert) zu sehen:

Was geht da also vor sich? Die Lokalredaktion der Süddeutschen Zeitung berichtet aus der Bezirksausschuss-Sitzung von dieser Woche: „Das Engagement der der beiden jungen Leute“ habe stark nachgelassen, zitiert die Zeitung die SPD-Sprecherin Katharina Blepp. Der BA wollte gerne für die „Glyptotheke“ einen Zuschuss von 12.000 Euro sprechen, musste dies aber seit März immer wieder verschieben, weil kein aktualisiertes Konzept im BA ankam.

Faule Studenten, die ihr Interesse verloren haben?

Nicht wirklich. Eher sehr langsam und kompliziert mühlende Mahlen der Verwaltung(en), wie uns Nick Förster vom Team „Glyptotheke“ schreibt:

„Auch für uns war die administrative Komplexität unserer Sitzstufen zunächst überraschend. Zusätzlich zu den Sicherheitsanforderungen der Baustelle sind die Zuständigkeiten zwischen Stadtverwaltung und Freistaat am Königsplatz erstaunlich vielschichtig. Wir stehen seit mehreren Monaten kontinuierlich in Kontakt mit den Baustellenbeteiligten und Referaten der Stadt und sind zuversichtlich, dass sich die Lage in naher Zukunft klären wird.“

Was in der SZ schon nach einem Todesstoß für die „Glyptotheke“ klingt („Aus für den Ausschank“), war dann vielleicht doch eher die voreilige Freude an der Alliteration in der Titelzeile als vollendete Tatsache.

Denn die „Glyptotheke“-Macher geben sich kämpferisch:

„Auch wenn sich die Sitzstufen als etwas zeitintensiver und zäher herausstellen als erwartet, versuchen wir weiterhin sie umzusetzen. Schließlich wäre es zu schade, wenn es ausgerechnet daran scheitern würde. Aus unserer Perspektive wäre auch eine Umsetzung im Sommer noch sinnvoll, da die Stufen so noch über ein Jahr genutzt werden könnte, was als Laufzeit einer temporären Installation mehr als ausreichend ist,“ so Nick Förster.

Doch noch Hoffnung

Noch bleibt also die Hoffnung, dass wir es uns im Sommer auf unseren geliebten Sonnenstufen auf dem Königsplatz gemütlich machen können (auch die Stadtteilpolitiker könnten da ja etwas nachhelfen, statt nur enttäuscht abzuwarten und die Stirn in Sorgenfalten zu legen).

Wir haben uns gedacht: Wenn es klappt, dass auf dem Königsplatz mit Kiss und LaBrassBanda zwei Riesenkonzerte an zwei Tagen stattfinden können, dann kann man da sicher auch noch für den Sommer ein paar temporäre Treppenstufen hinzimmern, oder nicht?


Beitragsbild: © Anna Kirchhofer // Illustration: © Nick Förster

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